17.04.2020

Auch Zuschauer, die Vereinsmitglieder sind, unterliegen den NFV-Satzungen

Die Berufung gegen das Kreissportgerichtsurteil vom 11.02.2020 hat das Bezirkssportgericht mit Urteil vom 15.04.2020 nicht stattgegeben.

Aufgrund der Corona-Situation wurde der geplante mündliche Verhandlungstermin am 17. März aufgehoben und nun das Berufungsverfahren am 15. April durch eine Entscheidung im schriftlichen Verfahren getroffen.

Tatbetand:

Bei dem am 04.01.2020 ausgetragenen AZ-Presse-Cup in der Uelzener Sporthalle kam es zu einem tätlichen Angriff eines Zuschauers, der auch Spieler der 1. Herrenmannschaft des SV Holdenstedt ist. Nach dem Spiel MTV Römstedt - SV Holdenstedt 2:1, ging der besagte Zuschauer auf den Schiedsrichter zu und drückte ihn mit der flachen Hand ins Gesicht. Dabei drückte er ihm einen seiner Finger in das linke Auge und stieß den Kopf nach hinten in den Nacken. Der Zuschauer gab dabei die Äußerung (Zitat): „So etwas schlechtes wie dich habe ich noch nie gesehen!“ von sich. Von Ordnungskräften wurde der Spieler X anschließend der Halle verwiesen.

Urteil vom Kreissportgericht:

  • Sperrstrafe von 6 Monaten, beginnend am 04.01.2020 und endend am 04.07.2020. Da ein Teil der Sperrstrafe in der Winterpause liegt, wird zusätzlich zur Erreichung des Sühnezwecks gegen ihn eine Geldstrafe in Höhe von 140,00 Euro ausgesprochen.

SV Holdenstedt legte dagegen beim Bezirkssportgericht Berufung mit folgender Begründung ein:

Das Urteil des Kreissportgerichts Heide-Wendland ersatzlos aufzuheben, da die getroffene Auslegung des § 35 Abs. 7 RuVO-NFV den Rahmen der Vereinsautonomie überschreitet, die Revision zuzulassen, da das Vergehen gegen mittelbare Verbandsmitglieder, die als klar zu erkennde Privatperson (Zuschauer) unterwegs sind, ein Fall von grundsätzlicher Bedeutung darstellt. (Details siehe Anhang)

Urteil des Bezirkssportgericht:

  • Der Berufung des Vereins SV Holdenstedt wird nicht stattgegeben
  • Somit bleibt die mit vorgenanntem Urteil gegenüber dem Zuschauer/Spieler verhängte Sperrstrafe von 6 Monaten, die am 04.07.2020 endet, im vollem Umfange bestehen.
  • Die Gebühr für die Berufung und die Kosten des Bezirkssportgerichts Lüneburg für dieses Berufungsverfahren trägt der Verein SV Holdenstedt.
  • Gegen dieses Urteil wird der Rechtsbehelf der REVISION  n i c h t zugelassen.

Begründung:

Gemäß der Satzung des Niedersächsischen Fußballverbandes Abschnitt II. Mitgliedschaft § 9 Ziffer 2 heißt es:
"Natürliche Personen werden nur durch die Zugehörigkeit zu einem Verein, der Mitglied im NFV ist, mittelbare Mitglieder des Verbandes."
Daher ist der Zuschauer/Spieler ein mittelbares Mitglied des Verbandes und unterliegt daher auch der Satzung und den Ordnungen des Niedersächsischen Fußballverbandes.

Weiter heißt es in der Satzung des Vereins SV Holdenstedt § 4:
"Der Verein ist Mitglied des Landessportbundes Niedersachsen e.V. mit seinen Gliederungen sowie den Fachverbänden."
Somit ist eine satzungsmäßige Verbindung zwischen dem Verein SV Holdenstedt und dem Niedersächsischen Fußballverband gegeben.

Da es sich bei dem Zuschauer um einen Spieler der 1. Herrenmannschaft seines Vereins, dem SV Holdenstedt, handelt, dürfte ihm auch die zu verhängenden Strafen bei allen Formen unsportlichem Verhaltens oder Verstößen gegen die Verbandssatzung und Ordnungen nicht unbekannt sein.
Aus § 35 Ziffer 7 der Rechts- und Verfahrensordnung ergibt sich:
"Strafen können auch dann gegen Vereinsmitglieder verhängt werden, wenn sie an Spielen nicht aktiv beteiligt sind, sofern sie schuldhaft gegen die Verbandssatzung und Ordnungen verstoßen."

Auch wenn der Zuschauer/Spieler nicht für den betroffenen Wettbewerb von seinem Verein gemeldet wurde und er mit seiner privat erworbenen Eintrittskarte dem vorgenannten Hallenturnier beiwohnte, unterliegt er trotzdem als mittelbares Mitglied des NFV auch den Satzungen und Ordnungen des NFV.

Somit hat der Verein SV Holdenstedt folgende Beträge zu zahlen:
1. Geldstrafe laut Urteil Kreissportgericht Heide-Wendland            140,00 EUR
2. Kosten des Kreissportgerichts Heide-Wendland gemäß Urteil     79,20 EUR
4. Gebühr gemäß § 10 der RuVo für das Berufungsverfahren         65,00 EUR
5. Kosten des Berufungsverfahrens, wie vorstehend aufgeführt     30,00 EUR
                                                                                       GESAMT: 314,20 EUR

Detailliertes Kreissportgerichtsurteil>>

Detailliertes Bezirkssportgerichtsurteil>>

08.03.2020

Faustschlag beim Spaßtunier zieht 6 Monate Sperre nach sich

Vorkommnisse beim Hallenturnier "Budenzauber", ausgerichtet durch den Verein SV Eintracht Lüneburg am 28.12.2019 und Lüneburg Feldverweis des Spielers Thomas Tapper * (MTV Treubund Lüneburg) beim 8. LVM Hallenmastes am 19.01.2020, ausgerichtet durch den Verein Vastorfer SK hat das Bezirkssportgericht Lüneburg am 18. Februar 2020 im mündlichen Verfahren in 21335 Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

