Sportgerichtsurteile 2017/18

Hier werden die Urteile des Kreissportgerichtes anonym als PDF Dateien abgelegt.

Urteile aus 2016/17>>

Urteile aus 2015/16>>

Urteile aus 2013/14>>

11.03.2018

Gastverein, Trainer und 2 Spieler werden bestraft

Gegen den Lüneburger SK Hansa, die JSG Kirch-Westerweyhe den Trainer X und die Spieler 1 bis 15 bezüglich der Vorfälle am Ende bzw. nach dem U14-Spiel JSG Kirch- Westerweyhe gg. Lüneburger SK Hansa II am 04.11.2017 hat das Kreissportgericht Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen die Spieler 1 und 2 (LSK Hansa) wird eine Sperrstrafe jeweils von 2 Monaten bis zum 21.03.2018 einschließlich verhängt.
  2. Die Wertung des Spiels bleibt bestehen.
  3. Der Verein LSK Hansa wird zu einer Geldstrafe von 250 € verurteilt.
  4. Der Trainer X wird zu einer Geldstrafe von 175 € (unter Vereinshaftung des LSK Hansa) verurteilt.
  5. Die JSG Kirch-Westerweyhe und die übrigen Spieler werden freigesproche.
  6. Die Kosten des Verfahrens haben der Trainer X (unter Vereinshaftung LSK Hansa), der Verein LSK Hansa und der NFV zu je 1/3 zu tragen.

Sachverhalt und Entscheidungsgründe im detailiertem Urteil>>

03.02.2018

Trainer missachtet 3-monatige Coaching Sperre: Erneute 5-monatige Sperre

Betreffend den Antrag auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens des Kreisjugendausschusses Lüneburg gegen den Trainer X, bezüglich der Nichtbefolgung des Urteils aus dem Verfahren 04/17/18 vom 22.10.2017, hat das Kreissportgericht Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Trainer X (Lüneburger SV) wird eine Sperrstrafe von 5 Monaten bis zum 22.06.2018 einschließlich verhängt. Während dieser Zeit darf er kein Trainer- oder Betreueramt ausüben.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Trainer X (unter Vereinshaftung Lüneburger SV) zu tragen.

I. Sachverhalt:
Im Ursprungsverfahren 04/17/18 ist der oben genannte Trainer am 22.10.17 vom Kreissportgericht zu einer Sperrstrafe von 3 Monaten bis einschließlich 22.01.18 verurteilt worden, weil er durch unsportliches Verhalten als Betreuer einer U-11-Mannschaft dafür gesorgt hat, dass das Spiel abgebrochen wurde. Des Weiteren hat er den Schiedsrichter massiv beleidigt. Während der Sperrzeit war es ihm verboten, ein Trainer- oder Betreueramt auszuüben.

Frau Y hat am 26.11.17 dann von einem Hallenturnier der U11-Mannschaften folgendes an den Jugendausschuss per WhatsApp mit einem Foto berichtet: ....

II. Entscheidungsgründe:
1. Das Sportgericht geht von dem Sachverhalt aus, den Frau Y in ihrer WhatsApp geschildert hat. Der oben genannte Trainer hat mindestens 2 x gegen das Urteil vom 22.10.2017 vorsätzlich verstoßen. Er hat die U 11-Mannschaft offensichtlich betreut, obwohl ihm dies verboten war. Angesichts seines Verhaltens war ihm auch bekannt, dass er diesen Verstoß beging. Er hat sich deshalb erneut ein unsportliches Verhalten begangen, das nach § 45 Ziffer 2 RuVO zu bestrafen ist. Da es sich sowohl um einen Wiederholungsfall als auch um die bewusste Nichtbeachtung des obigen Urteils handelte, liegt auch ein schwerer Verstoß im Sinne des § 45 RuVO vor, der mit einer erneuten Sperrstrafe von 5 Monaten zu bestrafen ist.

