20.11.2020

Anrufung gegen Verwaltungsentscheid wird nicht stattgegeben

In der Sportrechtssache Anrufung des Vereins TuS Neetze gegen den Verwaltungsentscheid des Kreisspielausschusses Heide-Wendland (Spielumwertung des Spiels der 4. KK Nord zwischen den Vereinen TuS Neetze III und TV Neuhaus II) hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 09.11.2020 im schriftlichen Verfahren folgende Entscheidung getroffen:

  1. Dem Rechtsbehelf der Anrufung gegen den vorgenannten Verwaltungsentscheid des Kreisspielausschusses Heide-Wendland vom 22.10.2020 wird nicht stattgegeben.
  2. Gegen dieses Urteil ist die Berufung nach § 17 der Rechts- und Verfahrensordnung möglich.
  3. Die Kosten des Verfahrens trägt der Verein TuS Neetze.

Sachverhalt

Das oben genannten Meisterschaftsspiel endete 5:1 für den TuS Neetze III. Das Spiel wurde wegen Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers (TuS Neetze III) mit 3 Punkten und 5:0 Toren für den TV Neuhaus II umgewertet und gegen dem TuS Neetze 20 Euro Verwaltungsstrafe /-gebühren verhängt. Gegen diesen Verwaltungsbescheid legte der TuS Neetze Anrufung ein, weil der TuS Neetze II zwei Spiele bestritt, bei dem der Spieler X nicht dabei war und somit spielberechtigt für die Drtitte sei, so die Begründung.

Entscheidungsgründe

Der Spieler X hat sich durch den Einsatz der Meisterschaftsspiele am 06.09.2020 und am 13.09.2020 in der Mannschaft des TuS Neetze II festgespielt. Am 20.09.2020 und am 27.09.2020 war der TuS Neetze spielfrei. Das erste Pflichtspiel an dem der Spieler X nicht für den TuS Neetze II zum Einsatz kam, war am 04.10.2020. Das Pflichtspiel des TuS Neetze II am 11.10.2020 kam nicht zur Austragung, da die gegnerische Mannschaft des TuS Barskamp II kurzfristig nicht antrat. Der Spieler X war somit immer noch festgespielt, auch wenn im DFBnet eine 5:0 Wertung stand.

Ein in der höheren Mannschaft "festgespielter" Spieler wird erst wieder für die nächstniedrige Mannschaft frei, wenn er zwei aufeinander folgende und auch ausgetragene Pflichtspiele der höheren Mannschaft ausgesetzt hat. Das zweite Pflichtspiel gegen den TuS Barskamp II, kam nicht zur Austragung, somit hat der festgespielte Spieler X die Voraussetzung für das Freiwerden in der nächstniedrigen Mannschaft nicht erfüllt. Dabei ist es unerheblich, ob die Mannschaft des TuS Neetze II sich schon getroffen hatte, wie angegeben, oder vielleicht sogar schon auf dem Spielfeld stand. Ähnlich hätte es sich verhalten, wenn das Spiel aufgrund Unbespielbarkeit des Platzes nicht stattgefunden hätte. Entscheidend für eine Austragung ist, dass der Schiedsrichter das Spiel anpfeifen muss, nicht wie vom TuS Neetze angenommen, eine nachträglich vorgenommene Spielwertung entscheidend ist.

Kosten

Die Kosten des Verfahrens trägt der Verein TuS Neetze. Die Gesamtsumme von 50,00 Euro wird nach Rechtskraft vom NFV eingezogen.

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06.11.2020

Erfolgreiche Anrufung des SV Lemgow-Dangenstorf

Kreissportgericht reduziert die Sperrstrafe

  1. Aufgrund des Rechtsbehelfs der Anrufung des Verein SV Lemgow-Dangenstorf gegen den Verwaltungsentscheid des Kreisspielausschusses Heide-Wendland vom 11.10.2020 wird die gegenüber dem Spieler X festgelegte Sperrstrafe von 5 auszutragenden Pflichtspielen um 2 auf 3 Spiele, längstens jedoch bis zum 31.10.2020 verkürzt.
  2. Gegen dieses Urteil ist die Berufung nach § 17 der Rechts- und Verfahrensordnung möglich.
  3. Die Kosten des Verfahrens trägt der NFV. Auf § 11 der Rechts- und Verfahrensordnung wird Bezug genommen.

