02.09.2022

Der FC Heidetal scheitert mit der Berufung beim Bezirkssportgericht
Teutonia Uelzens jetzt offizieller Ü50 Kreispokalsieger

Der „federführende“ FC der Spielgemeinschaft Heidetal/Ilmenau hat gegen den Verwaltungsbescheid vom 17. Juni 2022 des Kreisspielausschusses am 22. Juni Anrufung beim Kreissportgericht eingereicht. Das Kreissportgericht hat mit Urteil vom 15. Juli die Anrufung zurückgewiesen. Gegen diesen Bescheid hat der FC am 20. Juli beim Bezirkssportgericht gegen das Urteil des Kreissportgericht Berufung eingelegt. Dieser Berufung wurde am 19. August 2022 vom Bezirkssportgericht Lüneburg nicht stattgegeben. Eine Revison wird nicht zugelassen.

Was ist passiert?

Die Ü50 der SG Heidetal/Ilmenau trat zum Kreispokal Halbfinale am 15. Juni gegen den SV Teutonia Uelzen nicht an. Das Spiel wurde mit 5:0 per Verwaltungsbescheid für Uelzen gewertet, die am 23. Juni auch das Endspiel gegen TSV Adendorf gewannen und als inoffizieller Pokalsieger gefeiert wurden.

Anrufung und Begründung:

Gegen diesen Bescheid erfolgte eine Anrufung fünf Tage später am 22. Juni und eine Begründung am 3. Juli des FC Heidetal. Hier heißt es, der Antragsteller habe bereits am 26. April beim Staffeltag hingewiesen, dass der Verein aufgrund der anstehenden Niedersachsenmeisterschaft der Ü50 am 18.06.2022 zur Vermeidung von Verletzungen und Corona-Infektionen zwischen dem 13.06.2022 und dem 17.06.2002 keine Spiele spielen wird. Er forderte das 20 Stunden später stattfindende Finale abzusetzen und das bereits ausgetragene Kreispokal-Halbfinale unter Beteiligung der SG Heidetal/Ilmenau neu anzusetzen.

Kreissportgerichtsurteil:

  1. Die Anrufung der SG Heidetal/Ilmenau gegen den Verwaltungsentscheid des Kreisspielausschusses Heide-Wendland wird zurückgewiesen.
  2. Die Kosten des Verfahrens trägt der Verein FC Heidetal.

Entscheidungsgründe:

Die Ansetzung der Halbfinalbegegnung am 15. Juni 2022 erfolgte im DFBnet am 27. Mai. Eine Spielverlegung im Einverständnis beider Teilnehmer wären in den knapp drei Wochen möglich gewesen. Bei dem Pokalwettbewerb handelte es sich um eine freiwillige Teilnahme. Wenn es zu keiner Einigung gekommen ist, wäre ein Verzicht möglich gewesen. Eine Ansetzung, wie vom Antragsteller gefordert über den 30. Juni 2022 hinaus, wurde nur coronabedingt in der Saison 2019/20 durchgeführt und kommt nicht in Frage.

Berufung beim Bezirkssportgericht:

Gegen dieses Urteil vom 16. Juli wurde am 20. Juli beim Bezirkssportgericht Berufung eingelegt. Für die Bearbeitung und Begründung bat der FC Heidetal um eine 14 tägige Frist bis 3. August 2022. Das Bezirkssportgericht räumte dem Antragsteller eine Frist bis zum 9. August ein. Allen Beteiligten, den Vereinen TSV Adendorf, Teutonia Uelzen, TuS Erbstorf sowie dem Spielausschussvorsitzenden bis 16. August 2022.

In der Begründung vom 9. August wurden viele, viel Dinge vorgetragen, die im anhängendem Detailurteil nachzulesen sind. Schlussendlich heißt es: „Wir hoffen hinreichend dargelegt zu haben, dass die dem gegenständliche Verwaltungsentscheid zugrunde liegende Spielwertung aufzuheben ist und beantragen, das Urteil des Kreissportgerichts aufzuheben und zu entscheiden, das Halbfinalspiel um den Kreispokal Ü50 der Saison 21/22 -SG Heidetal/Ilmenau gegen Teutonia Uelzen neu anzusetzen."

Bezirkssportgerichtsurteil:

Das Bezirkssportgericht verweist im Wesentlichen auf das Kreissportgerichtsurteil. Der Berufung des Vereins FC Heidetal als "federführender" bzw. geschäftsführender Verein der SG Heidetal/Ilmenau vom 20. Juli 2022 gegen das Urteil Nr. 15/21/22 des Kreissportgerichts Heide-Wendland vom 16. Juli 2022 wird nicht stattgegeben, sodass der weitere Antrag der SG Heidetal/Ilmenau, das Halbfinalspiel um den Kreispokal Ü50 der Saison 21/22 SG Heidetal/Ilmenau gegen Teutonia Uelzen neu anzusetzen, in diesem Berufungsverfahren abzulehnen war.

Der Rechtsbehelf der Revision wird nicht zugelassen, da dieser Fall nicht von grundsätzlicher Bedeutung ist und für die betroffenen Vereine keine erhebliche Einbuße darstellt.

Die Kosten der Verfahren (Kreis- und Bezirkssportgericht) in Höhe von 125 Euro hat der FC Heidetal zu tragen.

Somit sind die Ü50-Senioren des SV Teutonia Uelzen nun auch offiziell Kreispokalsieger.

Detail zum Kreissportgerichtsurteil>>

Details zum Bezirkssportgerichtsurteil>>

02.09.2022

Geldstrafen für Vereine und Schiedsrichter
Freisprüche für Verantwortliche und Zuschauer

Das Kreissportgericht ermittelte zu den Vorkommnissen beim Meisterschaftsspiel der E-Junioren Kreisliga Partie TuS Woltersdorf gegen VfL Breese-Langendorf I vom 31.05.2022.