Ausführliches Urteil>>

20.12.2017

U16-Spieler schlägt Torwart und Schiedsrichter mit der Faust: 5 Monate Sperre

In der Sportrechtssache

Antrag des Kreisjugendausschuss Uelzen im kreisübergreifenden Spielbetrieb vom 8. November 2017 anl. der Vorkommnisse im Spiel der B-Junioren U16 Kreisliga vom 4. November 2017 zwischen den Vereinen Lüneburger SK Hansa und TuS Barendorf hat das Kreissportgericht Uelzen am 6. Dezember 2017 im mündlichen Verfahren

durch den Vorsitzenden: Jörg Ristow
Beisitzer: Jochen Meyer, Thorsten Clasen
Protokoll: Ernst-Peter Köster

folgende Entscheidungen getroffen:

  1. Der Spieler X (Lüneburger Sport-Klub Hansa v. 2008 e.V.) wird gem. § 43 Abs. 8 RuVO für -4- Wochen bis zum 2. Dezember 2017 für Spiele jeder Art (§ 36 RuVO) gesperrt.
  2. Der Spieler X (Lüneburger Sport-Klub Hansa v. 2008 e.V.) wird gem. § 43 Abs. 8 RuVO für -4- Monate für Spiele jeder Art (§ 36 RuVO) gesperrt. Die Sperre schließt sich an Punkt 1 ab dem 3. Dezember 2017 an und endet am 2. April 2018
  3. Die Kosten des Verfahrens trägt gem. § 11 Abs. 1 RuVO der Lüneburger Sport-Klub Hansa von 2008 e.V.

Tatbestand

Im Spiel der B-Junioren U16 Kreisliga vom 4. November 2017 ist es ausweislich des Sonderberichtes des Schiedsrichters zu einer Tätlichkeit des Spielers X gegenüber dem Torhüter der gegnerischen Mannschaft sowie gegenüber dem Schiedsrichter gekommen.

Zu 1: Im Sonderbericht des Schiedsrichters (SR) gibt dieser an, dass ihm in der 77. Spielminute unmittelbar nachdem der LSK das Tor zum 2:2 geschossen hatte zugetragen wurde, dass hinter seinem Rücken der Torwart des TuS Barendorf geschubst worden sei. Als er sich umgedreht habe, sah er den Torwart auf dem Bauch am Boden liegen. Er sah in diesen Augenblick, dass der Spieler mit der Nummer (X) den am Boden liegenden Torwart mit der Faust einmal auf den Rücken schlug. Für dieses Vergehen zeigte der SR dem Spieler die Rote Karte.

In der Gesamtheit erscheint hier eine Sperrstrafe i.H.v. -4- Wochen noch ausreichend zu sein und wird somit ausgesprochen.

Zu 2.: Im Anschluss zur Situation zu 1. verwies der SR den Spieler umgehend durch Zeigen der Roten Karte des Platzes. Der SR gab an, dass daraufhin der Spieler zunächst auf ihn zu kam und wörtlich fragte: "Bist du noch ganz dicht? Du Arsch bist doch gekauft worden für 30 €!".

Der Spieler X gab zu, den sinngemäßen Ausspruch „Du bist doch für 30 € gekauft“ gesagt zu haben. Eine andere Beleidigung bestritt er. Dieser Ausspruch stellt eine Beleidigung gem. § 43 Abs. 2 RuVO dar, welche mit bis zu sechs Monaten Sperre bestraft werden kann.

Weiterhin gibt der SR an, als er den Spieler wiederholt aufforderte den Platz zu verlassen, dieser ihn mit der Faust heftig in die rechte Rippenseite schlug. Der SR hatte deshalb kurzzeitig Schmerzen.

Unter Berücksichtigung der Gesamtumstände die zu diesem Vorfall führten und auch im Hinblick auf die Fortentwicklung der Eingliederung des Spielers in das soziale Gefüge, erscheint eine Sperre in diesem Fall von -4- Monaten ausnahmsweise ausreichend zu sein. Die Spielsperre von Punkt 2 schließt sich unmittelbar an die Spielsperre zu Punkt 1 an.

Die Kosten des Verfahrens trägt somit gem. § 11 Abs. 1 RuVO der Lüneburger Sport-Klub Hansa vom 2008 e.V.

Gesamturteil im Detail>>

Dieses Urteil wird hier außer der Reihe veröffentlicht, weil hier zwei Lüneburger Vereine betroffen sind, die Staffelleitung und somit auch die Sportgerichtbarkeit aber in Uelzen liegt.

