Sportgerichtsurteile 2016/17

Hier werden  die Urteile des Kreissportgerichtes anonym als PDF Dateien abgelegt.


05.02.2017

Protest gegen Spielwertung wurde abgelehnt

In dem Sportgerichtsverfahren Betreffend den Protest des SC Lüneburg vom 30.11.16 gegen die Wertung des Spiels der Kreisliga (Herren) vom 27.11.2016 zwischen den Vereinen SC Lüneburg und TSV Bardowick,  Verfahren Nr. 7/16/17, hat das  Kreissportgericht Lüneburg folgendes Urteil gesprochen:

  1. Der Protest gegen die Spielwertung wird als unbegründet zurückgewiesen.

  2. Die Kosten des Verfahrens hat der SC Lüneburg zu tragen.   

I.Sachverhalt  
Mit Schreiben vom 30.11.2016 hat der SC Lüneburg Protest gegen die Spielwertung des oben genannten Punktspiels eingelegt. Er hat den Protest wie folgt begründet:  

Unser Spieler X hätte nach unserer Zählung der gelben Karten gegen den TV Neuhaus nicht spielen dürfen. Davon sind wir zunächst ausgegangen.  

Da aber ein Sperrvermerk -sprich Sperre wegen der 5. Gelben Karte- im Online-Spielersystem nicht eingetragen war, spielte er nunmehr mit. Wir haben versucht noch kurz vor dem Anpfiff des Spiels Informationen darüber zu bekommen, ob eine Spielerlaubnis vorliegt oder nicht. Leider haben wir keine Antwort erhalten. Wir sind dann das Risiko eingegangen. Hätten wir das Spiel gewonnen, wäre ein Protest des TV Neuhaus aus heutiger Sicht erfolgreich. Das Spiel wäre offensichtlich mit 0:5 gegen uns gewertet worden.

Zwar sind die Vereine angehalten nach dem Spiel die Spielberichte aufmerksam zu prüfen, dieses geht aber nur dann, wenn der Schiedsrichter den Spielbericht auch direkt nach dem Spiel vor Ort erstellt. Dieses ist in der Praxis leider oftmals nicht der Fall. Wir müssen uns dann auf mündliche Aussagen des Schiedsrichters verlassen.   Auch gegen den VFL Bleckede und gegen den TuS Reppenstedt spielte er mit. Im letzteren Spiel erhielt er dann die Gelbe Karte. Wie ist denn nunmehr der Stand? Hat er zwei, drei oder vier Gelbe Karten bislang erhalten?

Der TSV Bardowick hat in seiner Stellungnahme beantragt, den Protest zurückzuweisen.

II. Entscheidungsgründe:  

  1. Nach § 16 Abs. 1 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) kann jede an einem Spiel beteiligte Mannschaft gegen die Wertung des Spiels Protest binnen 3 Tagen einlegen. Der SC Lüneburg war an besagtem Spiel beteiligt. Er hat am 30.11.2016 Protest eingelegt und war damit innerhalb der Frist. Der Protest ist daher zulässig.  

  2. Nach § 16 Abs. 2 RuVO hat ein Protest nur Erfolg, wenn durch einen Regelverstoß des Schiedsrichters der Spielausgang beeinflusst worden ist und ohne diesen Regelverstoß das Spiel mit hoher Wahrscheinlichkeit anders ausgegangen wäre. Ein Regelverstoß des Schiedsrichters ist nicht zu erkennen. Er hat nicht zu kontrollieren, ob der Verein Spieler nicht einsetzt, die eventuell gelb gesperrt sind oder sogar nicht gelb gesperrt sind. Dies ist allein Sache des Vereins, nicht des Schiedsrichters. Der Verein kann sich im DFBnet/Spielberichte/Statistiken selbst über seine Gelbsünder informieren. 

