Sportgerichtsurteile 2015/16

Hier werden  die Urteile des Kreissportgerichtes anonym als PDF Dateien abgelegt.


07.07.2016

"Du Bastard, du Hurensohn" kosten 250 Euro und 7 Monate Sperre

Im Spiel der 3. Kreisklasse Lüneburger SV II – TuS Erbstorf II vom 01.05.2016 Verfahren Nr. 20/15/16 hat das Kreissportgericht folgendes Urteil gefällt:

  1. Gegen den Spieler X (Lüneburger SV II) wird eine Sperrstrafe von 7 Monaten bis zum 01.12.2016 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Sommerpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des Lüneburger SV von 220 €.
  2. Die Kosten des Verfahren (30 €) hat der Spieler X (unter Vereinshaftung des LSV) zu tragen.

Sachverhalt:

Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter folgendes geschildert: „Nach einem Foulspiel etwa 35m vor dem Erbstorfer Tor durch den Spieler A, wurde später dafür verwarnt, entschied ich auf Vorteil, da der Lüneburger Spieler frei auf das Erbstorfer zu lief. Wenige Sekunde nach dem Foulspiel stand der Lüneburger Spieler X auf und beleidigte den Erbstorfer Spieler mit den Worten „Du Bastard, du Hurensohn“. Dies geschah etwa 5m vor mir. Daraufhin verwies ich den Spieler auf Dauer des Feldes. Beim Verlassen des Platzes sagte der Spieler fluchend: „ Schiri, du Bastard, du Wichser, ich weiß wo dein Auto steht, wirst schon sehen was passiert.“ Nach Spielende musste ich an der Heimkabine des Lüneburger SV II vorbeigehen, dabei entgegnete mir der Spieler: „Wir hatten heute aber auch wieder einen schwulen Schiri.““

Entscheidungsgründe:

  1. Der Sachverhalt ist unstreitig. Insoweit verweisen wir auf den Bericht des Schiedsrichters.
  2. Der oben genannte Spieler hat damit eine Beleidigung begangen, in dem er seinen Gegenspieler mit „Du Bastard, du Hurensohn“ beschimpft hat. Dies stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 2 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist eine Strafe von 1Woche bis 6 Monaten Sperre, bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen. Das Kreissportgericht hält hier eine Strafe von 2 Monaten Sperre für diesen Vorfall für angemessen. Wer einen Gegenspieler grundlos beleidigt, muß empfindlich bestraft werden. Insbesondere die Unsitte, nach einem Foul oder vermeintlichen Foul es mir heruaszunehmen, den Gegenspieler zu beschimpfen und zu beleidigen, muss bekämpft werden. Sie greift im Amateurbereich immer mehr um sich. Kein Spieler hat die Berechtigung, seinen Gegenspieler zu beleidigen. Auch Foulspiel in einem nicht ungesunden Maße gehört zum Fußball. Wer dies nicht akzeptieren kann, sollte die Sportart wechseln und nicht auf dem Sportplatz eine Straftat begehen, denn nichts anderes ist eine solche Beleidigung.
  3. Desweiteren hat der Spieler sich einer Schiedsrichterbedrohung in Tateinheit mit Beleidigung schuldig gemacht, in dem er beim Verlassen des Spielfeldes zum Schiedsrichter sagte: „ Schiri, du Bastard, du Wichser, ich weiß wo dein Auto steht, wirst schon sehen was passiert.“ Dies stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 2 und gleichzeitig Ziffer 3 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist jeweils eine Strafe von bis zu 6 Monaten Sperre bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen. Angesichts der Tatsache, dass sich sowohl Beleidigung als auch Bedrohung gegen den Schiedsrichter richten, hält das Sportgericht hier eine Sperrstrafe von 5 Monaten für gerechtfertigt.
  4. Desweiteren hat der Spieler sich einer Beleidigung schuldig gemacht, in dem er nach Spielende zum Schiedsrichter sagte: „Wir hatten heute aber auch wieder einen schwulen Schiri.“ Dies stellt ebenfalls einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 2 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist eine Strafe von bis zu 6 Monaten Sperre bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen. Angesichts der Tatsache, dass sich die Beleidigung wiederum gegen den Schiedsrichter richtet, der Spieler bereits kurze Zeit vorher den Schiedsrichter massiv bedroht und beleidigt hat und er eine Beleidigung jetzt nochmals abgab, um die Wirkung gegenüber dem Schiedsrichter noch zu erhöhen, hält das Sportgericht hier eine Sperrstrafe von 3 Monaten für gerechtfertigt.
  5. Die drei Taten hat der Spieler in Tatmehrheit ausgeführt, da sie nicht gleichzeitig erfolgten. Dies hat zur Folge, dass die höchste Strafe, die festgesetzt wurde, angemessen zu erhöhen, um eine Gesamtstrafe herzustellen, die aber nicht höher sein darf als alle Einzelstraftaten zusammen. Daher hält das Sportgericht hier eine Gesamtstrafe von 7 Monaten gerechtfertigt.
  6. Da der Sühnezweck durch die Sommerpause nicht voll erreicht werden kann, erhält der Spieler X zusätzlich eine Geldstrafe von 220 € ( 20 € pro Woche Sommerpause). Hierfür haftet die LSV mit nach § 11 Abs. 4 RuV.
  7. Die Kosten des Verfahrens (30,- Euro) haben der X gemäß § 11 Abs. 1 RuV unter Vereinshaftung der LSV gemäß § 11 Abs. 4 RuV zu tragen.