Bei der mündlichen Verhandlung gab es widersprüchliche Aussagen von Vereinsverantwortlichen und Zuschauern, sodass für das Sportgericht der Eindruck entstand, dass zwei unterschiedliche Spiele beschrieben wurden. So wurde das Verfahren gegen den Verantwortlichen des TuS Woltersdorf und einer Zuschauerin des VfL Breese-Langendorf eingestellt.

Der Schiedsrichter, der seine Handlung zugab, wird wegen leichter Tätlichkeit zu einer Geldstrafe von 50 Euro verurteilt, weil er einer Zuschauerin ins Gesicht griff um seine Tochter, die die Zuschauerin am Arm packte, zu unterstützen. Die Vereine wurden zu Geldstrafen von je 50 Euro wegen nicht ordnungsgemäß ausgefülltem Spielbericht und Vernachlässigung der Platzdisziplin verurteilt.

Die Verfahrenskosten von 184,80 Euro werden zu je 2/5 den Vereinen und 1/5 dem Schiedsrichter aufgeteilt. Durch Rechtsmittelverzicht aller Beteiligten ist das Urteil sofort rechtskräftig.

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09.05.2022

8 Spieltagen Sperre und 60 Euro Geldstrafe

In dem Sportgerichtsverfahren gegen Spieler X (BSV Union Bevensen) während der Kreisliga Partie BSV Union Bevensen – TSV Bienenbüttel vom 03.04.2022, hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 27.04.2022 im schriftlichen Verfahren folgende Entscheidung getrof

  1. Der Spieler X (BSV Union Bevensen) wird wegen Beleidigung und Bedrohung gegenüber dem Schiedsrichter gemäß § 45 (2) u. (3) RuVO zu einer Sperre von 8 Spieltagen und zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 60,00 Euro unter Vereinshaftung des BSV Union Bevensen, festgesetzt § 11 Abs. 4 RuVO, verurteilt. Die Sperrzeit beginnt mit der Vorsperre vom 10.04.2022 und endet mit Ablauf des 29.05.2022
  2. Gegen dieses Urteil ist die Berufung nach § 17 der Rechts- und Verfahrensordnung möglich.
  3. Die Kosten des Verfahrens trägt der Spieler X unter Vereinshaftung des BSV Union Bevensen

Sachverhalt

Der Schiedsrichter schilderte in seinem Bericht wie folgt:
"Kurz vor Spielende kam es im Bienenbüttler Strafraum zu einem Zweikampf bei dem ein Bevenser Spieler zu Fall kam. Ich entschied auf Weiterspielen und nicht auf Strafstoß. Als ich das Spiel wenig später nach Ablauf der Nachspielzeit abpfiff, war der Ärger der Bevenser Spieler über meine Entscheidung noch nicht verflogen. Der Bevenser Spieler Herr X kam direkt nach Abpfiff auf mich zugelaufen und schrie mich mit den Worten: "du bist so eine Blinde; so Blinde du; so schlecht" an.

Hierfür erhielt der bereits während des Spiels verwarnte Herr X von mir die Gelb / Rote Karte.

Nachdem ich den Platzverweis ausgesprochen hatte, versuchte Herr X noch näher an mich heranzukommen und musste von mehreren seiner Mitspieler zurückgehalten werden. Er ruderte mit den Armen in meine Richtung, war dabei aber noch ca. 3 Meter entfernt. Seine Mitspieler mussten ihn zurückhalten, damit er nicht noch näher an mich herankam. Herr X schrie während dieser Aktion noch sehr laut in meine Richtung "ich komme dich holen, ich mache dich Krankenwagen" und "du bist bald Krankenwagen" und untermauerte diese Aussagen noch mit Handbewegungen in meine Richtung. Mein Team und ich verließen dann schnell das Spielfeld und begaben uns in die Kabine, da die Situation doch recht unübersichtlich und aufgeladen war. Herr X schrie weiterhin über den Platz, ich konnte aber den genauen Wortlaut nicht verstehen.

Entscheidungsgründe

Das Kreissportgericht Heide-Wendland ist vom Vorliegen des Sachverhaltes überzeugt. Die Überzeugung ergibt sich aus dem Sonderbericht des Schiedsrichters und der Stellungnahmen von Spielern des BSV Union Bevensen.

Kosten

Die Gesamtkosten in Höhe von 90 Euro trägt der Spieler X unter Vereinshaftung des BSV Union Bevensen.

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03.05.2022

Beschluss (Einstellung des Verfahrens)

In der Sportrechtssache Anrufung des Vereins TSV Adendorf v. 1923 e. V. gegen den Verwaltungsentscheid des Kreisspielausschusses Heide-Wendland vom 18.04.2022 (Sperrstrafe des Spielers X, TSV Adendorf) hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 02.05.2022 folgenden Beschluss gefasst:

  1. Gemäß § 30 (2) RuVO wird das Verfahren eingestellt, da der Verein TSV Adendorf mit E-Mail vom 01.05.2022 seinen Antrag, die Spielsperre zu reduzieren, zurückgenommen hat.
  2. Verfahrenskosten sind nicht entstanden.
  3. Dieser Beschluss ist nach § 30 der Rechts- und Verfahrensordnung unanfechtbar.

02.04.2022

Sportgerichtsverfahren wegen Beleidigung wurde eingestellt.

Im Spiel der Aufstiegsrunde der Frauenkreisliga zwischen der SG Lemgow-Dangenstorf/Gusborn gegen der SG Böddenstedt/Gerdau soll eine Spielerin der SG L-D/G ihre Gegenspielrin als "häsliche Fotze" bezeichnet haben. Den Ausspruch sollen vier namentlich genannte Personen auch gehört haben, jedoch nicht der Schiedsrichter.

Außerhalb der geltenden Beweisregel ist eine faire bzw. formell richtige Beurteilung über eine sportwidrige Handlung nur möglich, wenn glaubhafte und neutrale Aussagen vorliegen.