04.11.2017

Einspruch gegen Verwaltungsbescheid des TSV Adendorf wird abgelehnt

In dem Sportgerichtsverfahren Betreffend die Anrufung des TSV Adendorf wegen des Verwaltungsentscheides vom 09.10.2017 des A-Junioren Kreisligaspiels vom 16.09.2017 zwischen den Vereinen U18 JSG Adendorf/Erb. und U18 JSG Bardowick/Wi/Ro hat das Kreissportgericht Lüneburg durch den
Vorsitzenden: Ulrich Brockhöft, FC Heidetal
sowie die Beisitzer Thomas Wiebe, LSK Hansa, Stellv. Vorsitzender
und Norbert Schrader, SV Ilmenau, Beisitzer
im schriftlichen Verfahren am 04.11.17 in Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

  1. Die Anrufung wird als unzulässig zurückgewiesen.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der TSV Adendorf zu tragen.

I. Sachverhalt

  • Der TSV Adendorf hat unter dem 16.10.17 gegen den oben genannten Verwaltungsentscheid Ein-spruch eingelegt.
  • Den Beteiligten wurde Gelegenheit gegeben, bis zum 25.10.2017 Stellung zu nehmen, und zwar sowohl zum Sachverhalt als auch zu der Ankündigung des Sportgerichtes, dass es im schriftlichen Ver-fahren entscheiden will. Auch zu der Zusammensetzung des Sportgerichts konnten die Beteiligten innerhalb der Frist Stellung nehmen.
  • Des Weiteren hat das Kreissportgericht Bedenken gegen seine Zuständigkeit zum Ausdruck gebracht und den Antragsteller gefragt, ob Verweisung an das Kreissportgericht Lüchow-Dannenberg beantragt wird.
  • Eine Verweisung ist nicht beantragt worden.

II. Entscheidungsgründe:

  1. Das Sportgericht ist unzuständig. Nach der Ausschreibung für das obige Spiel ist das Kreissportgericht zuständig, aus dessen Landkreis die Staffelleitung kommt. Die Staffelleitung für die obige Klasse hat der Kreis Lüchow-Dannenberg inne. Also ist nicht das Kreissportgericht Lüneburg, sondern Lüchow-Dannenberg zuständig. Da von Seiten des TSV Adendorf keine Verweisung beantragt worden ist, war der Antrag als unzulässig abzuweisen.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Antragsteller TSV Adendorf gemäß § 11 Abs. 1 RuV zu tragen.

Vollständiges Urteil>>

07.11.2017

Schiedsrichter wird mit Wasser bespritzt: 4 Spiele Sperre

Betreffend die Anrufung des SSV Gusborn wegen des Verwaltungsentscheides vom 2.10.2017 des Damen Kreisklassenspiels Spielnummer SC Lüchow - SG Gusborn Dannenberg am 30.09.2017, hat das Kreissportgericht Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

Der Verwaltungsentscheid wird dahingehend abgeändert, dass die Spielerin X für 4 Pflichtspiele, längstens für 4 Wochen bis zum 30.10.2017 einschließlich gesperrt ist. Die Kosten des Verfahrens hat die Spielerin X (unter Vereinshaftung SSV Gusborn) zu tragen.

I.Sachverhalt

Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter folgendes geschildert:
„Nach dem Spiel auf dem Weg zur Kabine ca. 20m vom Spielfeld entfernt merkte ich wie es von oben nach unten auf einmal Nass an meinem Kopf und Rücken wurde, wie wenn man mit einer Flasche von oben nach unten eine schnelle Bewegung macht. Ich drehte mich um und sah eine Spielerin von Gusborn/Dannenberg mit einer Trinkflasche. Ich blieb stehen um die Nr. zu sehen und teilte dieser Spielerin mit, dass ich dies in den Spielbericht vermerken werde, da-raufhin kam keine Reaktion. Erst ca. 10min später als ich nochmal aus der Kabine ging, um Infos über Verletzungen einzuholen kam die Spielerin mit auf mich zu und entschuldigte sich und sie meinte, dass dies nicht mit Absicht war. Ihr Gesicht nach der Tat zeigte mir aber, dass es mit Absicht war.“

Der Kreisspielausschuss hat unter dem 02.10.2017 einen Verwaltungsentscheid dahingehend erlassen, dass die besagt Spielerin für 4 Spiele gesperrt wird.