24.08.2016

Berufung wird abgelehnt: Trainer muss 325 Euro Strafe zahlen

URTEIL
In der Sportrechtssache
B e r u f u n g
Berufung des Trainers/Betreuers des TSV Adendorf, gegen das Urteil Nr. 19/15/16 des Kreissportgerichts Lüneburg vom 30.06.2016, (Geldstrafe in Höhe von 200,00 EUR gegenüber dem Trainer X), eingelegt mit Schreiben des Herrn X vom 05.07.2016,

hat das Bezirkssportgericht Lüneburg am 12. August 2016 im schriftlichen Verfahren in 27356 Rotenburg (Wümme) durch den Vorsitzenden Rüdiger Wiegand, (Rotenburg(Wümme), sowie den Beisitzern Harald Kallweit (Bremervörde) und Reinhard Körte (Langwedel-Völkersen , folgende Entscheidung getroffen:

Dem Rechtsbehelf der  B e r u f u n g  gegen das Urteil Nr. 19/15/16 des Kreissportgerichts Lüneburg vom 30. Juni 2016, eingelegt durch den Trainer/Betreuer X (TSV Adendorf), wird

n i c h t  s t a t t g e g e b e n.

Die Revision wird wegen offensichtlicher Erfolglosigkeit  n i c h t  zugelassen.

Mit Schreiben vom 05.07.2016, beim Vorsitzenden des Bezirkssportgerichts Lüneburg eingegangen am 11.07.2016, legte der Trainer X BERUFUNG gegen das vorgenannte Urteil des Kreissportgerichts Lüneburg ein. In seiner schriftlichen Begründung bemängelte der Trainer X die fehlende Ausermittlung des Sachverhalts, die Nichtbefragung von Zeugen, und die Nutzung unzulässiger Unterlagen.

Entscheidungsgründe des Bezirkssportgerichts:

Der Trainer X hat mit dem Schreiben vom 05.07.2016 fristgerecht beim Bezirkssportgericht Lüneburg den Rechtsbehelf der Berufung gegen das Urteil Nr. 19/15/16 des Kreissportgerichts Lüneburg vom 30.06.2016 eingelegt. Das Bezirkssportgericht Lüneburg hat das dem erstinstanzliche Urteil zugrunde liegende Tatsachenmaterial erneut überprüft. Der Schiedsrichter hat seinen Sonderbericht über den Vorfall, an dem der Trainer X (TSV Adendorf) beteiligt war, in dem er einen Spieler des Vastorfer SK leicht wegschubste und dann seinen einenen Spieler umriss, nochmals gegenüberdem Bezirkssportgericht Lüneburg schriftlich bestätigt.

Für das Bezirkssportgericht Lüneburg ist somit der Bericht des Schiedsrichters über das Vergehen des Trainers X (TSV Adendorf) unter Bezugnahme auf § 28 der Rechts- und Verfahrensordnung glaubhaft.

Somit sind die Aktionen des Trainers X (TSV Adendorf) gegenüber einem Vastorfer Spieler (leichtes wegschubsen) und gegenüber seinem eigenen Spieler, den er dann umriss, als unsportliches Verhalten zu werten. Der Ausspruch des Trainers X; „ Das gibt’s doch gar nicht Schiri“ stellt eine Auflehnung gegen Anordnungen des Schiedsrichters dar.

Den Rechtsbehelf der Revision lässt das Bezirkssportgericht Lüneburg wegen offensichtlicher Erfolglosigkeit nicht zu.