  1. Der Spieler MIKE MEYER * (VfL Maschen) wird wegen Tätlichkeiten beim Hallenturnier "Budenzauber", beginnend mit der Vorsperre ab dem 29. Dezember 2019 bis einschließlich Montag, den 29. Juni 2020 für sämtliche Pflicht- und Freundschaftsspiele einschließlich Feld- und Hallenturniere, also für den gesamten Spielbetrieb, gesperrt. Einen Teil der gegenüber dem Spieler MIKE MEYER verhängte Sperrstrafe, und zwar der Teil ab dem 29. April 2020 wird zur Bewährung ausgesetzt. 
    Neben einer persönlichen Entschuldigung gegenüber den Treubund-Spieleren, welche während der mündlichen Verhandlung bereits erfolgte, muß MIKE MEYER drei Spiele der D-, E- oder F-Juniorenmannschaften des Vereins VfL Maschen bzw. einer eventuellen Spielgemeinschaft, an der der Verein VfL Maschen beteiligt ist, als Schiedsrichter leiten.
  2. Der Spieler MANFRED MENZEL * (VfL Maschen) wird wegen unsportliches Verhalten beim Hallenturnier "Budenzauber" für eine Woche, und zwar für den Zeitraum ab dem heutigen Verhandlungstag, bis einschließlich 25. Februar 2020 für sämtliche Pflicht-, Freundschaftsspiele einschließlich Hallenturniere gesperrt.
  3. Der Spieler TOBIAS THIEL * (MTV Treubund Lüneburg) wird wegen unsportlichem Verhalten beim Hallenturnier "Budenzauber" eine Woche, und zwar für den Zeitraum ab dem heutigen Verhandlungstag, bis einschließlich 25. Februar 2020 für sämtliche Pflicht- und Freundschaftsspiele einschließlich Hallenturniere gesperrt.
  4. Der Spieler THOMAS TAPPER * (MTV Treubund Lüneburg) wird wegen unsportlichem Verhalten beim Hallenturnier "Budenzauber" und beim 8. LVM Hallenmasters des Vastorfer SK am 19.01.2020 zu einer Gesamtsperrstrafe von zwei Wochen und zwar für den Zeitraum ab dem heutigen Verhandlungstag, bis einschließlich 03. März 2020 für sämtliche Pflicht- Freundschaftsspiele einschließlich Hallenturniere verurteilt.
  5. Die Kosten dieses Sportgerichtsverfahrens trägt der Verein VfL Maschen mit einem Anteil von 9/10 und der Verein MTV Treubund Lüneburg mit einem Anteil von 1/10.

Entscheidungsgründe:

Der Spieler Mike Meyer (VfL Maschen), ist bei dem Hallenturnier "Budenzauber" tätlich geworden, indem er zunächst dem Gegenspieler Torben Tomberg den Ball ins Gesicht warf. Aufgrund dieser Tätlichkeit zeigte der Schiedsrichter Siegfried Schulz den Spieler Mike Meyer die Rote Karte. Nach Spielende begab sich der Spieler Mike Meyer auf das Spielfeld und hat bei der undurchsichtigen Szene zwischen Spielern beider Mannschaften (Rangeleien, Schubser, versuchtes Trennen der beiden Mannschaften durch Spieler/Betreuer beider Mannschaften) den gegnerischen Spieler Tobias Thiel (MTV Treubund Lüneburg) mindestens einmal gezielt mit der Faust geschlagen hat.

Der Spieler Manfred Menzel (VfL Maschen) hat mit dem Spielball, den er in seinen Händen trug, zwei Mal einen Wurf des Balles in das Gesicht des Gegenspielers Tobias Thiel angedeutet, jedoch nicht ausgeübt. Mit dieser Provokation hat der Spieler Manfred Menzel (VfL Maschen), nachdem er aufgrund der von ihm angedeuteten Ballwerfens vom Spieler Thomas Tapper (MTV Treubund Lüneburg) mit beiden Händen weggeschubst wurde, eine "Rudelbildung" ausgelöst.

Der Spieler Tobias Thiel (MTV Treubund Lüneburg), hat sich eines unsportlichen Vergehens strafbar gemacht, indem er direkt nach Spielende in Höhe der Mittellinie mit gestikulierenden Arm- und Handbewegungen eine "Rudelbildung" zwischen Spielern des VfL Maschen und des MTV Treubund Lüneburg auslöste. Die Einlassung des Spielers Tobias Thiel, dass er lediglich den Spielball vom Gegenspieler Manfred Menzel gefordert habe, um einen Einkick vorzunehmen und dass der Schiedsrichter Siegfried Schulz dieses "Ballfordern" als gestikulierenden Arm- und Handbewegungen gedeutet habe, lässt sich nicht widerlegen. Jedoch konnte der Spieler Tobias Thiel auch nicht ausschließen, dass seine gestikulierenden Arm- und Handbewegungen auf die Spieler des VfL Maschen auch provoziert gewirkt haben könnten.

Der Spieler Thomas Tapper (MTV Treubund Lüneburg) war jeweils für fahrlässig begangene Unsportlichkeit beim Hallentunier "Budenzauber" (Wegschubsen des gegnerischen Spielers Manfred Menzel) und beim Hallenmasters des Vastorfer SK (wollte zu dem Spieler Völkner gelangen und musste wegen seines aggressiven Auftretens von mehreren Mitspielern und Zuschauer festgehalten werden) zu einer Gesamtsperrstrafe von zwei Wochen zu verurteilen.

* Aufgrund der Vielzahl beteiligter Personen wurden alle Namen geändert und fiktiv vergeben.