Dagegen hat der SSV Gusborn unter dem 3.10.2017 das Sportgericht mit einem als Einspruch betitelten Rechtsbehelf angerufen, den das Kreissportgericht als Anrufung ansieht. Das Kreissportgericht hat das Verfahren unter dem 07.10.2017 eröffnet.

II. Entscheidungsgründe:

1. Das Sportgericht geht von dem Sachverhalt aus, den der Schiedsrichter in seinem Sonderbericht geschildert hat und den die Spielerin X in ihrer Stellungnahme auch grundsätzlich bestätigt hat. Lediglich in der Frage, ob die Spielerin mit Absicht gehandelt hat oder nicht, liegen Spielbericht und Stellungnahme auseinander.

Vollständiges Urteil >>

300 Euro Strafe für Jugendtrainer und er darf für 3 Monate kein Trainer- oder Betreueramt ausüben

In dem Sportgerichtsverfahren betreffend den Antrag auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens des Kreisjugendausschusses Lüneburg gegen die Lüneburger SV und den Trainer X

Bezüglich des Spielabbruchs des U11-Spiels JSG Gellersen/Reppenstedt II gg. Lüneburger SV am 22.09.2017 und aller damit zusammenhängender Umstände einschließlich Spielwertung

Verfahren Nr. 04/17/18 hat das Kreissportgericht Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Trainer X (Lüneburger SV) wird eine Geldstrafe von 300 € (unter Vereinshaftung LSV) und eine Sperrstrafe von 3 Monaten bis zum 22.01.2018 einschließlich verhängt. Während dieser Zeit darf er kein Trainer- oder Betreueramt ausüben.
  2. Das U11-Spiel JSG Gellersen/Reppenstedt II gg. Lüneburger SV wird mit 5:0 Toren und 3 Punkten zugunsten JSG Gellersen/Reppenstedt II gewertet.
  3. Die Kosten des Verfahrens hat der Trainer X (unter Vereinshaftung Lüneburger SV) zu tragen.

I. Sachverhalt

Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter folgendes geschildert:
„Am 22.09.17 beim Punktspiel JSG Gellersen/Reppenstedt gegen Lüneburger SV kam es in der 20. Minute der 1. Hälfte zu einer strittigen Situation im Strafraum vom Lüneburger SV. Mehrere Spieler standen um den Torwart herum, wodurch die Sicht beeinträchtigt war. Ein Spieler von JSG Geller-sen/Reppenstedt versuchte mit dem Ball um den Torwart herum zu laufen, doch der Torwart konnte den Ball als der Spieler ihn vorbei legen wollte abwehren, aber nicht festhalten. Deshalb nahm sich der Spieler wieder den Ball, konnte aber KEIN Tor erzielen. Ein Eckball war die nächste Spielsituation. Dennoch wurde der Trainer vom Lüneburger SV sehr laut und rief: "Digga hast du keine Augen im Kopf?! Das war ein Foul!" Daraufhin lief ich zu dem Trainer und sagte ihm, dass er sich beruhigen soll und nicht so laut reklamieren soll. Da er sich nicht beruhigte forderte ich den Trainer auf, dass er den Platz verlassen solle. Trotz der Aufforderung blieb er auf dem Feld und sagte nur, dass er sich nichts von einem Kind sagen lässt. Unter anderem beleidigte er mich mit "kleiner Pisser" und drohte mir "mich umzuklatschen" des Weiteren sagte er noch: "Ich treffe dich noch Stadt". Währenddessen, stieß er mich mehrfach nach hinten. Auf diese Drohungen und Beleidigungen erwiderte ich lediglich immer lauter werdend das er den Platz verlassen solle. Dies wollte er weiterhin nicht tun und so sagte ich ihm, dass ich das Spiel erst Anpfeifen werde, wenn er den Platz verlässt. Er erwiderte nur mit nein und nahm seine Spieler vom Feld, woraufhin ich das Spiel abbrechen musste.“

Der Kreisjugendausschuss hat unter dem 25.09.2017 ein Sportgerichtsverfahren gegen den Trainer X beantragt. Das Kreissportgericht hat das Verfahren unter dem 27.09.2017 eröffnet