Sachverhalt:

In dem Spiel der Kreisliga Heide-Wendland zwischen der SV Lemgow-Dangenstorf und dem SV Holdenstedt vom 09.10.2020 wurde in der 77. Minute der Spieler X von der SV Lemgow-Dangenstorf vom Schiedsrichter (SR) auf Dauer des Feldes verwiesen. Nachdem er zuvor an der Mittellinie den Ball verloren hatte, traf er daraufhin den gegnerischen Spieler, ohne dass der Ball in der Nähe war, und traf ihn am Knöchel.

Entscheidungsgründe:

Nach Ansicht des Kreissportgerichtes liegt hier keine Tätlichkeit, wie im Verwaltungsentscheid ausgewiesen vor, der Spieler ist schlicht weg zu spät gekommen ist, um an den Ball zu gelangen. Ihm hierbei eine Absicht zu unterstellen, den Gegenspieler zu treffen, war nicht zu beweisen. In dieser Sache konnte dem Argument, dass es eben keine Tätlichkeit war, dem SV Lemgow-Dangenstorf entsprochen werden.

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06.11.2020

Sperrstrafe für Spieler und Geldstrafe für SC Kirch- Westerweyhe

In der Sportrechtssache
Verhalten des Spielers X (SC Kirch- und Westerweyhe) und Spielabbruch des Meisterschaftsspiels der 3. Kreisklasse West zwischen den Vereinen SV Jelmstorf und SC Kirch- und Westerweyhe II am 20.09.2020
hat das Kreissportgericht Heide-Wendland am 21.10.2020 im schriftlichen Verfahren folgende Entscheidung getroffen:

  1. Der Spieler X (SC Kirch- und Westerweyhe) wird wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber dem Schiedsrichter gemäß § 43 (4) RuVO unter Anrechnung der Vorsperre zu einer Sperrstrafe von insgesamt 6 Pflichtspielen für den gesamten Spielbetrieb gesperrt.
  2. Das Meisterschaftsspiel der 3. Kreisklasse West zwischen den Vereinen SV Jelmstorf und SC Kirch- und Westerweyhe II wird mit 3 Punkten und 5:0 Toren für den SV Jelmstorf gewertet.
  3. Der Verein SC Kirch- und Westerweyhe wird neben der vorgenannten Spielwertung wegen schuldhaftem Herbeiführen eines Spielabbruchs unter Bezugnahme auf § 42 (15) RuVO zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 250,00 Euro verurteilt.

Sachverhalt:

Der Schiedsrichter gibt folgendes zu Protokoll: „Nach dem Zeigen der Roten Karte gegen den Spieler Y entriss mir X in dem Getümmel die Rrote Karte aus meiner Hand.
...
Es kam zu mehreren Rudelbildungen, überwiegend Spieler vom SC Kirch- und Westerweyhe II und wenige Spieler vom SV Jelmstorf. Ich wurde auch in diesem Getümmel von einem Spieler des SC Kirch- und Westerweyhe II weggestoßen. Es kam noch zu mehreren Rudelbildungen, wobei vor allem Spieler vom SC Kirch- und Westerweyhe II Spieler vom SV Jelmstorf beleidigten. Daraufhin brach ich das Spiel ab, denn ein friedliches Weiterspielen war nicht mehr möglich.“

Entscheidungsgründe:

Der Spieler X (SC Kirch- und Westerweyhe II) wurde zu Recht vom SR auf Dauer des Feldes verwiesen. Eine Tätlichkeit gegen den SR, deren bloßer Versuch ja auch schon eine lange Sperre zur Folge gehabt hätte, ließ sich jedoch nicht nachweisen. Dem SR die Karte aus der Hand zu nehmen war aber auf jeden Fall eine Unsportlichkeit, es war ein Angriff auf den Respekt des Schiedsrichters.
...
Da der Schiedsrichter aufgrund der unübersichtlichen Rudelbildung, der Tumulte, der fortwährenden Beleidigungen und Provokationen und dass er gestoßen wurde, keine Möglichkeit für eine geordnete, kontrollierte Spielfortsetzung sah, war keine reguläre Fortführung des Spiels möglich, dass Spiel wurde daher zu Recht in der 62. Minute beim Stand von 3:1 für den SV Jelmstorf abgebrochen.
Das Sportgericht kommt bei der Beurteilung der Sachlage zu der Überzeugung, dass lediglich die Mannschaft des SC Kirch- und Westerweyhe II durch ihr Verhalten dazu beigetragen hat, dass das Spiel abgebrochen werden musste. Der Mannschaft des SV Jelmstorf konnte diesbezüglich kein Vorwurf gemacht werden, zumal der SR angab, dass die Spieler eher noch beruhigend eingewirkt haben.