Detailurteil des Bezirkssportgerichts>>

04.03.2020

Teure Spielabsage für den SV Karze

Gegen die Spielabsage des SV Karze per E-Mail im November 2019 hat der Kreisspielausschuss ein Verwaltungsentscheid in Höhe von 10 Euro und einer Strafe von 25 Euro sowie 3 Punkten Abzug wegen missbräuchlichen Spielabsage durch den SV Karze erhoben.

Gegen diesen VE hat der SV Karze eine gebührenfreie Anrufung beim Kreissportgericht eingereicht. Diese Anrufung hat das Kreissportgericht im Januar nicht stattgegeben. Somit bleibt der im Verwaltungsentscheid ausgesprochenen Abzug von 3 Punkten und zu zahlende Gelbegtrag von 35 Euro bestehen, sowie 30 Euro Sportgerichtsverfahrenskosten.

Gegen das Urteil des Kreissportgerichts hat der SV Karze beim Bezirkssportgericht fristgerecht Berufung eingelegt. Diese wurde im Februar mit folgender Begründung nicht stattgegeben:

…, dass die E-Mail des Verantwortlichen des Vereins SV Karze an den Staffelleiter, auf keinen Fall den Anforderungen der Ausschreibung des NFV Kreises Heide-Wendland angegebenen Protokolls erfüllt, denn dort heißt es unmissverständlich:
„Bei vereinseigenen oder diesen gleichgestellten Plätzen ist das Protokoll von einer neutralen Verbandsperson anzufertigen. Bei der E-Mail kann es sich lediglich um eine Benachrichtigung handeln. "Der Platz ist witterungsbedingt nicht benutzbar", erfüllt auf keinen Fall die Anforderung eines Protokolls gemäß der Ausschreibung. Die Ausführung des Vereins SV Karze, dass es unmöglich sei, das gemäß der Ausschreibung geforderte Protokoll anzufertigen, ist für das Bezirkssportgericht Lüneburg nicht nachvollziehbar.

Es bleibt also beim 3 Punkteabzug und zusätzlichen 65 Euro Gebühren und 100,50 Euro Kosten für das Berufungsverfahren. In Summe muss der SV Karze nun 230,50 Euro an Strafen, Gebühren und Kosten zahlen. Eine Revision ist nicht zugelassen.

Eine Zusammenfassung der beiden Urteile>>

Das Kreissportgerichtsurteil im Detail>>

Das Bezirkssportgericht im Detail>>

31.01.2020

Verbandsausschluss des Spielers X auf Dauer

Dem Antrag des Kreissportgericht vom 10.12.2019 den Spieler X des VfL Lüneburg, wegen Angriff mit dem Schlagstock  auf einen Gegenspieler nach Spielende ausgeübt zu haben, auf Dauer zu sperren, wurde stattgegeben.

Hier das erwähnte Kreissportgerichtsurteil>>

 

 

30.01.2020

Spielen ohne Spielerlaubnis kommt dem TSV Hitzacker teuer zu stehen

Verein, Trainer und Spieler des TSV Hitzacker werden wegen Spielen ohne Spielerlaubnis bestraft

Gegen das Punktspiel der 3. Kreisklasse TuS Lübbow - TSV Hitzacker II vom 24.11.2019, welches 4:1 für den TSV Hitzacker ausging, hat der TuS Lübbow Protest eingelegt.

Das Kreissportgericht Heide-Wendland hat ein Verfahren eröffnet und am 20.01.2020 folgende Entscheidung getroffen:

  1. Das Spiel wird mit 5:0 Toren und 3 Punkten zu Gunsten des TuS Lübbow gewertet.
  2. Der Trainer des TSV Hitzacker wird zu 100 Euro Geldstrafe verurteilt.
  3. Die beiden Spieler des TSV Hitzacker werden für zwei Monate bis zum 22.03.2020, höchstens jedoch neun Pflichtspiele gesperrt. Zusätzlich zu je einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt.
  4. Der Verein TSV Hitzacker wird zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt.
  5. Die Kosten des Verfahrens haben die beiden Spieler, der Trainer und der TSV Hitzacker jeweils zu 1/4 zu tragen. Jeweils unter Vereinshaftung des TSV Hitzacker.

Sachverhalt:
Der TSV Hitzacker II hat zwei Spieler eingesetzt, obwohl diese durch Einsätze in der 1. Herren nicht für die 2. Herren spielen durften. Einem Betreuer des TuS Lübbow ist aufgefallen, dass der im Spielbericht eingetragene Spieler nicht der ist, der auf dem Platz steht. Des weiteren fiel dem TuS Lübbow ein weiterer Spieler auf, der nicht im Spielberichtsbogen eingetragen wurde.

Urteilsbegründung:
1. Unstrittig ist, dass der TSV Hitzacker zwei Spieler ohne Spielerlaubnis eingesetzt hat. Damit ist zwingend das Spiel zu Gunsten des TuS Lübbow zu werten.
2. Der Trainer des TSV Hitzacker war wegen unsportlichen Verhaltens zu einer Geldstrafe von 100 € zu verurteilen. Seine Behauptung er dachte 2 Kalenderwochen und nicht 2 Pflichtspieltage, sei eine Schutzbehauptung. Beide Fristen wären im hier vorliegenden Fall gleich lang gewesen. Daher steht für das Kreissportgericht fest, dass der Trainer genau wusste, dass die beiden Spieler nicht spielberechtigt waren.
3. Der Verein ist aufgrund des Verhaltens seines Trainers zu bestrafen, weil der Verein zwei Spieler unter Verwendung von Spielerlaubnis oder Spielberechtigung eines anderen Spielers eingesetzt hat. Er hat sich das Verhalten seines Trainers als seines Erfüllungsgehilfen zurechnen zu lassen.
4. Die beiden Spieler waren wegen der Teilnahme am Spielbetrieb unter Verwendung der Spielerlaubnis oder Spielberechtigung eines anderen Spielers zu bestrafen. Es ist davon auszugehen, dass beide Spieler wussten, dass sie nach zwei Spielen in der 1.Herren erst nach mindestens weiteren 2 Wochen Pause in der 2. Herren eingesetzt werden konnten.