Bei den von der SG B/G namentlich genannten vier Personen ist nicht bekannt, ob es sich dabei, wie angefordert, um neutrale Personen gehandelt haben. Auch ist es für das Kreissportgericht unverständlich, wenn es denn die vier Personen neben den Spielerinnen der SG B/G als Zeugen gab, weshalb von diesen nicht zumindest kurze schriftliche Aussagen vorgelegt wurden.

Die Gesamtwürdigung dieser Beweislage ließ nach einstimmiger Überzeugung des Kreissportgerichtes in diesem Verfahren keine Verurteilung der Spielerin X (SG L-D/G) zu, das Verfahren war daher einzustellen. Die Verfahrenskosten trägt der NFV Kreis Heide-Wendland.

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15.12.2021

10 Monate Sperre und 150 Euro Strafe für Tätlichkeit gegen Schiri u. Spieler

In der Sportrechtssache Vorkommnisse des Spielers X (MTV Dannenberg) beim Meisterschaftsspiel der Kreisliga Heide-Wendland vom 14.11.2021 zwischen den Vereinen SV Lemgow-Dangenstorf und MTV Dannenberg hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 04.12.2021 im schriftlichen Verfahren folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler X (MTV Dannenberg) wird wegen Tätlichkeit in zwei Fällen eine Sperrstrafe von zehn Monaten, beginnend am 14.11.2021 und endet mit Ablauf des 14.09.2022 verhängt. Da ein Teil der Sperrstrafe in der Winterpause liegt, wird gegen den Spieler X zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von 150,00 Euro ausgesprochen.
  2. Die Kosten des Verfahrens trägt der Spieler X unter Vereinshaftung der MTV Dannenberg.

Sachverhalt

Im Meisterschaftsspiels der Kreisliga Heide-Wendland zwischen den Vereinen SV Lemgow-Dangenstorf und MTV Dannenberg verlor der Spieler X vom MTV Dannenberg in der gegnerischen Spielhälfte in unmittelbarer Nähe der Eckfahne einen Zweikampf, wobei nach einem regelkonformen Körperkontakt mit dem Gegenspieler, der Ball im Seitenaus landete. Als der anschließende Einwurf durch einen Spieler der gastgebenden Mannschaft ausgeführt werden sollte, trat der Spieler X im Vorbeilaufen nach seinem Gegenspieler. Aufgrund dieser versuchten Tätlichkeit wurde er vom Schiedsrichter auf Dauer des Feldes verwiesen. Anschließend lief der Spieler X aus kurzer Entfernung zügig auf den Schiedsrichter zu, rief „Nein“, senkte den Kopf bis in Bauchhöhe und drückte dabei den Kopf energisch in den Oberkörper des Schiedsrichters. Durch hinzukommende Mitspieler konnte der Spieler X weggezogen werden. Der Schiedsrichter wurde nicht verletzt, er konnte das Spiel anschließend fortsetzen.

Entscheidungsgründe

Der Betroffene trat nach dem Spieler des Vereins SV Lemgow - Dangenstorf, obwohl sich der Ball bereits im Seitenaus befand. Ein fahrlässiges Handeln hat das Kreissportgericht nicht erkannt, vielmehr geht das Kreissportgericht davon aus, dass der Betroffene aus Verärgerung über den verlorenen Zweikampf und einer für ihn nachteiligen Entscheidung sich sein allgemeiner Frust in der Aktion gegen den Gegenspieler entlud. Hierbei ist es unerheblich ob er den Gegenspieler traf oder nicht, da bereits der Versuch strafbar ist. Wegen dieser Aktion ist er zu Recht vom Schiedsrichter auf Dauer des Feldes verwiesen worden.

Das anschließende Verhalten des Betroffenen gegenüber dem Schiedsrichter bewertet das Sportgericht als besonders schwerwiegend. Der Betroffenen ging mit dem Kopf in Bauchhöhe voraus auf den Schiedsrichter los und drückte dabei seinen Kopf in den Oberkörper des Schiedsrichters hinein. Damit wollte er ihn gezielt angreifen, wenn nicht gar verletzen.

Eine Affekthandlung sieht das Sportgericht nicht, vielmehr hat der Betroffene mit Wissen und Wollen versucht den Schiedsrichter massiv zu schädigen, da er mit seiner vorangegangen nachteiligen Entscheidung offensichtlich nicht einverstanden war. Nach Überzeugung des Kreissportgerichts kam der Angriff für den Schiedsrichter völlig überraschend.

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26.11.2021

Einstellung des Verfahrens: Beleidigung durch Zuschauer nicht nachweisbar

In der Sportrechtssache Vorkommnisse während der Frauenkreisliga-Partie MTV Dannenberg – SV Eintracht Lüneburg IV vom 13.11.2021, hier unsportliches Verhalten durch Zuschauer des MTV Dannenberg, und ggf. Vernachlässigung der Platzdisziplin hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 26.11.2021 folgenden Beschluss gefasst:

  1. Das Sportgerichtsverfahren wird hiermit eingestellt. Aus der Stellungnahme der Schiedsrichterin haben sich keine Erkenntnisse hinsichtlich unsportlichen Verhaltens bzw. der  Vernachlässigung der Platzdisziplin ergeben. Aus den Stellungnahmen der Vereine ergeben sich widersprüchliche Aussagen.
  2. Dieser Beschluss ist nach § 30 der Rechts- und Verfahrensordnung unanfechtbar.
  3. Die Verfahrenskosten in diesem Verfahren trägt der NFV Kreis Heide Wendland. Das Verfahren ist gerichtsgebührenfrei

I. Tatbestand/Entscheidungsgründe

Nach dem Spiel kam der Vereinsverantwortliche des SV Eintracht Lüneburg auf die Schiedsrichterin zu und berichtete von verbalen Angriffen eines Elternteils aus dem gegnerischen Zuschauerraum. Es seien Aussagen wie "verpiss dich" gefallen, sie selbst hat diese Äußerungen nicht gehört.