  3. Die Kosten des Verfahrens hat der SC Lüneburg gemäß § 11 Abs. 1 RuV zu tragen.

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21.01.2017

In 6 Jahren die 7. Sperre und Androhung des Ausschlusses aus dem Verband

In dem Sportgerichtsverfahren Betreffend den Antrag auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens aufgrund der Schiedsrichtermeldung über den Spieler X (Vastorfer SK II) im Spiel der 2. Kreisklasse am 6.11.16 zwischen dem Vastorfer SK II und TuS Reppenstedt II, Verfahren Nr. 06/16/17,  hat das Kreissportgericht Lüneburg folgendes Urteil gesprochen:

  1. Gegen den Spieler X (Vastorfer SK) wird eine Sperrstrafe von 6 Monaten bis zum 06.05.2017 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des Vastorfer SK von 220 €.

  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Spieler X (unter Vereinshaftung des Vastorfer SK) zu tragen.  

I.  Sachverhalt
Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter folgendes geschildert:  

Der Reppenstedter Spieler befand sich stehend im Ballbesitz und wollte gerade in Richtung des gegnerischen Tores laufen, als Herr X von vorne angelaufen kam, ca. 3 Meter vor seinem Gegner absprang und mit beiden voll durchgestreckten Beinen in Richtung des Gegners grätschte, welchen er letztlich mit der Sohle des einen Fußes vorne etwas oberhalb des Knöchels traf. Der Ball war spielbar, befand sich jedoch ca. 2 Meter vor dem Spieler des TuS und wurde von Herrn X im Zuge des Tacklings nicht gespielt. Ein Versuch Herr X, den Kontakt zu vermeiden, war nicht zu erkennen.  

Ich unterbrach das Spiel und verwies Herrn X mittels Roter Karte des Feldes, welches er nach einer Entschuldigung bei seinem Gegner ruhig und zügig mitsamt des Gegners verließ. Der fällige direkte Freistoß für den TuS wurde nicht mehr ausgeführt, es erfolgte unmittelbar der Schlusspfiff.

Der Spieler hat bereits folgende Vorstrafen:  

Verein                  Name    Sperrdauer      Grund     Sperre bis        VerwEnt
FC Alt Garge             X         4 Spiele          II/1      22.08.2010      KL163-09
FC Alt Garge             X         5 Wochen       II/1      28.11.2010      KK102-10
Vastorfer SK             X         6 Wochen       II/8      28.10.2012      KK020-12
Vastorfer SK             X         4 Spiele          II/8      12.05.2013      KK097-12
Vastorfer SK             X         4 Wochen       II/8      23.03.2014      KL064-13
Lüneburger SV         X         7 Monate        II/8uII/2 02.05.2015 SpGer 08/14/15    

II. Entscheidungsgründe:  

  1. Das Sportgericht geht von dem Sachverhalt aus, der Schiedsrichter in seinem Sonderbericht geschildert hat, da keine Stellungnahmen eingegangen sind. Der Spieler ist mit beiden Beinen gestreckt in seinen Gegenspieler hineingesprungen, obwohl der Ball nicht am Fuß des Gegenspielers sich befand, sondern ca. 2 Meter davor. Er traf den Gegenspieler kurz oberhalb des Knöchels.

  2. Der oben genannte Spieler hat damit eine Tätlichkeit vorsätzlich begangen.  Offensichtlich wollte er mit seinem Sprung nicht den Ball, sondern nur die Beine des Gegenspielers treffen.  Wer einen Gegenspieler vorsätzlich an dessen Gesundheit schädigt, muss empfindlich bestraft werden, da er nicht nur die Gesundheit eines Sportkameraden verletzt, sondern auch das Ansehen des Fußballsports erheblich schädigt. Vorsätzliche Gewalt hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen, und schon gar nicht von einem Spieler. Dies stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) dar. Hier ist eine Strafe von 1 bis 12 Monaten Sperre, Ausschluss aus dem Verband bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen.  

    Das Kreissportgericht hält hier die Höchststrafe von 6 Monaten Sperre für diesen Vorfall für angemessen. Die Höhe der Strafe ergibt sich zum einen daraus, dass das Gericht davon ausgeht, dass der Spieler billigend in Kauf genommen hat, seinen Gegenspieler erheblich zu verletzen, auch wenn es zu keiner Verletzung gekommen ist. Zum anderen ist aus den vielen Vorstrafen des Spielers eine hohe Strafe angesagt. Offensichtlich will oder kann der Spieler aus den verhängten Zwangspausen für sich nicht die Konsequenz ziehen, seine Spielweise und sein Verhalten zu ändern. Dies kann das Sportgericht nur dadurch versuchen zu ändern, in dem es eine angemessen hohe Sperrstrafe ansetzt.  