Somit hat der Trainer X unter Haftung seines Vereins TSV Adendorf folgendefolgender Beträge zu zahlen:

  1. Geldstrafe laut Urteil des Kreissportgerichts Lüneburg  200,00 EUR
  2. Kosten des Kreissportgerichts Lüneburg                       30,00 EUR
  3. Berufungsgebühr gemäß § 10 der RuVO                       65,00 EUR
  4. Kosten des Bezirkssporgerichts Lüneburg                     30,00 EUR

                                                GESAMTBETRAG          325,00 EUR


Trainer muss 200 Euro Stafe wegen Unsportlich- und Tätlichkeit zahlen. Auch aufgrund seiner "unsportlichen Vergangenheit"

Der Trainer hat damit eine Unsportlichkeit und eine Tätlichkeit begangen, in dem er den Vastorfer Spieler leicht umschubste und den eigenen Spieler umriss sowie zum Schiedsrichter mehrfach sagte „Das gibt´s doch gar nicht, Schiri“.

Seit 2010 ist der Trainer 2 x wegen Unsportlichkeiten in Zusammenhang mit seiner Trainertätigkeit zu Geldstrafen verurteilt worden, ein weiteres Mal nur deshalb freigesprochen worden, weil der Schiedsrichter nicht gleich eine Maßnahme gegen ihn ergriffen hatte (Tatsachenentscheidung).

Das Sportgericht hat folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Trainer (TSV Adendoef) wird eine Geldstrafe von 200,-- € unter Vereinshaftung des TSV Adendorf verhängt.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Trainer (unter Vereinshaftung des TSV Adendorf) zu tragen.

PDF-Urteil 19-15/16>>

10.06.2016

Umschupsen des Gegners und stoßen des Schiedsrichters, gibt 5 Monate Sperre

Das mehrfache Stoßen des Schiedsrichters und auch das Anfassen des Schiedsrichters, Festhalten und den Schiedsrichter zu sich Drehen stellt eine Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter im Sinne von §...,

daher wurde vom Sportgericht folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler X (Vastorfer SK II) wird eine Sperrstrafe von 5 Monaten bis zum 24.08.2016 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Sommerpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des Vastorfer SK von 200 €.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Spieler X (unter Vereinshaftung des Vastorfer SK) zu tragen.

PDF-Urteil 18-15/16>>

30.06.2016

Gericht verhängt höchstmögliche Sperrstrafe von 11 Monaten und 440 Euro Geldstraße für Tätlichkeit an seinen Gegenspieler und mehrfacher Schiedsrichterbedrohung

  1. Der Spieler hat damit eine Tätlichkeit begangen, in dem er seinen Gegenspieler in der Spielunterbrechung von hinten in die Beine getreten hat, ohne den Ball spielen zu wollen.
    Das Kreissportgericht hält hier eine Strafe von 4 Monaten Sperre für diesen Vorfall fürangemessen.

  2. ...hat der Spieler sich einer Schiedsrichterbedrohung in Tateinheit mit Beleidigung schuldig gemacht, in dem er beim Verlassen des Spielfeldes zum Schiedsrichter sagte: “Du Wichser, dich bekomme ich nachher noch.“
    ...hält das Sportgericht hier eine Sperrstrafe von 5 Monaten für gerechtfertigt

  3. ... hat der Spieler sich einer Schiedsrichterbedrohung in Tateinheit mit Beleidigung schuldig gemacht, in dem er nach Spielende mehrfach zum Schiedsrichter sagte: “Du Wichser, hier mache ich nichts aber draussen werde ich dich schon erwischen.“
    ...hält das Sportgericht hier die höchstmögliche Sperrstrafe von 6 Monaten für gerechtfertigt.

Die drei Taten hat der Spieler in Tatmehrheit ausgeführt, da sie nicht gleichzeitig erfolgten. Dies hat zur Folge, dass die höchste Strafe, die festgesetzt wurde, angemessen zu erhöhen, um eine Gesamtstrafe herzustellen, die aber nicht höher sein darf als alle Einzelstraftaten zusammen. Berücksichtigt man hier die erhebliche, man muss schon sagen kriminelle Energie, die auf einem Sportplatz nun gar nichts zu suchen hat, so ist hier eine Gesamtstrafe von 11 Monaten gerechtfertigt.

Da der Sühnezweck durch die Winter- und Sommerpause nicht voll erreicht werden kann, erhält der Spieler zusätzlich eine Geldstrafe von 440 € (20 € pro Woche Sommerpause).