Beide Vereine haben dazu eine voneinander abweichende Stellungnahme abgegeben, eine Vernachlässigung der Platzdisziplin geht aus beiden Stellungnahmen nicht hervor.

In der Stellungnahme der Schiedsrichterin schreibt sie: „Ich als Schiedsrichterin habe bis auf einige Zwischenrufe (Alles im normalen Rahmen) keine Unruhen, keine beleidigenden Äußerungen und kein Fehlverhalten sonstiger Art am Spielfeldrand wahrgenommen"

Auch wenn es einige vielleicht anders empfunden haben mögen, maßgeblich ist die Aussage der Schiedsrichterin. Diese bestätigt nicht die gemachten Vorwürfe.

II. Kosten

Die Kosten des Verfahrens trägt der NFV Kreis Heide Wendland. Das Verfahren ist gerichtsgebührenfrei.

Detailbeschluss>>

Anrufung des MTV Dannenberg gegen Verwaltungsentscheid wird nicht stattgegeben

In der Sportrechtssache Anrufung des MTV Dannenberg v. 1863 e. V. gegen den Verwaltungsentscheid des Kreisspielausschuss Heide-Wendland vom 21.10.2021 hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 01.11.2021 im schriftlichen Verfahren folgende Entscheidung getroffen:

  1. Der Anrufung des Vereins MTV Dannenberg gegen den Verwaltungsentscheid des Kreisspielausschuss Heide-Wendland vom 21.10.2021 wird nicht stattgegeben.
  2. Kosten des Verfahrens trägt der Verein MTV Dannenberg.
  3. Gegen dieses Urteil ist unter Bezugnahme auf § 17 der Rechts- und Verfahrensordnung die Berufung zulässig.

I. Sachverhalt

In dem Spiel der Kreisliga Heide-Wendland zwischen SV Holdenstedt und MTV Dannenberg vom 17.10.2021, trat der Spieler X vom MTV Dannenberg seinen Gegenspieler, der an der Außenlinie in Richtung Eckfahne lief, von hinten in die Beine, ohne dabei die Möglichkeit zu haben den Ball zu spielen. Vom Schiedsrichter wurde er daraufhin auf Dauer des Feldes verwiesen.

Der Kreisspielausschuss Heide-Wendland verhängte gegen den Spieler X mit Verwaltungsentscheid vom 21.10.2021 wegen rohes Spiel eine Spielsperre von sechs auszutragenden Pflichtspielen der aufgeführten Mannschaft - längstens jedoch bis einschließlich 29.11.2021 -für alle Mannschaften seines Vereins. Zur Erreichung des Sühnezwecks wurde zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von 40,00 Euro festgesetzt.

Gegen diesen Bescheid hat der MTV Dannenberg mit Datum 22.10.2021 das als Einspruch bezeichnete Rechtsmittel der Anrufung erhoben.

II. Entscheidungsgründe

Aufgrund der vom Schiedsrichter beschriebenen Situation, hatte der Spieler X nicht die Möglichkeit an den Ball zu kommen, der Tritt galt ausschließlich seines Gegenspielers. Bei der Entscheidungsfindung war insbesondere zu berücksichtigen, dass das Foulspiel eben von hinten erfolgte, der Spieler Y damit nicht rechnen konnte. Dies hätte zu einer schwerwiegenden Verletzung führen können, dabei ist es nur einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich der Spieler Y nicht verletzte.

III. Kosten

Die Kosten des Verfahrens (30 Euro) trägt der Verein MTV Dannenberg. Mit den Verwaltungskosten von 30 Euro und der Geldstrafe von 40 Euro hat der MTV Dannenberg zusammen 100 Euro zu zahlen.

Urteil im Detail>>

10.11.2021

Sperrstrafen von 5 bzw. 6 Monaten und Geldstrafen wegen Tätlichkeiten

In der Sportrechtssache

Vorkommnisse beim Meisterschaftsspiel der 4. Kreisklasse (Mitte) zwischen den Vereinen TSV Bienenbüttel II und Lüneburger SV II vom 15.08.2021

hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 29.10.2021 im mündlichen Verfahren folgende Entscheidung getroffen:

  1. Der Spieler X (Lüneburger SV) wird wegen unsportlichen Verhaltens gemäß § 43 Nr. 4 der Rechts- und Verfahrensordnung für eine Woche, beginnend mit dem 29.10.2021 und endet am 05.11.2021, gesperrt.

  2. Der Spieler Y (Lüneburger SV) wird wegen Tätlichkeit gemäß § 43 Nr. 8 der Rechts- und Verfahrensordnung zu einer Sperrstrafe von 5 Monaten, unter Anrechnung der Vorsperre vom 20.08.2021 bis zum 20.01.2022, für den gesamten Spielbetrieb verurteilt. Da ein Teil der Sperrstrafe in der Winterpause liegt, wird zusätzlich zur Erreichung des Sühnezwecks eine Geldstrafe in Höhe von 80,00 Euro ausgesprochen.

  3. Der Spieler Z (Lüneburger SV) wird wegen Tätlichkeit gemäß § 43 Nr. 8 der Rechts- und Verfahrensordnung in zwei rechtlich zusammenhängenden Fällen zu einer Sperrstrafe von 6 Monaten, beginnend am 29.10.2021 und endend am 29.04.2022, verurteilt. Da ein Teil der Sperrstrafe in der Winterpause liegt, wird zusätzlich zur Erreichung des Sühnezwecks eine Geldstrafe in Höhe von 100,00 Euro ausgesprochen. Der Beschluss zur Zahlung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 150,00 Euro gegen den Spieler Z wegen Nichterscheinens zur mündlichen Verhandlung wird hiermit aufgehoben.