    Wenn der Spieler auch aus dieser Strafe keine Konsequenzen zieht und weiterhin derartiges Fehlverhalten an den Tag legt, wird das Sportgericht nicht umhinkommen, einen Ausschluss aus dem Verband zu beantragen.    

  3. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält der Spieler X zusätzlich eine Geldstrafe von 220 € (20 € pro Woche Winterpause). Hierfür haftet der Vastorfer SK mit nach § 11 Abs. 4 RuV.

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21.01.2017

Vergehen gegen Schiedsrichter zieht 4,5 Monate Sperre und 220€ Geldstrafe nach sich

In dem Sportgerichtsverfahren Betreffend den Antrag auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens aufgrund der Schiedsrichtermeldung über den Spieler X (TSV Bardowick) im Spiel der Herren-Kreisliga TuS Barendorf – TSV Bardowick vom 06.11.2016 Verfahren Nr. 05/16/17 hat das Kreissportgericht Lüneburg folgendes Urteil getroffen:

  1. Gegen den Spieler X wird eine Sperrstrafe von 4,5 Monaten bis zum 26.03.2017 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des TSV Bardowick von 220 €.

  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Spieler X (unter Vereinshaftung des TSV Bardowick) zu tragen.

I. Sachverhalt:
Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter folgendes geschildert:  

In der 87 Minute entschied ich nach einem Foulspiel eines Spielers aus Bardowick an einem Spieler aus Barendorf auf Strafstoß. Nach dem Pfiff kam der Spieler X aus der gegnerischen Hälfte auf mich zugelaufen. Herr X griff mich kräftig am Oberarm und zog mich herum. Erst nachdem Herr Y Herrn X von mir wegschob, ließ Herr X von mir ab. Daraufhin zeigte ich ihm die Rote Karte.

Der Kreisspielausschuss hat unter dem 18.11.2016 ein Sportgerichtsverfahren gegen den Spieler X beantragt. Das Kreissportgericht hat das Verfahren unter dem 20.11.2017 eröffnet.

Stellungnahmen im Anhang

II. Entscheidungsgründe:  

  1. Das Sportgericht geht von dem Sachverhalt aus, der Schiedsrichter in seinem Sonderbericht geschildert hat. Er ist von dem Spieler auch weitgehend eingeräumt worden. Lediglich die Heftigkeit der Armberührung durch den Spieler X beim Schiedsrichter ist strittig. Während der Spieler nur von einer normalen Armberührung spricht, beschreibt der Schiedsrichter die Berührung als derart heftig, dass er davon und von dem festen Griff des Spielers mit dem ganzen Körper zum Spieler herumgerissen wurde. Er konnte nur durch einen weiteren Spieler von weiteren Handgreiflichkeiten abgehalten werden. Da sich in diesem Punkt die Sachverhaltsdarstellungen unterscheiden und dies für Strafzumessung schon wichtig erscheint, muss sich das Kreissportgericht hier aufgrund der Beweisregeln für eine der vorgetragenen Sachverhaltsvariationen entscheiden.  Nach § 28 Abs. 3 ...

  2. Der oben genannte Spieler hat damit eine Tätlichkeit begangen und zwar unabhängig davon, ob er den Schiedsrichter nur leicht am Arm berührt hat oder derart stark, dass er ihn herumgerissen hat. Auch das Anfassen des Schiedsrichters allein hätte bereits den Tatbestand erfüllt. Auch musste ein anderer Spieler eingreifen, damit keine weiteren Vergehen durch den Spieler stattfanden. Dies stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 8 ...