Den Beteiligten wurde Gelegenheit gegeben, bis zum 10.10.2017 Stellung zu nehmen, und zwar so-wohl zum Sachverhalt als auch zu der Ankündigung des Sportgerichtes, dass es im schriftlichen Ver-fahren entscheiden will. Auch zu der Zusammensetzung des Sportgerichts konnten die Beteiligten innerhalb der Frist Stellung nehmen. (Stellungnahme siehe vollständiges Urteil)

II. Entscheidungsgründe:

  1. Spielwertung: Sowohl der Schiedsrichter als auch die Verantwortlichen in der Stellungnahme der LSV gehen davon aus, dass der Spielabbruch durch den Trainer der LSV verursacht worden ist. Er hat seine Spieler vom Platz geholt, nachdem er vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen wurde und den Sportplatz verlassen musste. Damit steht fest, dass das Spiel durch ein Verschulden der LSV vom Schiedsrichter abgebrochen werden musste. Nach § 37 Abs. 4 der Spielordnung ist ein Spiel, welches durch ein Verschulden nur eines Vereins abgebrochen werden musste, zwingend mit 0:5 Toren und 0:3 Punkten gegen diese Mannschaft zu werten. Ausnahmen zu dieser Konsequenz sind von der Spielordnung nicht zugelassen. Insbesondere ist eine von dem Verein oder Trainer als schwach empfundene Schiedsrichterleistung kein Grund, ein Spiel zum Abbruch zu bringen. Auch die Tatsache, dass nur ein Trainer zur Betreuung der Jugendmannschaft vorhanden war, führt nicht zu einem anderen Ergebnis. Jeder Verein hat selbst für ausreichend Betreuer und Trainer für seine Mannschaften zu sorgen. Gegebenenfalls hätten Eltern die Betreuung übernehmen müssen.

  2. Das Sportgericht geht im Übrigen von dem Sachverhalt aus, den der Schiedsrichter in seinem Sonderbericht geschildert hat. Die LSV hat in ihrer Stellungnahme zwar eingeräumt, dass von ihrer Trainerbank lautstark protestiert wurde und dem Schiedsrichter versucht wurde zu erklären, was die richtige Entscheidung gewesen wäre. Auf die anderen konkreten Anschuldigungen des Schiedsrich-ters gegenüber dem Trainer X wurde in der Stellungnahme mit keinem Wort eingegangen. Deshalb gelten sie als nicht bestritten, sondern zugestanden. Deshalb steht fest, dass Herr X zu dem Schiedsrichter sagte "kleiner Pisser" und ihm drohte "ihn umzuklatschen". des Weiteren sagte er: "Ich treffe dich noch in der Stadt". Währenddessen, stieß der Trainer den Schiedsrichter mehrfach nach hinten. 3. Der oben genannte Trainer hat damit eine Beleidigung, eine Bedrohung und eine Tätlichkeit ge-genüber dem Schiedsrichter vorsätzlich begangen. Des Weiteren hat er sich unsportlich verhalten. Dies stellt einen Verstoß gegen§ 45 Ziffer 6 (Tätlichkeit) bzw. § 45 Ziffer 4 (Bedrohung) bzw. Ziffer 3 (Beleidigung) bzw. Ziffer. 2 (unsportliches Verhalten) der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) dar. Hier sieht die RuVO für die Bedrohung eine Strafe von bis zu 250,00 € Geldstrafe, für die Beleidigung eine Strafe von bis zu 250,00 € Geldstrafe, für unsportliches Verhalten eine Strafe von bis zu 150,00 € und für die Tätlichkeit von bis zu 500 € Geldstrafe vor. Da alle Taten in einem einheitlichen Handlungszusammenhang geschehen sind, liegt sogenannte Tateinheit vor. Dann ist nur nach dem Strafmaß, das am höchsten ist, zu verurteilen, wobei die anderen Taten im Strafmaß mit zu berück-sichtigen sind, die Strafe also erhöhen. Angesichts der Vielzahl der festgestellten Verstöße des Trai-ners hält das Kreissportgericht hier eine Geldstrafe von 300 € für angemessen.

    Des Weiteren sieht § 45 Satz 2 RuVO bei schweren Fällen ...