  4. Der Offizielle des Vereins Lüneburger SV, W, wird freigesprochen.

  5. Die Kosten dieses Sportgerichtsverfahrens tragen die Spieler X, Y und Z unter Vereinshaftung ihres Vereins Lüneburger SV

  6. Zu Ziffer 1. und 2. verzichten die Spieler X und Y, sowie die Vertreter des Vereins Lüneburger SV auf Einlegung des Rechtsmittels Berufung, sodass das Urteil sofort rechtkräftig ist. Gegen Ziffer 3. ist das Rechtmittel Berufung gemäß § 17 der Rechts- und Verfahrensordnung möglich.

I. Sachverhalt

In der 72. Min. des o. g. Spiels wurde Spieler X auf Dauer des Feldes verwiesen. Er habe versucht mit vorgestrecktem Brustkorb seinen Gegenspieler umzustoßen oder per Kopfnuss zu Fall zu bringen.

Nach dem Abpfiff hörte der Schiedsrichter Schreie hinter der Zuschauerabsperrung und sah, dass der Spieler Y des Vereins Lüneburger SV II mit gestrecktem Bein gegen den Spieler A des Vereins TSV Bienenbüttel II sprang, dieser dabei zu Boden fiel und laut schrie. Es soll auch noch andere Aktionen gegeben haben, die der Schiedsrichter bis auf die zuvor geschilderte Situation, jedoch nicht deutlich sehen konnte.

Der Verein TSV Bienenbüttel gab an, dass der Spieler A beim Gang in die Kabine durch die generische Nr. -- attackiert wurde. Er sei durch diesen Spieler gewürgt worden und erhielt gleich im Anschluss vom gleichen Spieler eine Kopfnuss. Im Anschluss habe sich der Spieler mit der Nr. -- eingemischt und den Spieler A durch einen Tritt in den Unterleib zusätzlich verletzt. Anschließend sei das Gemenge durch das beherzte Eingreifen anderer Spieler beider Seiten beendet worden.

II. Entscheidungsgründe

Aufgrund der Einlassungen des Spielers X und der Aussage des Schiedsrichters steht für das Sportgericht fest, dass hier keine versuchte Tätlichkeit in Form eines vorgestreckten Brustkorbes oder eines angedeuteten Kopfstoßen vorliegt. Nur die Aussage des Schiedsrichters, „dass es so aussah als ob“, und der Annahme, dass gleich etwas passieren würde, kann nicht als versuchte Tätlichkeit gewertet werden.

Anders verhält es sich bei dem Verhalten des Spielers Y. Er hat in der mündlichen Verhandlung insbesondere eingeräumt den Spieler A gezielt getreten zu haben. Dabei habe er lediglich einen Tritt ausgeführt, den er nicht näher beschreiben konnte. Bei dem Tritt, wenn auch nur einmal ausgeführt, handelt es sich um eine schwerwiegende Verfehlung, die auch mit einer längeren Sperrstrafe zu ahnden ist. Es handelt sich hierbei um eine Aktion, die nicht im Zusammenhang mit dem Spiel steht, immerhin hat sich der Vorfall mehr als 15. Minuten nach der angesprochenen Roten Karte aus der 72. Minute ereignet. Eine Affekthandlug sieht das Kreissportgericht daher nicht, im Gegenteil, der Spieler Y hat den Spieler A nach der Roten Karte gegen seinen Mitspieler X im Kopf gehabt, um ihn später dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Bei der Strafzumessung war zu Lasten des Spielers Y zu berücksichtigen, dass es ein gezielter Tritt war, um den Spieler zu verletzen. 

Der Spieler Z hat sich weder über seinen Verein Lüneburger SV eingelassen noch erschien er zur mündlichen Verhandlung. Aus dem Nichts sei sie Spieler A vom Spieler Z mit einer Hand von vorn an den Hals gefasst worden und habe sodann zusätzlich einen Kopfstoß erhalten. Das Würgen habe ca. 2 bis 3 Sekunden gedauert, der unmittelbar darauffolgende Kopfstoß habe ihn im Gesicht, knapp über dem Auge, getroffen. Schon der Griff an den Hals des Spielers A erfüllt den Tatbestand der Tätlichkeit, gleiches gilt auch für den Kopfstoß. Bei der Strafzumessung ist zu Lasten des Spielers Z zu berücksichtigen, dass er innerhalb kürzester Zeit zwei erhebliche Tätigkeiten begangen hat. Insbesondere der Kopfstoß kann eine lebensgefährliche Verletzung hervorrufen und stellt daher einen besonders hohen Handlungswert dar. Nach dem Vorfall wurde die Polizei hinzugerufen und Strafanzeige erstattet.

Insgesamt betrachtet hat sich der Verein Lüneburger SV vor dem Kreissportgericht vorbildlich verhalten. So ist es löblich, dass sich der Verein vor dem Sportgericht für das Verhalten der Spieler entschuldigt hat und zumindest mit den beiden beteiligten Spielern X und Y bereits erzieherische Gespräche geführt hat. Davon konnte sich das Sportgericht aufgrund des Auftretens der beiden Spieler und auch der beiden Vereinsoffiziellen bei der mündlichen Verhandlung überzeugen.

III. Kosten

Die Kosten des Verfahrens (175,20 Euro) tragen die Spieler X, Y und Z je zu einem Drittel unter Vereinshaftung ihres Vereins Lüneburger SV. Zusätzlich erhält Spieler Y eine Geldstrafe von 80 und Spieler Z von 100 Euro. Der Gesamtbetrag von 355,20 Euro wird vom Vereinskonto des Lüneburger SV eingezogen.