    Das Kreissportgericht hält hier die Höchststrafe von 4,5 Monaten Sperre für diesen Vorfall für angemessen. Grundsätzlich ist das Sportgericht der Auffassung, dass die Schiedsrichter besonders zu schützen sind und deshalb Vergehen gegen Schiedsrichter höher zu bestrafen sind als ein gleiches Vergehen gegen einen Spieler. Eine normale Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter ist daher grundsätzlich nicht unter 6 Monaten Sperre anzusetzen. In dem hier vorliegenden Fall kamen aber einige Milderungsgründe und kein Strafschärfungsgründe zum Tragen, so dass auf die mildere Strafe von 4,5 Monaten zu erkennen war. 

  3. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält der Spieler X zusätzlich eine Geldstrafe von 220 € (20 € pro Woche Winterpause). Hierfür haftet der TSV Bardowick mit nach § 11 Abs. 4 RuV.  

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09.01.2017

Wiederholungstäter wird 6 Monate gesperrt und muss 220 Euro zahlen

In dem Sportgerichtsverfahren Betreffend den Antrag des Kreisspielausschusses auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens aufgrund der Schiedsrichtermeldung über den Spieler X (Ochtmisser SV II) Verfahren Nr. 01/16/17 hat das Kreissportgericht Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler X (Ochtmisser SV II) wird eine Sperrstrafe von 6 Monaten bis zum 19.02.2017 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des Ochtmisser SV von 220 €.

  2. Die Kosten des Verfahrens hat die Spieler X (unter Vereinshaftung des Ochtmisser SV) zu tragen.

Sachverhalt

Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel vom 19.08.2016 hat der Schiedsrichter folgendes geschildert:

„Während der Ausführung einer Ecke durch den Ochtmisser SV schlug der Spieler X einem Karzer mit dem Ellenbogen in den Magen (Ellenbogencheck). Der Ball war während des Vorfalles in der Luft. Ich zeigte dem Ochtmisser Spieler die Rote Karte. Er verließ das Spielfeld relativ ruhig. Das Spiel wurde mit einem direkten Freistoß für den SV Karze fortgesetzt. ...

Nach Spielende, ich befand mich in der Schiri-Kabine, geriet der vom Platz gestellte Spieler X mit einem Karzer Zuschauer aneinander. Es gab beidseitige schwere Beleidigungen und der Spieler X schlug dem Zuschauer mit der Faust auf die Nase. Diese Tatsachen gaben später sowohl die Zuschauer Herrn Y (persönlich bekannter Spieler von Scharnebeck II) als auch der Spieler X zu. Direkte Zeugen des Vorfalles waren die Karzer 1 und die 2 und 3.“

Entscheidungsgründe:

  1. Der oben genannte Sachverhalt aus dem Sonderbericht des Schiedsrichters ist als unstreitig zugrunde zu legen, da keine divergierenden Stellungnahmen eingegangen sind. Dass der Spieler X bepöbelt worden ist, mag ebenfalls als gegeben angenommen werden. Nicht festgestellt werden konnte, dass der Spieler sich entschuldigt hat, da die Angaben des OSV hierzu viel zu ungenau und unbestimmt waren, um diesen nachzugehen.

  2. Dadurch, dass der Spieler X seinem Gegenspieler absichtlich einen Ellenbogencheck verpasst hat, hat er eine Tätlichkeit nach § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) begangen. Hier ist eine Strafe von 1 bis 12 Monaten Sperre, Ausschluss aus dem Verband bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen. Da hier keine Verletzungen des Gegenspielers eingetreten sind, die Tat noch im Rahmen des normalen Spielgeschehens erfolgte aber bereits im Sommer eine 5-wöchige Sperrstrafe wegen eines ähnlichen Vorfalls verhängt worden war, liegt hier ein Fall für den mittleren Strafrahmenbereich vor. Das Kreissportgericht hält hier eine Sperrstrafe von 3 Monaten für gerechtfertigt.