PDF-Urteil 17-15/16>>

01.06.2016

Gegenspieler mit mit voller Absicht umgegrätscht, ergibt 8 Monate Sperre

... hat der Spieler Y den Spieler X mit beiden Händen geschubst und drehte sich um und ging ein paar Schritte, dann lief der Spieler X dem Spieler Y nach und grätschte ihn mit dem rechten Bein von der Seite mit voller Absicht um.

Das Sportgericht hat folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler X wird eine Sperrstrafe von 8 Monaten bis zum 28.10.2016 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Sommerpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des Lüneburger SV von 220 €.
  2.  Die Kosten des Verfahrens hat der Spieler X (unter Vereinshaftung des LSV) zu tragen.

PDF-Urteil 16-15/16>>

26.05.2016

Spieler läuft Gegenspieler hinterher und tritt diesen um = 5 Monate Sperre

In der 78. Minute kam der Spieler X TuS Reppenstedt III zu Fall. Als der Schiedsrichter das mit einem Freistoß ahnte, stand der Spieler X auf und lief dem Gegner hinterher und trat diesem ohne den Ball spielen zu wollen, von hinten die Beine weg, so dass dieser zu Fall kam.

Es wurde folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler X wird eine Sperrstrafe von 5 Monaten bis zum 28.07.2016 einschließlich verhägt. Da der Sühnezweck durch die Sommerpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des TuS Reppenstedt von 160 €.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Spieler X (unter Vereinshaftung des TuS Reppenstedt) zu tragen.

    PDF-Urteil 15-15/16>>

26.05.2016

VfB Goseburg beantragt ein Sportgerichtsverfahren

Wegen unvollständiger und zu später Einreichung gegen Geldstrafen der Spieler X und Y des VfB Goseburg, hat das Sportgericht folgende Entscheidung getroffen:

  1. Die Anrufung wird als unzulässig zurückgewiesen
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der VfB Goseburg zu tragen.

PDF-Urteil 14-15/16>>

16.05.2016

B-Jugendspieler spukt Gegenspieler an den Hinterkopf = 4 Monate Sperre

Der Schiedsrichter berichtet:

"Daraufhin spuckte der Spieler der Gäste dem Verteidiger an den Hinterkopf. Er traf ihn genau hinter das linke Ohr. Die Spucke war deutlich zu erkennen. Ich verwies den Spieler der Gäste für dieses Spucken des Feldes. Dieser wollte das Feld nicht einfach verlassen und griff verbal den Spieler mit der Nummer ? an und ging dabei auf ihn zu ("du Pisser" und lachte dabei)."

Das Sportgericht hat folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler X (SV Eintracht) wird eine Sperrstrafe von 4 Monaten bis zum 13.06.2016 einschließlich verhängt.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat die SV Eintracht Lüneburg zu tragen.

PDF-Urteil 13-15/16>>

27.12.2015

Anrufung des TV Neuhaus wurde zurück gewiesen

Aus dem Urteil:

Der Neuhauser Spieler X stand auf und trat dem Brietlinger Spieler Y von hinten die Beine weg. Der Kreisspielausschuss hat einen Verwaltungsentscheid erlassen, wonach der Spieler X eine Sperre von 6 Pflichtspielen erhielt. Hiergegen wendet sich der TV Neuhaus mit seiner rechtzeitig eingelegten Anrufung.

Das Sportgericht hat die Anrufung abgelehnt, weil:

Der Spieler X hat somit vorsätzlich die Beine des Gegenspielers von hinten weggetreten, obwohl das Spiel bereits unterbrochen war. Dies stellt einen vorsätzlichen Verstoß gegen §...

Somit wurde folgende Entscheidung getroffen:

  1. Die Anrufung wird zurückgewiesen.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der TV Neuhaus zu tragen.

PDF-Utrteil 12-15/16>>

02.01.2016

Wegen Kopfstoß mit Platzwunde, 4 Monate Sperre und 220€ Geldstrafe

Der Schiedsrichter berichtet:

„Der Tus Brietlingen befand sich im Spielaufbau als der Echemer Spieler den Brietlinger Spieler foulte. Das Foul wurde gepfiffen. Es geschah in der Spielhälfte der Brietlinger ungefähr auf Mitte der eigenen Hälfte. Ich stand so ca. 5 Meter vom Geschehen entfernt. Der Brietlinger Spieler echauffierte sich über das Foul und baute sich unmittelbar vor dem Gegenspieler auf, der gerade dabei war, sich vom Boden zu erheben. Ich sah eine Vorwärtsbewegung des Brietlinger Spielers und eine Berührung am Kopf des Echemer Spielers, der daufhin zu Boden fiel. An der Stirn war eine Platzwunde zu sehen. ..."