Ausführliches Urteil>>

08.11.2021

Beschluss (Einstellung des Verfahrens)

In dem Sportrechtssache

Vorkommnisse während der Partie der 2. Kreisklasse Süd St. 2 MTV Gerdau – TSV Wrestedt/Stederdorf vom 17.10.2021, hier diskriminierende Äußerungen durch Spieler des MTV Gerdau.

hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 31.10.2020 folgenden Beschluss gefasst:

  1. Das Sportgerichtsverfahren wird hiermit eingestellt. Aus der Stellungnahme des Schiedsrichters haben sich keine Erkenntnisse hinsichtlich diskriminierender Äußerungen ergeben. Aus den Stellungnahmen der Vereine ergeben sich ebenfalls keine Hinweise auf diskriminierende Äußerungen.
  2. Dieser Beschluss ist nach § 30 der Rechts- und Verfahrensordnung unanfechtbar.
  3. Die Verfahrenskosten in diesem Verfahren trägt der NFV Kreis Heide Wendland. Das Verfahren ist gerichtsgebührenfrei

Tatbestand/Entscheidungsgründe:

Im Meisterschaftsspiel der 2. Kreisklasse Süd St. 2 MTV Gerdau – TSV Wrestedt/Stederdorf hat der Schiedsrichter aufgrund eines Foulspiels das Spiel in der 84. Minute unterbrochen.

Der Schiedsrichter ist darauf angesprochen worden, dass es im Zusammenhang mit diesem Foulspiel zu diskriminierenden Äußerungen gegen den foulenden Spieler seitens Spieler des MTV Gerdau gekommen sein soll. Dies Mitteilung hat er im Spielbericht aufgenommen.

Daraufhin hat der Kreisspielausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen „Unbekannt“ wegen diskriminierender Beleidigung beantragt.

Es wurde ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet, den Beteiligten ist Gelegenheit gegeben worden zum Sachverhalt Stellung zu nehmen. Weder die Stellungnahme des Schiedsrichters noch die der Vereine bestätigen den Vorwurf diskriminierender Beleidigung.

Kosten

Die Kosten des Verfahrens trägt der NFV Kreis Heide Wendland. Das Verfahren ist gerichtsgebührenfrei

(Texte gekürst)   Beschluss im Detail>>

31.10.2021

Vereinsoffizeller wird wegen Schiedsricherbeleidigung verurteilt und Verein wegen DBFnet-Kennwortmissbrauch.

In dem Sportgerichtsverfahren, unsportliches Verhalten durch Betreuer des MTV Dannenberg, fehlerhafter Spielbericht vor der Kreisliga Partie SV Molzen – MTV Dannenberg vom 19.09.2021, hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 21.10.2020 im schriftlichen Verfahren folgende Entscheidung getroffen:

  1. Der MTV Dannenberg wird wegen nicht ordnungsgemäß ausgefülltem Spielbericht zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 15,00 Euro verurteilt.
  2. Der Vereinsoffizielle X wird wegen unsportlichen Verhaltens und Beleidigung gegenüber dem Schiedsrichter zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 100,00 Euro unter Vereinshaftung des MTV Dannenberg festgesetzt verurteilt.
  3. Gegen dieses Urteil ist die Berufung nach § 17 der Rechts- und Verfahrensordnung möglich.
  4. Die Kosten des Verfahrens tragen je zur Hälfte der Vereinsoffizielle X und der MTV Dannenberg.

Sachverhat:

Nach einer Rudelbildung hat sich der Vereinsoffizelle X lautstark aufgeregt. Eine Stunde später wurde der Schiedsrichter durch X mit dem Spruch "Das müsst ihr doch sehen wofür seid ihr sonst da" kritisiert. Da X sich nicht beruhigte wurde er durch eine Rote Karte des Platzes verwiesen. Mit den Worten "Ihr seid so ein Pfeifenteam" verließ er den Platz.

Im Spielbericht wurde als Betreuer aber Herr Y aufgeführt, der auch den Spielbericht ausgefüllt und mit seiner Kennung abgeschlossen hat. Herr Y teilte dem Spielausschuss mit, dass er aber gar ncht vor Ort war. Eine Aussage seitens des Vereins oder der betroffenen Personen wer vor Ort war gab, es nicht. Der Schiedsrichter hat aber auf der Vereinshomepage sofort Herrn X als anwesende Person erkannt.

Entscheidungsgründe:

In der Spielberichtshistorie wurde eindeutig festgestellt, dass am Spieltag unmittelbar vor dem Spiel dieser mit der Kennung von Herrn Y ausgefüllt wurde. Da dieser aber nicht vor Ort war, hafter der Verein für den Kennwortmissbrauch. Wegen mehrfachem unsportlichem Verhalten und Schiedsrichterbeleidigungen wird der zweifelsfrei identifizierte Herr X zu einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt.

Kosten:

Die Kosten des Verfahrens haben je zur Hälfte der Vereinsoffizielle X und der Verein MTV Dannenberg zu tragen. Folgende Beiträge sind somit zu zahlen:

  • Anteilige Verfahrenskosten und Geldstrafe für den Vereinsoffiziellen X unter Vereinshaftung des MTV Dannenberg = 115,00 Euro
  • Anteilige Verfahrenskosten und Geldstrafe für den Verein MTV Dannenberg  = 30,00 Euro

Die Gesamtsumme von 145,00 Euro wird nach Rechtskraft vom NFV eingezogen.

Das Urteil ist rechtskräftig und kann im Detail hier eingesehen werden>>

29.10.2021

Geldstrafe und 6 Monate Sperre für Teutonen-Spieler

In der Sportrechtssache Tätlichkeiten des Spielers X (SV Teutonia Uelzen) beim Meisterschaftsspiel der 1. Kreisklasse Süd -Staffel 1- am 05.09.2021, zwischen den Vereinen SV Stadensen und SV Teutonia Uelzen II hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 14.10.2021 im mündlichen Verfahren folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler X (SV Teutonia Uelzen) wird wegen Tätlichkeit und Beleidigung eine Sperrstrafe von 6 Monaten, beginnend am 06.09.2021 und endet mit Ablauf des 06.03.2022 verhängt. Da ein Teil der Sperrstrafe in der Winterpause liegt, wird gegen den Spieler X zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von 100,00 Euro ausgesprochen.
  2. Die Kosten des Verfahrens trägt der Spieler X unter Vereinshaftung der SV Teutonia Uelzen.