Detailurteil>>

30.01.2020

Antrag gegen Verwaltungsstrafe einer Spielverlegung zurückgewiesen

Im Sportgerichtsverfahren betreffend den Antrag des SV Holdenstedt auf Einleitung eines Verfahrens gegen den Verwaltungsentscheid betr. das Spiel der C-Junioren Kreisliga (C-Junioren) vom 28.09.2019 zwischen den Vereinen U14 SV Holdenstedt und U14 JSG Wipperau (Oe) Verfahren 08/19/20 hat das Kreissportgericht Heide-Wendland im schriftlichen Verfahren am 20.01.2020 folgende Entscheidung getroffen:

  1. Der Antrag wird zurückgewiesen.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der SV Holdenstedt zu tragen.

Der SV Holdenstedt wendet sich gegen den Verwaltungsentscheid gegen die Festsetzung von 15 € Verwaltungsgebühr wegen einer Spielverlegung. Der SV Holdenstedt hat am 01.09.2019 beantragt das besagte Spiel vom 28.09.19 auf den 24.09.19 zu verlegen.

Den Tatbestand einer gebührenfreien Spielverlegung war hier gegeben. Welche Kosten hierfür zu erheben sind, ergibt sich nicht aus der Ausschreibung, sondern aus der Jugendordnung. Dort ist in § 24 Abs. 4 geregelt, dass für Spielverlegungen Verwaltungskosten zwischen 5,-- € und 50,-- € genommen werden können. Da sich der festgesetzte Betrag von 15 € im unteren Drittel der Spanne bewegt, erscheint er nicht unangemessen.

Detailurteil>>

25.01.2020

SV Ilmenau scheitet beim obersten Verbandssportgericht des NFV und muss 1.575 Euro Verwaltungsstrafe plus 414 Euro Gerichtskosten zahlen

Wegen fehlender Schiedsrichter der Spielsaison 2018/19 hat der Kreisspielausschuss Heide-Wendland gegen den SV Ilmenau eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 1.575,00 Euro festgesetzt.

Der SV Ilmenau hat 13 Mannschaften (Herren bis D-Junioren) in der Saison 2018/19 im Einsatz gehabt, aber nur sechs anerkannte aktive Schiedsrichter.

Gegen diesen Verwaltungsbescheid hat der SV Ilmenau einen Antrag auf Aufhebung des Verwaltungsbescheides beim Kreissportgericht gestellt.

Das Kreissportgericht hat am 31. August im schriftlichen Verfahren diesen Antrag als unbegründet zurückgewiesen.

Begründung:

Für jede zum Spielbetrieb gemeldete Mannschaft, deren Spielklasse mit neutralen Schiedsrichtern besetzt wird, ist nach § 11 (2) SpO ein anerkannter Schiedsrichter zu stellen (Stichtag: 01.07.). Für Mannschaften in Spielgemeinschaften (SG) bzw. Jugendspielgemeinschaften (JSG) hat der für die Meldung verantwortlich zeichnende Verein (erstgenannter Verein) je einen anerkannten SR zu stellen.

Aus diesem Grund ist bei einem erstmaligen Verstoß je SR-Fehl ein Betrag von 225,00 Euro angesetzt worden. Der Strafrahmen befindet sich im Rahmen des Möglichen. Sechs Schiedsrichter hat der SV Ilmenau gestellt, es bleibt ein SR-Fehl von sieben. Zusammengerechnet ergibt das einen Betrag von 1.575,00 Euro. Die Höhe der Verwaltungsstrafe richtet sich nach der höchstspielenden Mannschaft des SV Ilmenau, also Bezirksliga.

Der Einwand mit der ausführlichen Begründung des SV Ilmenau, dass die Zuordnung der SR-Fehl zum federführenden Verein einer Spielgemeinschaft eine Ungleichbehandlung des federführenden Vereins mit anderen darstellt, dem kann das Sportgericht nicht folgen. Aus der Jugendordnung, § 11, ergibt sich eindeutig dass der federführende Verein in der Verantwortung steht. Dazu gehört wie in diesem Fall vorliegend auch, dass eben der federführende Verein den entsprechenden Schiedsrichter zu stellen hat. Der SV Ilmenau kann sich hier nicht aus der Verantwortung nehmen, zumal man vor der Gründung einer SG oder JSG intern die Regularien hätte regeln müssen, wer erstgenannter und somit federführender Verein ist.

Weiter Detailbegründungen im ausführlichen Urteil>>

Insofern konnte die Anrufung des SV Ilmenau letztendlich nicht zum Erfolg führen und war daher kostenpflichtig zurückzuweisen.

Zusammenfassung:

  • 24.07.2019 SV Ilmenau erhält Verwaltungsbescheid über 1.575 Euro Verwaltungsstrafe wegen fehlender Schiedsrichter
  • 31.07.2019 Anrufung beim Sportgericht gegen Verwaltungsbescheid
  • 02.09.2019 Antrag wird vom Kreissportgericht unbegründet zurück gewiesen
    Der SV Ilmenau hat sechs anerkannte Schiedsrichter und 13 Mannschaften im Spielbetrieb. Dazu zählen auch die Jugendspielgemeinschaften, bei denen der SV Ilmenau als federführender (erstgenannter) Verein geführt wird. Pro fehlender Schiedsrichter ist rückwirkend gemäß gültiger Ausschreibung 7 x 225 = 1.575 Euro zu zahlen.
  • 09.09.2019 SV Ilmenau legt beim Bezirkssportgericht gegen das Kreissportgericht Berufung ein
  • 30.10.2019 Nachreichende Begründung durch einen Rechtsanwalt:
    - Es müsse eine Umlagenpraxis für Strafgelder an alle beteiligten Vereine einer JSG erfolgen
    - Bei der Gründung der JSG ist der SV Ilmeanu nicht auf fehlende Schiedsrichter hingewiesen worden.
    - Bittet das Bezirksgericht um erneute Prüfung
  • 07.11.2019 Bezirkssportgericht bestätigt die im Verwaltungsbescheid erhobene Strafe von 1.575 Euro Strafe.
    - Die Strafe wurde jedoch halbiert.
    - 787,50 wird erlassen, wenn der SV Ilmenau nachweislich das Geld in Ausbildung mit abschließender Prüfung sowie Ausstattung, Fortbildung und Werbung für Schiedsrichter bis 30.10.2020 einsetzt und dem Bezirkssportgericht nachweißt. Anderenfalls wird der Betrag erneut festgelegt.
    - Gegen die vom Kreisspielausschuss festgelegte Ausschreibung gab es keine Beanstandungen und sei gültig und anzuwenden.
  • 18.11.2019 SV Ilmenau legt Revision gegen das Bezirkssportgerichtsurteil mit folgendem Grund ein:
    - den Beschluss des Vorstands des Heide-Wendland-Kreises hinsichtlich der kostenpflichtigen Zuordnung von SR-Fehl auf die federführenden Vereine einer Spielgemeinschaft für ungültig zu erklären.
    - rügt weiterhin, dass eine ausreichende Rechtsgrundlage für die Verhängung der Geldstrafe nicht bestehe. § 11 SpO regele nicht die Verhängung von Strafgeldern im Falle eines Schiedsrichterfehlbestands bei Jugendspielgemeinschaften.
  • 20.01.2020 Das Verbandssportgericht hat die Revision des SV Ilmenau zurückgewiesen.
    - Die Revision des Vereins SV Ilmenau e. V. vom 18. 11 2019 gegen das Urteil des Bezirkssportgerichts Lüneburg wird zurückgewiesen.
    Der SV Ilmenau e.V. sei als der die JSG Ilmenautal meldende Verein verantwortliche für die Erfüllung des Schiedsrichtersolls. Diese Verpflichtung sei der Verein nicht nachgekommen.
    - Das Hin-und Herschieben von Schiedsrichtern zwischen den Vereinen einer Jugendspielgemeinschaft – so wie von Kreis – und Bezirkssportgericht erwogen – sei nicht praktikabel.
    - Auch eine Umverteilung der Strafgelder innerhalb der an einer Jugendspielgemeinschaft teilnehmenden Vereine sei nicht wünschenswert, weil damit auch Vereine belastet würden, die eine an sich ausreichende Anzahl von Schiedsrichtern stellen.
    - Danach hat der – gegenüber der spielleitenden Stelle – verantwortliche Verein bei Nichterfüllung des Solls die Geldstrafe zu tragen. Dass dies bei einer Jugendspielgemeinschaft der erstgenannte Verein ist, ist nicht überraschend. Denn mit der Anmeldung der Jugendspielgemeinschaft übernimmt der federführende Verein gegenüber dem NFV die sich aus der Satzung und den Ordnungen ergebenden Verpflichtungen und Verbindlichkeiten.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar

Kosten:
Verwaltungsentscheid:           1.575,00 Euro
Kreissportgericht:                 30,00 Euro
Bezirkssportgericht:              125,00 Euro
Verbandssportgericht:             259,00 Euro
Summe:                          1.989,00 Euro
abzgl. Nachweis bis 30.06.2020    787,50 Euro
zu zahlen                       1.201,50 Euro

Kreissportgerichtsurteil     Bezirkssportgerichtsurteil    Verbandssportgerichtsurteil

04.01.2020

Sportgerichtsurteil mit schlechtem Beigeschmack

Störtenbütteler aus Mangel an Beweisen freigesprochen

Das Punktspiel zwischen SV Störtenbüttel und SV Hohnstorf der 4. Kreisklasse West am 26.10.2019 wurde wegen einer Tätlichkeit nach der Halbzeitpause nicht mehr angepfiffen.

Das Sportgericht hat am 23. 12. 2019 folgendes Urteil verkündet:

  1. Das Verfahren gegen den Spieler X (SV Störtenbüttel) wegen Tätlichkeit wird eingestellt.
  2. Das Verfahren gegen den Spieler Y (SV Hohnstorf) wegen Tätlichkeit wird eingestellt.
  3. Das in der Halbzeit abgebrochene Meisterschaftsspiel der 4. Kreisklasse West zwischen den Vereinen SV Störtenbüttel und SV Hohnstorf wird mit 3 Punkten und 5:0 Toren für den SV Störtenbüttel gewertet.
  4. Eine Berufung gegen dieses Urteil ist unter Bezugnahme auf § 17 der Rechts- und Verfahrensordnung möglich.
  5. Die Kosten des Verfahrens trägt zu 1/3 der Verein SV Hohnstorf, zu 2/3 der NFV Kreis Heide-Wendland.

Was war passiert:

Kurz vor der Halbzeitpause hat wohl ein Spieler des SV Störtenbüttel einem Spieler des SV Hohnstorf so heftig aufs Ohr geschlagen, dass dieser Spieler auf dem Ohr taub und ihm schwindelig war, sodass er ins Krankenhaus musste. Vorher sei ein Schubser des Hohnstorfer Spielers, nachdem er einer Kopfnuss ausweichen musste, die Ursache der schweren Tätlichkeit als Revanche der Auslöser gewesen. Das Spiel fand in der JVA Uelzen fast ohne Zuschauer statt. Das Ereignis hat sich hinter den Augen des Schiedsrichters abgespielt. Weder die beiden abgestellten Justizbeamten noch andere Personen haben das Ereignis gesehen, oder wollten nichts gesehen haben. Auch der Torwart des SV Störtenbüttel, vor dessen Augen sich alles abgespielt hat, behauptete, dass er nichts gesehen hat. Da die Anlage Video überwacht ist, hoffte das Sportgericht auf Beweise der Aufzeichnung. Doch diese waren so schlecht, dass zwar zu erkennen war, dass ein Spieler des SV Störtenbüttel einen Spieler des SV Hohnstorf am Kopf geschlagen hat, aber nicht wer wen geschlagen hat.