  3. Das Kreissportgericht hält hier eine Strafe von 3 Monaten Sperre für diesen Vorfall für angemessen. Grundsätzlich ist das Sportgericht im Einklang mit den höheren Sportgerichten im Amateurbereich der Auffassung, dass die Schiedsrichter besonders zu schützen sind und deshalb Vergehen gegen Schiedsrichter höher zu bestrafen sind als ein gleiches Vergehen gegen einen Spieler. Eine normale Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter ist daher grundsätzlich nicht unter 6 Monaten Sperre anzuset-zen. Hier lag eine Tätlichkeit in geringerem Umfang (Schubsen), sowie eine Bedrohung und Beleidi-gung des Schiedsrichters vor, so dass auf das mittlere Strafmaß von 3 Monaten zu befinden war. So, wie die Spieler einer Kreisreservemannschaft auf einem niedrigeren Niveau Fußball spielen, ist dies auch mit den Leistungen der Schiedsrichter. Deshalb müssen sie besonders geschützt werden, da sie nur für eine geringe Aufwandsentschädigung in ihrer Freizeit diese Tätigkeit ausüben. Schiedsrichter zu finden, wird immer schwieriger. Einen Schiedsrichter zu verlieren, weil ein Trainer ihn vorsätzlich bedroht, wäre deshalb besonders bitter. Mit diesen Strafen, die die Verfahrensordnung vorgibt, sollen auch die Trainer merken, dass die Integrität des Schiedsrichters für sie tabu sein muss, wenn sie weiter Fußball spielen wollen.

  4. Die Kosten des Verfahrens hat der Trainer X gemäß ...

Vollständiges Urteil>>

28.09.2017

Einstellungsbeschluss

Anrufung der SG Elbmarsch vom 13.09.17
Gegen den Verwaltungsentscheid 00003 und 00004-17/18-056-30
Bezüglich B-Juniorin X (Eintracht Elbmarsch)

Verfahren Nr. 02/17/18 und 03/17/18

Sehr geehrte Sportfreunde,

Mit Schreiben vom 13.09.2017 hat der Jugendobmann des Vereins Eintracht Elbmarsch e.V. das Kreissportgericht Lüneburg angerufen und dem oben genannten Verwaltungsentscheid widersprochen. Mit Schreiben an das Kreissportgericht vom 27.09.2017 hat der Kreisausschuss Frauen-/Mädchenfußball den angefochtenen Verwaltungsentscheid zurückgenommen.

Gemäß § 30 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) können Rechtsbehelfe bis zum Abschluß der Beweisaufnahme zurückgenommen werden. Die Verfahrenskosten fallen dem Zurücknehmenden zur Last. Das Verfahren ist durch unanfechtbaren Beschluss des Gerichtsvorsitzenden einzustellen.

Der Vorsitzende des Kreissportgerichts fasst hiermit unter obigem Datum folgenden Beschluß:

  • Gemäß § 30 Abs. 2 RuV analog wird das Verfahren eingestellt, nachdem der Spielausschuss seinen Verwaltungsentscheid zurückgenommen hat.
  • Das Verfahren ist gerichtsgebührenfrei.
  • Dieser Beschluß ist gemäß § 30 RuV unanfechtbar.

Gez. Brockhöft
Vorsitzender
Kreissportgericht Lüneburg

06.10.2017

3 Monate Sperre für Berohung des Schiedsrichters

In dem Sportgerichtsverfahren Betreffend den Antrag auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens aufgrund der Schiedsrichtermeldung über den Spieler X (VfL Lüneburg II) Verfahren Nr. 01/17/18 hat das Kreissportgericht Lüneburg im schriftlichen Verfahren am 28.09.17 in Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler X (VfL Lüneburg II) wird eine Sperrstrafe von 3 Monaten bis zum 06.11.2017 einschließlich verhängt.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Spieler X (unter Vereinshaftung des VfL Lüneburg) zu tragen.