  3. Der Faustschlag gegen einen Zuschauer nach dem Spiel stellt ebenfalls eine vorsätzlich begangene Tätlichkeit im Sinne von § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist eine Strafe von 1 bis 12 Monaten Sperre, Ausschluss aus dem Verband bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen. Diese Tat ist als erheblich schwerwiegender zu bewerten. Das liegt zum einen daran, dass sie mit dem Spielgeschehen an sich nichts zu tun hatte und einen unbeteiligten Dritten, einen Zuschauer, getroffen hat. Zum anderen musste der Spieler X eigentlich noch unter dem Eindruck der gegen ihn gezeigten Roten Karte stehen. Der Platzverweis scheint ihn aber überhaupt nicht beeindruckt zu haben. Dass der Fußballsport auch zum Aggressionsabbau beitragen kann, hat der Spieler X offensichtlich völlig falsch verstanden. Gegen derartige ungebremste Aggressivität muss massiv vorgegangen werden. Nach Auffassung des Kreissportgerichts liegt hier daher ein Fall für den höheren Strafrahmenbereich vor. Das Kreissportgericht hält hier eine Sperrstrafe von 5 Monaten für gerechtfertigt.

    Wie bereits mehrfach in den letzten Jahren ausgeführt, spielt es keine Rolle, ob Provokationen oder eine Unsportlichkeit eines anderen auf dem Sportplatz die Tat begünstigt hat. Dies führt nicht dazu, das eigene Fehlverhalten milder zu beurteilen. Ein Spieler muss sich so weit im Griff haben, dass ihn derartiges nicht zu einer Unsportlichkeit oder sogar Straftat reizt.

  4.  Durch die schweren Beleidigungen hat sich der Spieler X nach § 43 Ziffer 2 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) schuldig gemacht. Die Tat ist mit einer Strafe von 1 Woche bis 6 Monaten Sperre bzw. bis 250,00 € Geldstrafe bestraft. Da hier die genaue Schwere der Beleidigung nicht ermittelt werden konnte, ist von einer mittleren Schuldstufe auszugehen, so dass das Sportgericht eine Sperre von 2,5 Monaten ansetzt.

  5. Alle drei Taten des Spielers X sind in sogenannter Tatmehrheit begangen, da sie nacheinander und mit zeitlicher Unterbrechung erfolgten. In einem solchen Fall sind alle Strafen derart zusammen zu rechnen, dass die höchste Strafe angemessen erhöht wird, wobei die Summe aller Einzelstrafen nicht überschritten werden soll. Unter Berücksichtigung aller Umstände und auch deshalb, weil keine Entschuldigung oder sonstige Einsicht durch den Spieler vorliegt, hält das Kreissportgericht hier eine Gesamtstrafe von 6 Monaten Sperre für angemessen. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält der Spieler X zusätzlich eine Geldstrafe von 220 € (20 € pro Woche Winterpause(11W.)). Hierfür haftet der Ochtmisser SV mit nach § 11 Abs. 4 RuV.

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20.12.2016

Anrufung des Lüneburger SV wird abgelehnt

In dem Sportgerichtsverfahren Betreffend die Anrufung des LSV Lüneburg vom 22.10.16 gegen den Verwaltungsentscheid vom 21.10.16 betr.: Spiel der Kreisliga (Herren) vom 09.10.2016 zwischen den Vereinen Lüneburger SV und TSV Mechtersen/Vögelsen Verfahren Nr. 2/16/17 hat das  Kreissportgericht Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

  1. Die Anrufung wird zurückgewiesen.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Lüneburger SV zu tragen. 

I. Sachverhalt
Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter folgendes geschildert: „In der 86. Spielminute wurde der Spieler X nach einem groben Foul des Feldes verwiesen. Er grätschte mit hoher Geschwindigkeit von der Seite in einen Gegenspieler hinein ohne Chance den Ball zu spielen. Diesen traf er mit offener Sole am oberen Schienbein. Ich stand in etwa drei Metern Entfernung und hatte freie Sicht. Der Spieler verließ das Feld widerstandslos.“

Der Kreisspielausschuss hat unter dem 21.10.2016 einen Verwaltungsentscheid gegen den Spieler erlassen, in dem er zu einer Sperre von 6 Spielen, höchstens bis zum 21.11.2016 verurteilt wurde. Gegen diese Entscheidung hat der LSV mit Email vom 22.10.2016 das Kreissportgericht angerufen.

