9 Monate Sperre wegen rohen Spiels in Tatmehrheit mit Tätlichkeit
Im Meisterschaftsspiel der 3. Kreisklasse West gegen TuS Wieren II grätschte Spieler X (SC Uelzen II) in der 90. + 8. Minute seinem Gegenspieler Y von hinten in die Beine. Unmittelbar danach sprang X den noch am Boden liegenden Spieler Y auf den Rücken. Mehrere Spieler konnten schlimmeres verhindern.
Nachdem X des Feldes verwiesen wurde, wollte er auf andere Spieler losgehen, die ihn zuvor vom Spieler Y getrennt hatten, dies konnte jedoch durch Spieler der beiden Mannschaften und den Schiedsrichters verhindert werden. Der Spieler X sei daher auch unmittelbar nach dem Vorfall aus dem Verein geworfen worden.
Der Geschädigte musste sich nach dem Spiel in ärztliche Behandlung begeben. Ausweislich des vorliegenden ärztlichen Attestes wurden bei ihm eine Thoraxprellung, Schürfwunden und Hämatome diagnostiziert.
Es handelt sich im vorliegenden Fall also um ein objektiv besonders rücksichtsloses und gefährliches Verhalten, mithin um eine Tätlichkeit die mit Absicht ausgeübt wurde. Dass der Betroffene ein hochaggressives Potential aufweist zeigt, dass der Betroffene bereits im März 2023, der wegen einer Tätlichkeit gegen einen Spieler der gegnerischen Mannschaft wegen rohen Spiels für 4 Pflichtspiele gesperrt wurde.
Das Kreissportgericht Heide-Wendland hält deshalb eine Gesamtstrafe von 9 Monaten Sperre unter Anrechnung der Vorsperre bis 17. Juni 2024 für diesen Vorfall für angemessen.