I. Sachverhalt

Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter folgendes geschildert:

„Der bereits in der 43. Minute verwarnte Spieler wurde in der 88. Minute wegen unsportlichem Verhalten des Feldes verwiesen (Gelb-Rot). Lautstark kritisierte er meine Entscheidung obwohl ich ihn bereits nach der gelben Karte in der ersten Halbzeit erneut ermahnt hatte. Nach Zeigen der Gelben und Roten Karte kam der Spieler mit ausgebreiteten Armen auf mich zu und machte aus kurzer Distanz eine ruckartige bedrohliche Bewegung in meine Richtung, als ob er im Ansatz war mich zu schlagen. Es war ein Angriff auf den Schiedsrichter der letztlich auf Grund meines Verhaltens nicht final ausgeführt wurde. Nach Verlassen des Innenraums wetterte der Spieler hinter der Bande weiter und verhielt sich unsportlich, indem er seine Mitspieler zum Beispiel zum Zeitspiel aufforderte..“

II. Entscheidungsgründe

  1. Das Sportgericht geht von dem Sachverhalt aus, den der Schiedsrichter in seinem Sonderbericht geschildert hat, da er unstreitig ist. Der Spieler X (VfL Lüneburg II) ist, nachdem ihm die gelb-rote Karte gezeigt wurde, mit ausgebreiteten Armen auf den Schiedsrichter zugegangen und hat kurz vor dem Schiedsrichter mit einer bedrohlichen ruckartigen Bewegung einen Schlag gegen den Schiedsrichter angedeutet. Nach Verlassen des Spielfeldes hat er durch Aufforderung zum Zeitspiel sich weiter unsportlich verhalten.

  2. Der oben genannte Spieler hat damit eine Bedrohung des Schiedsrichters vorsätzlich begangen. Des Weiteren hat er sich unsportlich verhalten. Dies stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 3 (Bedrohung) bzw. Abs. 4 (unsportliches Verhalten) der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) dar. Hier ist für die Bedrohung eine Strafe von 2 Wochen bis 6 Monaten Sperre, bzw. bis 250,00 € Geldstrafe und für unsportliches Verhalten eine Strafe von 1 Woche bis 6 Monaten Sperre, bzw. bis 150,00 € Geldstrafe vorgesehen.

    Entgegen der Auffassung des VfL Lüneburg richtet sich das Strafmaß nicht nach den Bestimmungen der Spielordnung, sondern allein nach der RuVO. Die in der Spielordnung genannten Sperren und Geldstrafen bestimmen nur die Strafgewalt, innerhalb derer sich der Spielausschuss bewegen darf, wenn er einen Verwaltungsentscheid erlassen will. Ist der Spielausschuss, wie hier, der Auffassung, dass diese Strafgewalt für die begangene Tat nicht ausreicht, gibt er das Verfahren andas Sportgericht ab.

  3. Das Kreissportgericht hält hier eine Strafe von 3 Monaten Sperre für diesen Vorfall für angemessen. Grundsätzlich ist das Sportgericht im Einklang mit den höheren Sportgerichten im Amateurbereich der Auffassung, dass die Schiedsrichter besonders zu schützen sind und deshalb Vergehen gegen Schiedsrichter höher zu bestrafen sind als ein gleiches Vergehen gegen einen Spieler. Eine normale Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter ist daher grundsätzlich nicht unter 6 Monaten Sperre anzusetzen. Hier lag keine Tätlichkeit, sondern eine Bedrohung des Schiedsrichters vor, so dass auf das mittlere Strafmaß von 3 Monaten zu befinden war. Ein Vergleich mit dem intenationalen Profibereich ist gerade nicht anzustellen, da es dort zum einen um erhebliche finanzielle Beträge geht und die Schiedsrichter erheblich besser qaulifiziert sind. So, wie die Spieler einer Kreisreservemannschaft auf einem niedrigeren Niveau Fußball spielen, ist dies auch mit den Leistungen der Schiedsrichter. Deshalb müssen sie besonders geschützt werden, da sie nur für eine geringe Aufwandsentschädigung in ihrer Freizeit diese Tätigkeit ausüben. Schiedsrichter zu finden, wird immer schwieriger. Einen Schiedsrichter zu verlieren, weil ein Spieler ihn vorsätzlich bedroht, wäre deshalb besonders bitter. Mit diesen Strafen, die die Verfahrensordnung vorgibt, sollen die Spieler merken, dass die Integrität des Schiedsrichters für sie tabu sein muss, wenn sie weiter Fußball spielen wollen.

    Das unsportliche Verhalten, das der Spieler noch an den Tag gelegt hat, fällt im Vergleich zur Bedrohung nicht besonders ins Gewicht und ist im Strafmaß mit enthalten.

  4. Die Kosten des Verfahrens ...

Vollständiges Urteil als PDF>>

Seite zuletzt aktualisiert am: 12.11.2018

Regionale Partner