II. Entscheidungsgründe: 
Der Sachverhalt ist streitig. Die Darstellung des Schiedsrichters widerspricht derjenigen des Fußballobmanns. Trotzdem steht nach Auffassung des Kreissportgerichts nach den in der Rechts- und Verfahrensordnung festgelegten Beweisregeln fest, dass der Spieler X in seinen Gegenspieler mit hoher Geschwindigkeit von der Seite hineingrätschte, ohne Chance den Ball zu spielen. Diesen traf er mit offener Sole am oberen Schienbein. So hat dies auch der Schiedsrichter geschildert. Eine Chance, den Ball zu spielen, hatte der Spieler X nicht. Also hat er auch vorsätzlich eine Verletzung des Gegenspielers in Kauf genommen und hat nur Glück gehabt, dass keine Verletzung eingetreten ist.

Das Kreissportgericht hält hier die Strafe, die der Kreisspielausschuss festgesetzt hat, für mindestens gerechtfertigt, eher für zu niedrig. Wer einen Gegenspieler vorsätzlich an dessen Gesundheit versucht zu schädigen, muss empfindlich bestraft werden, da er nicht nur die Gesundheit eines Sportkameraden verletzt, sondern auch das Ansehen des Fußballsports erheblich schädigt. Vorsätzliche Gewalt hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen, und schon gar nicht von einem Spieler. Ein absichtliches Umgrätschen ohne dass der Gegenspieler Schutzmaßnahmen ergreifen kann, ist dabei nicht anders zu bewerten als ein gezielter Faustschlag. Eine vorsätzliche Körperverletzung hat auf dem Fußballrasen nichts zu suchen.

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09.01.2017

Mehrfachtäter wird 1 Jahr gesperrt und ihm droht der Ausschuss aus dem Verband

In dem Sportgerichtsverfahren Betreffend den Antrag des Kreisspielausschusses auf Ermittlung und Ahndung von Vorfällen nach Spielschluss im Zusammenhang mit dem Spiel der Kreisliga zwischen den 1. Mannschaften Dahlenburger SK und LSV am 06.11.2016 in Dahlenburg bezüglich des Spielers X hat das Sportgericht im Urteil 01-16/17 folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler X wird eine Sperrstrafe von 12 Monaten bis zum 20.11.2017 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Winter- und Sommerpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des Lüneburger SV von 250 €.

  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Spieler X (unter Vereinshaftung des LSV) zu tragen.

Sachverhalt:

Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter folgendes geschildert:

„Nach dem Spiel soll es auf dem Platz noch zu Auseinandersetzungen gekommen sein. Wir (das Schiedsrichtergespann) waren allerdings schon in der Kabine und haben davon nichts mitbekommen. Nachdem man uns informierte und wir wieder nach draußen gingen, war die Situation schon wieder bereinigt. Nach Aussagen vieler Beteiligter, soll der Spieler X (Lüneburger SV) hinter dem Tor gewartet haben, und dann dem Spieler Y (Dahlenburger SK) einen Kopfstoß verpasst haben. Der Spieler Y (Dahlenburg) kam daraufhin mit einer Verletzung am linken Auge in die Schiedsrichter Kabine. Die Polizei war später vor Ort und hat den ganzen Vorfall aufgenommen!“

Der Kreisspielausschuss hat unter dem 20.11.2016 ein Sportgerichtsverfahren gegen den Spieler X beantragt.

Das Kreissportgericht hat Ende 2014 den Spieler X bereits in einem Verfahren zu einer Sperrstrafe von 8 Monaten bis Ende Juni 2015 verurteilt. Er hat nach dem Spiel seinem Gegenspieler mit voller Absicht mit der Faust ins Gesicht geschlagen, so dass dessen Oberlippe blutete und weil er in einem kurz danach stattfindenden Spiel den Schiedsrichter massiv beleidigt hatte. Danach hat das Kreissportgericht ihn nochmals wegen einer vorsätzlich begangenen Tätlichkeit zu einer Sperrstrafe von 8 Monaten bis zum 28.10.2016 einschließlich verhängt.  

Entscheidungsgründe:

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Seite zuletzt aktualisiert am: 12.11.2018

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