Kosten:

Folgende Beiträge sind somit zu zahlen:
Anteilige Verfahrenskosten für den Spieler X unter Vereinshaftung des SC Kirch- und Westerweyhe = 15,00 Euro.
Anteilige Verfahrenskosten und Geldstrafe für den Verein SC Kirch und Westerweyhe = 265,00 Euro.
Die Gesamtsumme von 280,00 Euro wird nach Rechtskraft vom NFV eingezogen.

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27.10.2020

Geldstrafen für Spieler, Trainer und Verein wegen spielen unter falschem Namen

In dem Sportgerichtsverfahren gegen den VfL Breese/Langendorf, verantwortlichen Trainer X, Spieler Y hinsichtlich Spiel unter falschem Namen u. a. im Freundschaftsspiel SSV Gusborn - VFL Breese Langendorf III am 21.08.2020 durch MTV Dannenberg hat das Kreissportgericht Heide Wendland im schriftlichen Verfahren am 20.09.2020 folgende Entscheidung getroffen:

  1. Der Verein VfL Breese/Langendorf wird zu einer Geldstrafe von 150 € verurteilt.
  2. Der Trainer X des VfL Breese/Langendorf wird zu einer Geldstrafe von 350 € unter Vereinshaftung des VfL Breese/Langendorf verurteilt.
  3. Der Spieler Y wird für 3 Monate bis zum 20.12.2020 einschließlich, höchstens jedoch 13 Pflichtspiele gesperrt.
  4. Die Kosten des Verfahrens hat je zu 1/3 der VfL Breese/Langendorf, der Trainer X und der Spieler Y jeweils unter Vereinshaftung des VfL Breese/Langendorf zu tragen.

Sachverhalt

Es ist unstreitig, dass der VfL Breese/Langendorf am 21.08.2020 im Freundschaftsspiel gegen den SSV Gusborn den Spieler Y unter einer falschen Spielerlaubnis eines anderen Spielers eingesetzt hat, obwohl dieser nicht für den VfL Breese/Langendorf, sondern für den MTV Dannenberg spielberechtigt war. Dies geschah auf Veranlassung des Trainers X.

Entscheidungsgründe

  • Der Verein ist aufgrund des Verhaltens seines Trainers nach §42 Abs. 9 RuVO zu bestrafen, weil der Verein den Spieler unter Verwendung der Spielerlaubnis oder Spielberechtigung eines anderen Spielers eingesetzt hat. Er hat sich das Verhalten seines Trainers als seines Erfüllungsgehilfen zurechnen zu lassen. Diese Vorschrift sieht für den Verein einen Strafrahmen von 100-500 € vor. Da dies nur in einem Freundschaftsspiel geschehen ist, was strafmildernd wirkt, hält das Kreissportgericht hier eine Geldstrafe von 150 € für angemessen.
  • Der Trainer war wegen unsportlichen Verhaltens gemäß § 45 Abs.II der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) zu einer Geldstrafe von 100 € zu verurteilen.
    Dem Trainer waren alle Umstände bekannt, insbesondere, dass der Spieler für den VfL Breese/Langendorf keine Spielerlaubnis hatte. Er hat somit vorsätzlich gehandelt. Als Strafrahmen steht hier Geldstrafe von bis zu 150 € zur Verfügung. Angemessen ist hier eine Geldstrafe von 50 €, da der Trainer sein unsportliches Verhalten eingesehen hat und es sich nur um ein Freundschaftsspiel handelte.
  • Der Spieler Y war nach § 43 Abs. 12 RuVO wegen der Teilnahme am Spielbetrieb unter Verwendung der Spielerlaubnis oder Spielberechtigung eines anderen Spielers zu bestrafen. Es ist davon auszugehen, dass der Spieler wusste, dass er keine Spielerlaubnis hatte, denn sein Dannenberger Trainer hat ihn in dem Chat gerade darauf hingewiesen, dass er bei Wechsel länger gesperrt ist. Er hat somit nicht nur vorsätzlich, sondern sogar absichtlich gehandelt, was strafschärfend zu berücksichtigen ist. Strafmildernd ist auch hier zu berücksichtigen, dass es sich um ein Freundschaftsspiel handelte und dass Y offensichtlich als „Ersttäter“ anzusehen ist. Zu berücksichtigen ist aber auch, dass er zurzeit durch den Wechsel nach Breese/Langendorf bereits gesperrt sein dürfte. Als Strafrahmen sieht § 43 Abs. 12 RuVO eine Sperre von1-6 Monaten und eine Geldstrafe von bis zu 500 € vor. Das Kreissportgericht hält deshalb eine Strafe von 3 Monaten kurz unter der Mittelstrafe von 3,5 Monaten für gerechtfertigt.
  • Die Kosten des Verfahrens haben der Spieler, der Trainer (jeweils unter Vereinshaftung des VfL Breese/Langendorf gem. § 11 Abs. 4 Rechts- und Verfahrensordnung) und der VfL Breese/Langendorf jeweils zu 1/3 zu tragen, da sie in der Sache voll unterlegen sind.