Da der SV Hohnstorf nur mit elf Spielern angereist war und weitere Spieler sich als Verletzt in der Pause meldeten, hat der Schiedsrichter das Spiel beim Stande von 3:0 für Störtenbüttel abgebrochen.

Aufrund mangels Beweisen für die Tätlichkeit des Störtenbütteler Spielers, musste das Sportgericht im Zweifel für den Angeklagten entscheiden und hat diesen frei gesprochen.

Bezüglich des Vorwurfs gegen den Hohnstorfer Spielers wegen Tätlichkeit folgt das Sportgericht seinen Ausführungen, dass er nach einem Kopfstoß seines Gegenspielers diesen aus einer Reflexbewegung nach hinten weggeschubst hat. Zwar ist der Kopfstoß auf der Aufzeichnung der JVA nicht eindeutig erkannt worden, zu widerlegen ist die Aussage, jedoch nicht. Ein schuldhaftes Verhalten ist hier daher nicht gesehen worden, auch wollte das Sportgericht den Spieler, der nur aufgrund seiner Verletzung namentlich bekannt geworden ist, nicht noch zusätzlich bestrafen. Das Verfahren gegen den Spieler des SV Hohnstorf war daher ebenfalls einzustellen.

Das Spiel wurde auf Wunsch des Hohnstorfer Trainers vom Schiedsrichter abgebrochen und wird mit 5:0 Toren und 3 Punkten für den SV Störtenbüttel gewertet. Ein Spielabbruch hat nach § 42 (15) der Rechts- und Verfahrensordnung für den schuldigen Verein und/oder für die betreffende Mannschaft ebenso eine Geldstrafe, eine Sperre oder Punkt- und Torabzug zur Folge. Aufgrund der nachweislich durch Attest belegten nicht unerheblichen Verletzung des Hohnstorfer Spielers und dass nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, dass das Verfahren durch einen Spieler des SV Störtenbüttel ausgelöst worden ist, wird von einer zusätzlichen Strafe gegenüber dem Verein SV Hohnstorf jedoch Abstand genommen.

Die Verfahrenskosten trägt somit zu 1/3 (= 43,40 Euro) der SV Hohnstorf, zu 2/3 (= 86,80 Euro) der NFV Kreis Heide-Wendland.

Abschließend bleibt festzustellen, dass sich das Kreissportgericht durchaus bewusst ist, dass das Verfahren und Ergebnis, was die Tätlichkeit eines Spielers des SV Störtenbüttel und was die Spielwertung betrifft, für den SV Hohnstorf nicht zufriedenstellend ist, jedoch war aus den vorgenannten Gründen keine andere Entscheidung zu treffen.

Detailurteil>>

22.12.2019

Angriff mit Teleskopschlagstock bringt maximale Sperrstrafe und Beantragung auf Ausschluss auf Dauer aus dem Verband

Wegen einer Tätlichkeit wird ein Spieler des VfL Lüneburg zu einer maximal Spielsperre von zwölf Monaten bis einschließlich 26.10.2020 bestraft. Zur Erreichung des Sühnezwecks wird gegen ihn zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von 250,00 Euro ausgesprochen. Weiterhin hat das Sportgericht beim Präsidium des NFV den Ausschluss des Spielers auf Dauer aus dem Verband und die Aufnahme in die Sperrliste beantrag.

Beim Meisterschaftsspiel der 3. Kreisklasse Nord vom 02.11.2019 zwischen den Vereinen TUS Reppenstedt II und VFL Lüneburg II kam es zu schwerwiegenden Gewalttaten u. a. mit einem Teleskopschlagstock.

Sieben Minuten vor Schluss kam es wohl zu einem Handgefecht zwischen einem TuS- und VfL-Spielers abseits des Spielgeschehens, das der Schiedsrichter nicht gesehen hat. Erst auf lautes Rufen drehte der Schiedsrichter sich um und sah wie der VfL-Spieler zum Sprung ansetzte und in Richtung Beine des TuS-Spielers trat. Nur mit Mühe und unter Mitwirkung seiner Mitspieler konnte der VfL-Spieler abgehalten werden weitere Tätlichkeiten an den TuS-Spieler auszuüben. Die Rote Karte folgte und nur mit Mühe hat der VfL-Spieler den Platz verlassen.

Nach Beendigung des Spiels sah der Schiedsrichter, sowie weiter Spieler und neutrale Zeugen, wie der bestrafte VfL-Spieler mit einem Teleskopschlagstock erhoben auf die Ersatzbank mit den Worten „hier geht gleich die Party ab“ zulief und auf den Kontrahenten des TuS zuschlug.

Für das Kreissportgericht ergibt sich daher eindeutig, dass es sich bei dem gemeldeten Ereignis des VfL-Spielers um eine schwerwiegende Verfehlung handelt, die nur mit der höchstmöglichen Strafe von zwölf Monaten zu ahnden war. Die Abläufe der Ereignisse nach dem Spiel decken sich durch die abgegebenen Stellungnahmen und Erklärungen im Wesentlichen. Auch wird der geschilderte Ablauf des Ereignisses im Sonderbericht des Schiedsrichters durch den Vertreter des VFL Lüneburg als gegeben hingenommen.

Ein Teleskopschlagstock stellt rechtliche eine Waffe dar und ist zudem ein verbotener Gegenstand. Schon das Führen eines solchen Gegenstandes stellt einen Verstoß nach dem Waffengesetz dar.