I. Sachverhalt:

In dem Meisterschaftsspiel der 1. Kreisklasse Süd -Staffel 1- wurde der Ball in der 85. Minute lang aus der Hälfte des SV Stadensen geschlagen. Zu dieser Zeit lief der Spieler Y an dem auf dem Boden liegenden Spieler X vorbei, als dieser plötzlich aufstand, hinter dem Spieler Y herlief und ihn von hinten in die Beine trat. Der Spieler Y kam dabei zu Fall und wurde am Boden liegend abermals getreten und zusätzlich zweimal angespuckt. Der Spielball war zu dieser Zeit ca. 40 m entfernt. Der Spieler X wurde daraufhin vom Schiedsrichter mit der Roten Karte des Feldes verwiesen. Beim Verlassen des Spielfeldes äußerte er gegenüber dem Schiedsrichter den Ausspruch „Was pfeifst du hier für einen Scheiß“.

Zu dieser Feststellung ist das Kreissportgericht aufgrund der zeugenschaftlichen Aussage des Schiedsrichters, der Aussage des Spielers Y und der zum Teil geständigen Einlassung des beschuldigten Spielers X gelangt.

II. Entscheidungsgründe:

Das Sportgericht geht davon aus, dass der Spieler X seinen Gegenspieler zunächst durch einen Tritt von hinten zu Fall gebracht hat, ihn anschließend am Boden liegend noch einmal trat und ihn zusätzlich zweimal bespuckte. Jemand, der hinter einem Spieler herläuft, ihn von hinten in die Beine tritt, ohne dass der Ball in der Nähe ist, handelt mit der Absicht sein Gegenüber ernsthaft zu verletzten. Strafverschärfend ist der zweite, wenn auch leichterer Tritt, zu werten. Wer einen am Boden liegenden Spieler ein zweites Mal tritt, handelt mit Vorsatz. Von einer Affekthandlung geht das Sportgericht hier nicht aus, zumal der Schiedsrichter das Spiel bereits nach dem ersten Tritt unterbrochen hatte. 

Dass der Verurteilte Spieler von dem Spieler Y während des Spiels fortwährend u. a. mit den Worten „Hurensohn“, „Bastard“ und „Ich fick deine Mutter“ beleidigt worden ist, ließ sich in der mündlichen Verhandlung nicht beweisen. Den Ausspruch „Was pfeifst du hier für einen für ein Scheiß“, den der Schiedsrichter in seinem Sonderbericht vermerkte und den er in der mündlichen Verhandlung wiederholte, bewertet das Sportgericht als Beleidigung. 

Kosten:

Die Gesamtkosten in Höhe von 231,40 € trägt der Spieler X unter Vereinshaftung der SV Teutonia Uelzen.

Das Urteil ist Rechtskräftig und kann im Detail hier nachgelesen werden>>

Beschluss (Einstellung des Verfahrens)

In der Sportsache

Anrufung des Vereins TSV Suhlendorf v. 1920 e. V. gegen den Verwaltungsentscheid des Kreisspielausschusses Heide-Wendland vom 27.08.2021 (Sperrstrafe des Spielers X, TSV Suhlendorf)

hat das Kreissportgericht Heide-Wendland durch am 09.09.2021 folgenden Beschluss gefasst:

  1. Das Sportgerichtsverfahren wird hiermit eingestellt, da das Rechtsmittel durch den Verein TSV Suhlendorf zurückgenommen wurde.
  2. Dieser Beschluss ist nach § 30 der Rechts- und Verfahrensordnung unanfechtbar.
  3. Die bisherigen Kosten in diesem Verfahren trägt unter Bezugnahme auf § 11 der Rechts- und Verfahrensordnung der Verein TSV Suhlendorf.

Tatbestand/Entscheidungsgründe:

Zwischen den Vereinen SC Kirch- und Westerweyhe und TSV Suhlendorf kam es nach Abpfiff des Spiels zu einem Wortgefecht zwischen mehreren Spielern beider Mannschaften. Der Spieler X (TSV Suhlendorf) soll dabei den gegnerischen Spieler mit der flachen Hand bei mittlerer Wucht ins Gesicht gestoßen haben. Der Spieler erhielt daraufhin wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte.

Der Kreisspielausschuss Heide-Wendland verhängte gegen den Spieler X aufgrund des Schiedsrichterberichtes eine Sperrstrafe wegen Tätlichkeit in leichteren Fällen von 5 auszutragenden Spielen der aufgeführten Mannschaft, längstens jedoch bis einschließlich den 24.09.2021.

Gegen den Verwaltungsentscheid hat der Verein TSV Suhlendorf Einspruch eingelegt. Begründet wird der Einspruch, welcher als Anrufung gewertet wird, damit, dass der Vorfall sich so nicht ereignet hat. Es wird um Reduzierung bzw. Aufhebung der ab dem 21.08.2021 verhängten, bis längstens zum 24.09.2021 dauernden, Spielsperre von 5 auszutragenden Spielen gebeten.

Es wurde ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet, den Beteiligten wurde unter Fristsetzung bis zum 11.09.2021 Gelegenheit gegeben zum Sachverhalt Stellung zu nehmen.

Am 09.09.2021 teilt der TSV Suhlendorf mit, dass das Rechtsmittel mit sofortiger Wirkung zurückgenommen wird. Einer weiteren Entscheidung des Kreissportgerichts bedarf es somit nicht, das Verfahren war daher mit diesem Beschluss einzustellen.

Kosten

Die Verwaltungskosten des vorgenannten Verwaltungsentscheides in Höhe von 30,00 Euro, sowie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 15,00 Euro trägt unter Bezugnahme auf § 11 der Rechts- und Verfahrensordnung der Verein TSV Suhlendorf. Die Gesamtsumme in Höhe von insgesamt 45,00 Euro wird nach Rechtskraft über den NFV eingezogen.