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26.10.2020

U16-Spieler zu 3 Monaten Sperre verurteilt

In dem Sportgerichtsverfahren gegen den Spieler X (JSG Wustrow/Lüchow) hinsichtlich des Spiels der B-Junioren 1. Kreisklasse (B-Junioren) vom 19.09.2020 zwischen den Vereinen U16 JSG Wustrow/Lüchow und U16 JSG Kirch-/W'weyhe/Ebstorf II hat das Kreissportgericht Heide Wendland im schriftlichen Verfahren am 13.10.2020 folgende Entscheidung getroffen:

  1. Der Spieler X wird für 3 Monate bis zum 19.12.2020 einschließlich, höchstens jedoch 13 Pflichtspiele gesperrt.
  2. Die Sperre vom 06.11.-19.12.2020 wird zur Bewährung ausgesetzt, wenn der Spieler erfolgreich an dem Schiedsrichteranwärterlehrgang vom 24.10.-4.11. 2020 in Bardowick teilnimmt und dies dem Kreissportgericht bis zum 6.11.2020 nachweist. Die Bewährungszeit wird bis zum 30.06.2021 einschließlich festgesetzt. 1*)
  3. Die Kosten des Verfahrens hat die JSG Wustrow/Lüchow zu tragen.

 Sachverhalt:

...ging der Spieler X auf Höhe des gegnerischen Strafraums mit gestrecktem Bein in den Zweikampf, wo er seinen Gegenspieler verletzte, so dass dieser nicht weiter spielen konnte und ein Krankenwagen gerufen werden musste. Nach dem Foulspiel machte der Spieler X sich über seinen verletzten Gegenspieler lustig in dem er mit der rechten Hand auf seinen Oberschenkel klopfte und Lachgeräusche von sich gab. Beim Verlassen des Spielfeldes drehte sich der Spieler X sich um und rief aus ca. 20 Meter Entfernung „Ich hoffe, dein Bein ist gebrochen“.

Entscheidungsgründe:

Demnach hat der Spieler X seinen Gegenspieler zwar mit gestrecktem Bein im Zweikampf gefoult. Jedoch hat weder der Schiedsrichter noch der gegnerische Trainer darin ein „rotwürdiges Foul“ gesehen, so dass allein wegen des Foulspiels eine Verurteilung mit Sperre wohl nicht angezeigt ist.

Allerdings hat der Spieler X dann gegenüber seinem verletzten Gegenspieler geäußert: „Ich hoffe, dass du dir das Bein gebrochen hast“ und hat Lachgeräusche nachgeäfft und sich mit der Hand auf den Oberschenkel geklopft, um anzudeuten, wie lustig er das alles findet, dass sich ein Gegenspieler durch sein Foul am Boden vor Schmerzen krümmt.

Diese Äußerung in Verbindung mit den Gesten und den Lachgeräuschen stellen ein menschenverachtendes Verhalten dar, das gemäß § 43 Abs.13 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) mit einem Strafmaß von bis zu einem Jahr Sperre belegt werden kann.

Aus all den Gesichtspunkten hält das Kreissportgericht hier eine Sperre von 3 Monaten bis zum 19.12.2020, auch unter Berücksichtigung der Herbstferien, für angemessen.

Aus der Tatsache heraus, dass der Spieler X sich mündlich und schriftlich bei seinem Gegenspieler entschuldigt hat, sein Verhalten offenbar völlig überdacht hat und es heute für falsch hält, will das Kreissportgericht ihm die Chance geben, die Sperre dadurch bis zum 05.11.2020 zu verkürzen, dass er erfolgreich an dem Schiedsrichteranwärterlehrgang vom 24.10.-4.11. 2020 in Bardowick teilnimmt. Würde er daran teilnehmen und besteht er den Lehrgang, würde die Strafe vom 6.11.-19.12.2020 zur Bewährung ausgesetzt. Das heißt, er muss diesen Zeitraum der Strafe nur verbüßen, wenn er innerhalb der Bewährungszeit, die bis zum 30.06.2021 festgesetzt wird, wiederum auffällig werden würde und das Sportgericht deshalb die Bewährung widerrufen würde.  1*)

1*) Der Schiedsrichterobmann meldet am 26.10., dass der Spieler X den Schiedsrichter-Lehrgang in Bardowick am 24.10.2020   n i c h t   besucht hat.