Von allen Beteiligten des Fußballsports wird ein einwandfreies sportliches Verhalten erwartet gegen diesen Grundsatz hat der VfL-Spieler gröblich verstoßen. Von solchen Spielern muss sich der Verband trennen, daher wird dem Präsidium des Niedersächsischen Fußballverband e. V (NFV) gemäß § 35 (6) der Rechts- und Verfahrensordnung vorgeschlagen den Spieler auf Dauer aus dem NFV auszuschließen und ihn in die Sperrliste aufzunehmen. Eine solche Maßnahme hält das Kreissportgericht angesichts der schwerwiegenden Verfehlung für erforderlich.

Zusätzlich wird zur Erreichung des Sühnezwecks gegen den Spieler unter Vereinshaftung eine Geldstrafe in Höhe von 250,00 Euro ausgesprochen.

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass sich der Spieler noch in einem Strafverfahren wegen Gefährlicher Körperverletzung zu verantworten hat, was eine empfindliche Strafe vermuten lässt. Auch ist zu vermuten, dass das Opfer zivilrechtliche Forderungen stellt.

Der Beschuldigte ist bereits aus dem Verein ausgeschlossen worden. Er ist für den VfL formell und auch tatsächlich nicht mehr greifbar.

Detailliertes Urteil>>

18.12.2019

Minimaler Teilerfolg des FC Dynamo Lüneburg

Gegen den Verwaltungsentscheid legte der FC Dynamo Lüneburg Einspruch ein, es wurde der Antrag gestellt, dass der zugrunde liegende Verwaltungsentscheid in der derzeitigen Wirkung aufgehoben und durch einen neuen angemessenen Verwaltungsentscheid ersetzt wird. Zur Begründung wird ausgeführt, dass der bisher erlassene Verwaltungsentscheid in der Dauer der Sperrstrafe überzogen und in der Folge eine viel zu hohe Geldstrafe als Nachwirkung durch Eintritt in die Winterpause hat.

Der als Einspruch des FC Dynamo Lüneburg titulierte Rechtsbehelf, wird nach der Rechts- und Verfahrensordnung als gebührenfreie Anrufung gegen den Verwaltungsentscheid ausgelegt. Die Anrufung erfolgte fristgerecht und erweist sich, was den Tatbestand des Ausspuckens im Verwaltungsentscheid (Tätlichkeit in leichteren Fällen) betrifft, als begründet.

Das Kreissportgerichtes Heide-Wendland hat am 03.12.2019 im schriftlichen Verfahren folgende Entscheidung getroffen:

  1. Aufgrund des Rechtsbehelfs der gebührenfreien Anrufung des Vereins FC Dynamo Lüneburg gegen den Verwaltungsentscheid-Nr.: 00216-19/20-062-10 des Kreisspielausschusses Heide-Wendland vom 10.11.2019 wird die im vorgenannten Verw.-Entsch. gegenüber dem Spieler X festgelegte Sperrstrafe von 7 Wochen um ein Spiel, längstens jedoch bis zum 22.12.2019, verkürzt. Die zur Erreichung des Sühnezwecks ausgesprochene Geldstrafe wird daher von 120,00 Euro auf 100,00 Euro verkürzt.

  2. Gegen dieses Urteil ist die Berufung nach § 17 (1) der Rechts- und Verfahrensordnung möglich.

  3. Die Kosten des Verfahrens trägt zu 6/7 der FC Dynamo Lüneburg, zu 1/7 der NFV Kreis Heide Wendland. Die im Verwaltungsentscheid ausgewiesene Verwaltungsgebühr in Höhe von 30,00 Euro trägt der FC Dynamo Lüneburg. Auf § 11 der Rechts- und Verfahrensordnung wird Bezug genommen.

Der Feldverweis des Spielers X wegen Beleidigung wird seitens des FC Dynamo Lüneburg und auch
des Spielers selbst nicht in Abrede gestellt. Es bleibt daher festzustellen, dass er einen Gegenspieler
mit „Du Spasst“ beleidigt hat. Der Begriff muss nicht näher erläutert werden, der Ausspruch stellt
eindeutig den Tatbestand der Beleidigung dar und muss entsprechend bestraft werden. § 43 (2) der
Rechts- und Verfahrensordnung sieht hier einen Strafrahmen von eine Woche bis zu zwölf Monaten
Sperre vor. Das Sportgericht geht davon aus, dass die Beleidigung aus einer Provokation heraus
geschah, das Strafmaß wird hier auch im unteren Bereich angesetzt.

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10.12.2019

2,5 Monate Sperre für sexistische Beleidigung

Bei einem U14-Punktspiel wurde ein Spieler der JSG Roddau verwarnt, weil er eine Stafstoßentscheidung der Schiedsrichterin lautstark kitisierte. Der 12-jährige erwiderte die Verwarnung mit den Worten "Fick dich Schiri" und spuckte der Schiedsrichterin vor die Füße. Den darauf folgenden Platzverweis kommentierte der Jugendliche mit den Worten "Dreckschiri" und spuckte der Schiedsrichterin wiederholt vor den Füßen.

Der U14-Spieler der JSG Roddau wird nach § 43 (2) der Rechts- und Verfahrensordnung wegen Beleidigung der Schiedsrichterin zu einer Sperrstrafe von insgesamt 2,5 Monaten, bis zum 26.01.2020, verurteilt. Da der überwiegende Teil der Sperrstrafe in der Winterpause und somit außerhalb der Spielserie liegt, wird zusätzlich zur Erreichung des Sühnezwecks eine Geldstrafe in Höhe von 40,00 Euro ausgesprochen.

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26.09.2019

Spielausgang bleibt bestehen, trotz Überzahl

1.  Der Protest des TuS Brietlingen gegen die Spielwertung des Meisterschaftsspiels der 1. Kreisklasse Nord vom 25.08.2019 zwischen dem TuS Brietlingen und dem TuS Hohnstorf  wird zurückgewiesen.