Das Sportgericht trifft folgende Entscheidung:

  1. Gegen den Spieler wird eine Sperrstrafe von 4 Monaten bis zum 18.02.2016 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck wegen der spielfreien Zeiten nicht voll erreichbar ist, wird außerdem gegen den Spieler gemäß § 43 letzter Absatz RuV eine Geldstrafe von 220,-- € (unter Haftung des Vereins TuS Brietlingen) verhängt.
  2. Die Kosten des Verfahrens hat der Spieler X (unter Haftung des Vereins TuS Brietlingen ) zu tragen.

und begründet es mit:

Trotz der unterschiedlichen Darstellungen der Situation in den Berichten von Schiedsrichter, Fußballobmann und Spieler folgt das Sportgericht der Darstellung des Schiedsrichters, der nur 5 Meter entfernt stand und nach seiner Aussage klare Sicht auf das Geschehen hatte. Danach war es so, dass der Spieler X sich schon wieder aufgerichtet hatte und auf den Gegenspieler sich zu bewegte und den Kopfstoß ausführte.

PDF-Urteil 11-15/16>>

10.01.2016

Jugendliche werden zu 4,5 Monaten Sperre und Besuch von 3 Lehrabenden des Regelkundelehrgangs verurteilt

Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter geschildert, dass der Spieler vom VfB Goseburg nach dem Spiel zu ihm gesagt habe, der Spieler mit der JSG Gellersen/Reppenstedt habe ihn während des Spiels als Hurensohn betitelt. Er, der Schiedsrichter habe daraufhin vorgehabt, in die Kabine zu gehen. Als er sich noch einmal umdrehte, wurde der Spieler der JSG Gellersen/Reppenstedt von seinen Betreuern zurückgehalten und daran gehindert, auf den Spieler des VfB Goseburg loszugehen. Dafür habe aber ein anderer Spieler des VfB Goseburg den Spieler der JSG Gellersen/Reppenstedt mit der Faust ins Gesicht geschagen, so dass dieser aus Nase und Lippe blutete. Der Spieler der JSG Gellersen/Reppenstedt schlug zurück, traf aber nicht.

Das Kreissportgericht hat folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen die Spieler Y JSG Gellersen/Reppenstedt (TSV Gellersen federführender Verein) und X VfB Goseburg wird je eine Sperrstrafe von 4,5 Monaten bis zum 19.03.2016 einschließlich verhängt.
  2. Die Strafe wird zum Teil, d.h. für den Zeitraum vom 15.02.-19.03.2016 zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit wird auf 9 Monate vom 15.02.-15.11.2016 festgesetzt.
  3. Um die Verkürzung der Sperre zur Bewährung zu erhalten, wird jedem Spieler zur Auflage gemacht, an 3 Lehrabenden des Regelkundelehrganges für neue Schiedsrichter des NFV Kreis Lüneburg in der Zeit vom 18.01.-14.02.2016 teilzunehmen und dies durch die Unterschrift des Leitenden Obmanns dem Kreissportgericht bis zum 14.02.2016 nachzuweisen.
  4. Die Kosten des Verfahrens hat die JSG Gellersen/Reppenstedt und der VfB Goseburg je zu 1/2 zu tragen.

Entscheidungsgründe:

Der Spieler X VfB Goseburg hat eine Tätlichkeit begangen, in dem er mit der Faust in das Gesicht seines Gegenspielers schlug. Dies stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist eine Strafe von 3 Wochen bis 12 Monaten Sperre, Ausschluss aus dem Verband bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen.

Das Kreissportgericht hält hier eine Strafe von 4,5 Monaten Sperre unter Anrechnung der Vorsperre für diesen Vorfall für angemessen. Wer einen Gegenspieler vorsätzlich an dessen Gesundheit schädigt, muss empfindlich bestraft werden, da er nicht nur die Gesundheit eines Sportkameraden verletzt, sondern auch das Ansehen des Fußballsports erheblich schädigt. Vorsätzliche Gewalt hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen, und schon gar nicht von einem Jugendspieler.