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26.10.2020

Erfolgreiche Anrufung des MTV Dannenberg gegen Verwaltungsentscheid

Gegen den Verwaltungsentscheid mit einer Sperrstrafe von vier Pflichtspielen hat der MTV Dannenberg erfolgreich Wiederspruch eingelegt.

Das Kreissportgericht hat im schriftlichen Verfahren die Strafe halbiert.

  1. Die Sperrstrafe gegen Spieler X (MTV Dannenberg) wird um zwei Pflichtspiele auf zwei Pflichtspiele und längstens bis zum 12.10.2020 reduziert.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der NFV zu tragen.

Nach Auffassung des Kreissportgerichts liegt der Tatbestand des rohen Spiels hier nicht vor, da der Gegenspieler laut Schiedsrichterbericht durch eine Grätsche von der Seite zu Fall gebracht wurde. Ein absichtliches umgrätschen, ohne die Möglichkeit zu haben, an den Ball zu kommen, kann aus dem Schiedsrichterbericht nicht herausgelesen werden. Demnach handelte es sich um eine klassische „Notbremse“, die natürlich mit einem Platzverweis zu bestrafen ist. Von rohem Spiel kann aber nicht mehr gesprochen werden. Bei einer Notbremse ohne dass der Gegenspieler verletzt oder sonst wie beeinträchtigt wird, ist üblicherweise eine Sperre von zwei Wochen ausreichend, wenn der betroffene Spieler keine Vorsperren hat, wie dies hier der Fall ist.

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24.10.2020

Zuschauer erweist dem SV Natendorf einen Bärendienst

In dem Sportgerichtsverfahren gegen den SV Natendorf und einen unbekannten Zuschauer, hinsichtlich Schiedsrichterbeleidigung im Spiel der 2. Kreisklasse Staffel Süd, am 20.09.2020 MTV Römstedt II – SV Natendorf hat das Kreissportgericht Heide-Wendland im schriftlichen Verfahren am 11.10.2020 folgende Entscheidung getroffen:

  1. Der Verein SV Natendorf wird zu einer Geldstrafe von 250 € verurteilt.
  2. Das Verfahren gegen den unbekannten Zuschauer wird eingestellt.
  3. Die Kosten des Verfahrens hat der SV Natendorf zu tragen.

Sachverhalt

Ein Zuschauer, der eindeutig der Anhängerschaft des SV Natendorf zugeordnet werden konnte, war mit der Schiedsrichterentscheidung anscheinend nicht zufrieden und äußerte sich anschließend diskriminierend: „Man sollte nicht pfeifen, wenn man BLIND ist!“. Diese Aussage wertete der Schiedsrichter als Beleidigung und Diskriminierung und verwies den Zuschauer des Sportgeländes. Besonders negativ viel in diesem Zusammenhang der Trainer des SV Natendorf auf, da er, obwohl er eindeutig die Äußerung des Zuschauers gehört hatte (maximal 5m Abstand), vehement bestritt, dass es eine Beleidigung gegeben habe.“

Entscheidungsgründe

  1. Da der SV Natendorf den Namen des Zuschauers nicht mitgeteilt hat, konnte das Kreissportgericht nicht ermitteln, ob der Zuschauer auch Mitglied im NFV bzw. SV Natendorf war. Ebenso konnte die Identität nicht ermittelt werden. Das Verfahren gegen den Zuschauer war daher einzustellen.

  2. Auch wenn der Zuschauer mit Namen nicht zu ermitteln war, steht für das Sportgericht jedoch aufgrund der Aussagen des Schiedsrichters und des Vorstandsmitglied des SV Natendorf fest, dass es sich um einen Anhänger des SV Natendorf handelte.
    Nach § 42 Abs. 32 der Rechts-und Verfahrensordnung (RuVO) ist ein Verein bei sportwidrigem Verhalten von Anhängern zu bestrafen. Dabei kommt es nicht darauf an, dass die Anhänger Vereinsmitglieder sind oder aktive Fußballer.
    Weiter war strafschärfend zu berücksichtigen, dass der SV Natendorf den Namen und die Identität des Zuschauers nicht preisgegeben hat, so dass eine objektive Kontrolle des Kreissportgerichts bezüglich Identität, Vereinszugehörigkeit und Verbandszugehörigkeit des Zuschauers nicht möglich war. Daher war die Geldstrafe von 250 € gerechtfertigt.

Vollständiges Urteil im Detail>>

 

 

 

Seite zuletzt aktualisiert am: 20.11.2020

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