2.  Das auf dem Spielfeld erzielte Endergebnis von 2:1 für den TuS Hohnstorf bleibt bestehen

Der Tus Brietlingen hat gegen das Ergebnis Protest eingelegt, da ein Hohnstorfer Spieler in der 90. Minute die Gelb/Rote Karte erhielt und des Feldes verwiesen wurde. Zur gleichen Zeit wechselte der TuS Hohnstorf einen anderen Spieler aus. Dieser kam auch auf das Spielfeld, jedoch verließ der ausgewechselte Spieler nicht das Spielfeld. Dieses wurde eine Minute später erkannt und der TuS auf zehn Spieler dezimiert. Nach einer weiteren Minute erfolgte der Abpfiff.

Der Protest des TuS Brietlingen wurde mit der Begründung abgewiesen, dass ...

der Verein muss glaubhaft darlegen, dass gerade die kurze Zeit, in der man mit einem Spieler mehr auf dem Spielfeld gewesen wäre, dass Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hätte. Anhaltspunkte sind hier nicht ersichtlich.

Die vorgetragene Begründung, dass man gute Möglichkeiten zum Ausgleich hatte, der TuS Hohnstorf die Druckphase jedoch überstehen konnte, reicht nicht aus. Auch eine nummerischen Überlegenheit, hier wären es nur wenige Minuten gewesen, ist nach Ansicht des Sportgerichts kein gravierender Vorteil. Es basiert auf reine Vermutungen, dass allein durch eine nummerische Überzahl ein anderes, besseres Ergebnis zu erzielen gewesen wäre.

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10.09.2019

FC SG Gartow II setzt nicht spielberechtigen Spieler ein

Sowohl am 11. August im Spiel beim SV Bankewitz (3:1), als auch am 18. August gegen SV Germania Breselenz (3:0) wurde in der 3. Kreisklasse vom FC Samtgemeinde Gartow II ein Spieler eingesetzt, der bei beiden Kreispokalspielen der 1. Herren zuvor zum Einsatz kam und sich damit festgespielt hat.

In beiden Punktspielen wurden die Siege aberkannt und mit mit 0 Punkten und 0:5 Toren für den FC Samtgemeinde Gartow II gewertet. Zusätzlich sind 40 Euro Geldstrafe inkl. Verwaltungskosten zu zahlen.

An dieser Stelle wollen wir noch einmal auf den §10 Abs. 1 der Spielordnung des NFV hinweisen. Dort heißt es:

"Ein Spieler ist in einer höheren Mannschaft festgespielt, wenn er in zwei aufeinander folgenden und auch ausgetragenen Pflichtspielen dieser Mannschaft eingesetzt wurde, unabhängig davon, ob es sich um Pflichtspiele der Hin-, Rückserie oder Nachholspiele handelt. Er ist auch dann festgespielt, wenn er zwischenzeitlich in einer unteren Mannschaft eingesetzt wurde."

28.08.2019

FC Oldenstedt II setzt vier festgespielte Spieler ein

Im ersten Punktspiel der 2. Herren vom FC Oldenstedt kommen vier Spieler gegen den MTV Barum II in der 3. Kreisklasse zum Einsatz, obwohl alle vier Spieler bereits zwei Mal für die 1. Herren im Kreispokal zum Einsatz kamen und somit festgespielt waren.

Der Kreisspielausschuss hat das Spiel, das 5:4 für Oldenstedt II ausgegangen ist, mit 5:0 Toren und drei Punkten für den MTV Barum II gewertet. Zusäzulich gab es je Spieler noch eine Verwaltungsstrafe von je 20 Euro, also wurden 80 Euro Verwaltungskosten fälig.

An dieser Stelle möchten wir nochmals auf die Spielordnung des NFV unter https://www.nfv.de/recht/satzung-und-ordnungen/ hinweisen. Dort heißt es in §10 Abs. 1:

"Ein Spieler ist in einer höheren Mannschaft festgespielt, wenn er in zwei aufeinander folgenden und auch ausgetragenen Pflichtspielen dieser Mannschaft eingesetzt wurde, unabhängig davon, ob es sich um Pflichtspiele der Hin-, Rückserie oder Nachholspiele handelt. Er ist auch dann festgespielt, wenn er zwischenzeitlich in einer unteren Mannschaft eingesetzt wurde."

 

 

04.08.2019

SV Holdenstedt bekommt vor dem Verbandssportgericht Recht und nimmt weiter an den Kreispokalspielen teil

Der SV Holdenstedt hatte in der 1. Runde des Kreispokals 2:0 gegen TSV Wrestedt gewonnen. Dabei wurde ein Spieler eingesetzt, der in der Sommerpause 2 x den Verein gewechselt hatte und daher von der Passstelle erst ab Oktober eine Spielberechtigung für Pflichtspiele für Holdenstedt erhalten. Da dieser Spieler nach Meinung des Kreisspielausschusses nach nicht spielberechtigt war, wurde das Spiel mit 0:5 gegen Holdenstedt gewertet.

Holdenstedt ist dann vor das Kreissportgericht gezogen. Hier erfolgte die Weiterleitung an das Verbandssportgericht. Dieses setzte zunächst die weiteren Partien aus und entschied nun, dass die Passstelle nicht korrekt vorgegangen ist und gab somit Holdenstedt Recht. Die Spielberechtigung für das Pflichtspiel bestand. Ein Spieler darf mehrfach in der Sommerpause den Verein wechseln.

Die "Hängepartien" der 2. Hauptrunde und des Achtelfinals werden jetzt Zug um Zug nachgeholt. Das Spiel der 2. Hauptrunde SC Kirch-/Westerweyhe gegen SV Holdenstedt findet am Mi. 7. August 19:30 Uhr und das Achtelfinale VfL Breese/Langendorf II gegen den Sieger der 2. Runde eine Woche später am 14. August um 19:30 Uhr statt.

Hinweis: Urteil ist noch nicht Rechtskräftig

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Seite zuletzt aktualisiert am: 04.08.2020

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