(Texte gekürst)

Einstweilige Verfügung

In der Sportrechtssache

Vorkommnisse beim Meisterschaftsspiel der 4. Kreisklasse Mitte zwischen den Vereinen TSV Bienenbüttel II und Lüneburger SV II vom 15.08.2021

hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 20.08.2021 zur Aufrechterhaltung eines geordneten Rechtswesens oder der sportlichen Disziplin (§ 13 Rechts- und Verfahrensordnung) die nachstehende Einstweilige Verfügung erlassen:

  1. Der Spieler X (Lüneburger SV) wird mit sofortiger Wirkung gemäß § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung bis zu einem Urteil des Kreissportgerichts Heide-Wendland gesperrt.

  2. Der Spielausschuss wird angewiesen die Vorsperre des Spielers X (Lüneburger SV) im Spielbericht-Online-System einzutragen.

  3. Kosten sind nicht entstanden

Am 15.08.2021 fand das Meisterschaftsspiel der 4. Kreisklasse Mitte zwischen den Vereinen TSV Bienenbüttel III und Lüneburger SV II statt. Der Schiedsrichter führt in seinem Sonderbericht aus, dass unmittelbar nach Spielschluss Spieler X mit gestrecktem Bein gegen den Spieler Y sprang. Dieser fiel dabei zu Boden und schrie.

Aufgrund des Sonderberichtes und der geltenden Beweisregel (§ 28 der Rechts- und Verfahrensordnung), der Vorsitzende dieses Sportgerichtsverfahrens hat keine Zweifel an der Aussage des Schiedsrichters, handelt es sich hierbei um eine Tätlichkeit, die eine erhebliche Strafe zur Folge hat.

Nach Eingang der noch notwendigen und angeforderten Stellungnahmen wird das Kreissportgericht Heide-Wendland dann eine endgültige Entscheidung treffen.

Mit Erlass dieser einstweiligen Verfügung wurde unter Bezugnahme auf § 13 der Rechts- und Verfahrensordnung ein geordnetes Rechtswesen aufrechterhalten und die sportliche Disziplin gewahrt.

Rechtsmittelbelehrung:
Gegen diese Einstweilige Verfügung ist innerhalb einer Frist von sieben Tagen nach Zustellung Widerspruch möglich. Über den Widerspruch entscheidet dann das Kreissportgericht Heide-Wendland. Der Widerspruch hat keine aufschiebende Wirkung.

13.08.2021

Beschluss: Einstellung des Verfahrens

In der Sportrechtssache Einspruch des Vereins TSV Hitzacker gegen Ziffer 2.2 Abs. 2 der Ausschreibung vom 28.07.2021 der U7- bis U18-Junioren für das Spieljahr 2021/2022 hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 12.08.2021 folgenden Beschluss erlassen:

  1. Das Sportgerichtsverfahren wird hiermit eingestellt, da der Verein TSV Hitzacker, nachdem der Punkt 2.2 Abs. 2 der U7- bis U18- Junioren durch den Kreisjugendausschuss Heide-Wendland geändert bzw. in Teilen gestrichen wurde, seinen Einspruch zurückgenommen hat.
  2. Dieser Beschluss ist nach § 30 der Rechts- und Verfahrensordnung unanfechtbar.
  3. Verfahrenskosten sind nicht entstanden

I. Tatbestand und Entscheidungsgründe

Der Verein TSV Hitzacker hat beim KJA des NFV Kreis Heide-Wendland, ein Sonderspielrecht für einen U16-Spieler beantragt, diesen in der jüngeren 9er U15-Mannschaft spielen zu lassen, da keine eigene U16-Mannschaft gestellt wird. Der Antrag auf ein Sonderspielrecht ist vom KJA mündlich, unter Hinweis auf Ziffer 2. 2 Abs 2 der Ausschreibung der U7- bis U18-Junioren für das Spieljahr 2021/2022, abgelehnt worden. In seiner E-Mail vom 28.07.2021 erhebt der Jugendleiter der TSV Hitzacker beim Kreisportgericht Einspruch gegen die betr. Ziffer der Ausschreibung. Im schriftlichen Einspruch wird dazu die betr. Ziffer zitiert, ebenso der § 3 Abs. der Jugendordnung (JO). Aus dem E-Mailverkehr zwischen dem NFV und der TSV Hitzacker ergibt sich für die TSV Hitzacker, dass der Antrag nur abgelehnt werden kann, wenn der Jugendspieler die Anforderungen des § 3 Abs. 3 JO nicht erfüllt. Diesen Paragrafen nun durch die Ausschreibung nicht zur Anwendung kommen zu lassen, wird für unrechtmäßig gehalten, daher der Einspruch gegen einen Teil der Ausschreibung.

Der KJA hat nach Einleitung des Sportgerichtverfahrens mit Datum vom 11.08.2021 die Ausschreibung der U7- bis U18- Junioren für das Spieljahr 2021/2022 geändert. Der zweite Satz im zweiten Absatz der Ziffer 2.2 der o. g. Ausschreibung „Der § 3 Abs. 3 der JO kommt im NFV Kreis Heide-Wendland nicht zur Anwendung“ wird gestrichen. Der zweite Absatz der Ziffer 2.2 erhält die Fassung: „Ein Juniorenspieler kann in seiner zutreffenden Altersklasse (siehe Ziffer 2.1) oder in einer älteren Altersklasse eingesetzt werden“.

Bereits mit seiner E-Mail vom 09.08.2021 teilt der Bevollmächtigte des Vereins TSV Hitzacker mit, dass er die Sache mit dem KJA vorher geklärt habe, die Anrufung an das Sportgericht wird daher zurückgezogen.

Einer weiteren Entscheidung des Kreissportgerichts bedarf es somit nicht, das Sportgerichtsverfahren war daher mit diesem Beschluss einzustellen.

II. Kosten

Die Verfahrenskosten können dem antragstellenden Verein auferlegt werden. Da es jedoch keiner größeren Ermittlungen bedurfte, ist darauf verzichtet worden.

Seite zuletzt aktualisiert am: 02.09.2022

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