Der Spieler Y JSG Gellersen/Reppenstedt hat eine versuchte Tätlichkeit begangen, in dem er versuchte, seinen Gegenspieler zu schlagen, wobei es nicht zur Vollendung kam, weil beim ersten Versuch die Betreuer ihn zurückgehalten haben und er beim 2.Versuch einfach nicht getroffen hat. Auch dies stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist eine Strafe von 3 Wochen bis 12 Monaten Sperre, Ausschluss aus dem Verband bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen.

Das Kreissportgericht hält auch hier eine Strafe von 4,5 Monaten Sperre unter Anrechnung der Vorsperre für diesen Vorfall für angemessen. Wer einen Gegenspieler vorsätzlich versucht, an dessen Gesundheit zu schädigen, muss empfindlich bestraft werden, da er nicht nur die Gesundheit eines Sportkameraden verletzt, sondern auch das Ansehen des Fußballsports erheblich schädigt. Vorsätzliche Gewalt hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen, und schon gar nicht von einem Jugendspieler. Zwar ist der Versuch grundsätzlich milder zu bestrafen als die Vollendung. Jedoch kommt hier für den Spieler Y strafschärfend hinzu, dass er den Schlagversuch offensichtlich 2 x versucht hat und der Auslöser der körperlichen Auseinandersetzung gewesen sein muss, denn ihn mussten seine Betreuer als erstes zurückhalten. Deshalb sind beide Streithähne hier gleich hart zu bestrafen.

PDF-Urteil 10-15/16>>

12.03.2016

Einsatz von Spielern ohne Spielerlaubnis kann teuer werden

Die JSG Elbtal hat die beiden Spieler Y und L A jeweils am 18.09.15, 23.09.15 und 26.09.15 in Pflichtspielen der U-10 Junioren eingesetzt, ohne dass sie eine gültige Spielerlaubnis hatten. Deshalb hat der Jugendausschuß des Kreises Lüneburg mit Verwaltungsentscheid den TuS Hohnstorf als federführenden Verein der JSG Elbtal mit einer Strafe von 2 x 3 x 50 € belastet, also pro Spiel pro Spieler 50 €. Hinzu kamen 5 € Verwaltungskosten.

Gegen diesen Verwaltungsentscheid vom 14.10.15 hat der TuS Hohnstorf fristgerecht das Kreissportgericht angerufen.

Das Sportgericht hat folgende Entscheidung getroffen:

  1. Die Anrufung des TuS Hohnstorf (JSG Elbtal) wird gebührenfrei zurückgewiesen.
  2. Die Kosten hat der TuS Hohnstorf zu tragen.

II. Entscheidungsgründe:

  1. Nach dem unstreitigen Sachverhalt steht fest, dass beide Spieler in den besagten Spielen ohne Spielerlaubnis jeweils eingesetzt worden sind.
  2. Nach der Aussschreibung des NFV-Kreises Lüneburg in Verbindung mit § 24 Abs. 3 b. Ziffer (2) der Jugenspielordnung führt dies zwingend, ohne dass der Jugendausschuss ein Ermessen hätte, dazu, dass pro eingesetztem Spieler und Spiel eine Geldstrafe von 50 € gegen den Verein festgesetzt werden muss.
  3. Daran ändert auch nichts, dass es sich um Flüchtlingskinder handelt oder der für die Passbentragung zuständige Vereinsvertreter sich in Urlaub befunden hat und deshalb die Passanträge beim Verein nicht weiter bearbeitet wurden. Müsste der Jugendausschuß auf die Urlaubspläne der Vereinsvertreter Rücksicht nehmen, wäre ein ordnungsmäßer Spielbetrieb nicht aufrecht zu erhalten.


PDF-Urteil 09-15/16>>

Gegen das Kreisgerichtsurteil hat der TuS Hohnstorf Berufung eingelegt

Das Bezirkssportgericht hat folgende Entscheidung getroffen:

  1. Dem Rechtsbehelf der B e r u f u n g gegen das Urteil Nr. 09/15/16 des Kreissportgerichts Lüneburg vom 27. Januar 2016 wird n i c h t  s t a t t g e g e b e n.
  2. Die Gebühr gemäß § 10 der Rechts- und Verfahrensordnung für die Durchführungdieses Berufungsverfahren in Höhe von 65,00 EUR trägt der Verein TuS Hohnstorf. Ebenso trägt der Verein TuS Hohnstorf die Kosten dieses Sportgerichtsverfahrens.

Entscheidungsgründe sind im Berufungsurteil 09-15/16 nachzulesen>>

Seite zuletzt aktualisiert am: 12.11.2018

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