15.01.2015

4 Sieler erhalten in Summe über 2 Jahre Sperren

In dem Sportgerichtsverfahren betreffend den Antrag des Kreisspielausschusses auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens gegen alle möglichen Beteiligten wegen der Vorkommnisse und des Spielabbruchs im Pokalspiel der Reservemannschaften Herren LSV 2 – VfL Bleckede 2 am 02.10.2014 Verfahren Nr. 08/14/15 hat das Kreissportgericht Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:

  1. Gegen den Spieler A (VfL Bleckede) wird eine Sperrstrafe von 7 Monaten bis zum 02.05.2015 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des VfL Bleckede von 240 €.

  2. Der Spieler B (Lüneburger SV) wird freigesprochen

  3. Gegen den Spieler C (Lüneburger SV) wird eine Sperrstrafe von 5 Monaten bis zum 02.03.2015 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des Lüneburger SV von 250 €.

  4. Gegen den Spieler D (Lüneburger SV) wird eine Sperrstrafe von 7 Monaten bis zum 02.05.2015 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des Lüneburger SV von 250 €.

  5. Gegen den Spieler E (Lüneburger SV) wird eine Sperrstrafe von 6 Monaten bis zum 13.07.2015 einschließlich verhängt. Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält er zusätzlich eine Geldstrafe unter Vereinshaftung des Lüneburger SV von 250 €.

  6. Das Pokalspiel der Reservemannschaften Herren LSV 2 – VfL Bleckede 2 wird mit 0 Punkten und 0 Toren gegen beide Mannschaften gewertet.

  7. Die Kosten des Verfahrens haben der Spieler A (unter Vereinshaftung VfL Bleckede) zu 1/7, die Spieler D, C und E je zu 1/7 (jeweils unter Vereinshaftung des

I.Sachverhalt

Im Sonderbericht zu oben genanntem Spiel hat der Schiedsrichter folgendes geschildert:

„In der 90. + 4. Spielminute bekam der VfL Bleckede einen Eckstoß zugesprochen. Der Bleckeder Torwart rückte in den gegnerischen Strafraum auf. Der Ball wurde in den Strafraum geschlagen und per Kopf geklärt. Der Spieler D konnte dann den Ball erreichen und lief mit hohem Tempo Richtung gegnerische Hälfte. Wenige Meter von der Seitenlinie, rechte Spielfeldhälfte, auf Höhe der Auswechselbank LSV wurde der Spieler D von dem Bleckeder Spieler Nr. 13 A durch ein Foulspiel zu Fall gebracht. Herr A sprang dabei dem Gegenspieler von hinten in die Beine, der Ball war nicht spielbar weil einige Meter entfernt. Ich unterbrach das Spiel und wollte Herrn A durch Zeigen der Roten Karte des Feldes verweisen. In diesem Moment standen beide Spieler vom Boden auf, Herr D ging auf den Spieler A zu und verpasste diesem einen kräftigen Kopfstoß. Herr A erlitt dadurch eine Platzwunde an der Augenbraue. Im Anschluss begann dann Herr A den Spieler D mit Faustschlägen und Tritten anzugreifen, Herr D erwiderte diesen Angriff ebenfalls mit Schlägen und Tritten. In der Zwischenzeit kamen die Spieler B und C hinzugelaufen und begannen ebenfalls mit Schlägen und Tritten auf Herrn A einzuwirken. Einer dieser Spieler sprang dabei dem Spieler A von hinten mit einem Tritt mit den Stollen voraus in den Rücken. Leider konnte ich nicht genau zuordnen, welcher von den beiden die Aktion ausgeführt hat.….“

Der Schiedsrichter brach daraufhin das Spiel beim Stande von 2:1 ab.

Der Kreisspielausschuss hat unter dem 09.10.2014 ein Sportgerichtsverfahren gegen alle in Betracht kommenden Spieler und Verstöße beantragt, die mit dem Spiel im Zusammenhang stehen und um Wertung des Spieles gebeten. Die Spieler B, C, D und A wurden vorgesperrt.

Das Sportgerichtsverfahren wurde unter dem 15.10.2014 eingeleitet. Den Beteiligten wurde Gelegenheit gegeben, bis zum 31.10.2014 Stellung zu nehmen, und zwar sowohl zum Sachverhalt als auch zu der Ankündigung des Sportgerichtes, dass es im schriftlichen Verfahren entscheiden will. Auch zu der Zusammensetzung des Sportgerichts konnten die Beteiligten innerhalb der Frist Stellung nehmen.

Stellungnahmen sind nur von Seiten des LSV eingegangen.

Mit Schreiben ohne Datum, eingegangen am 22.10.2014, hat der LSV beantragt, die Vorsperre bezüglich B aufzuheben, da eine offensichtliche Verwechslung vorläge.

Nachdem der Irrtum feststand, wurde die Vorsperre aufgehoben und das Verfahren auf E ausgedehnt.

Weitere Stellungnahmen sind nicht eingegangen.

Die Beteiligten sind in der Vergangenheit alle bereits mehrfach durch unsportliches Verhalten aufgefallen und durch den Kreisspielausschuss bzw. das Kreissportgericht zu diversen Sperren verurteilt worden, die hier im Detail nicht aufgeführt werden.

 

II. Entscheidungsgründe:

  1. Da keine weiteren Stellungnahmen eingegangen sind, ist der oben genannte Sachverhalt aus dem Bericht des Schiedsrichters als unstreitig zugrunde zu legen, mit Ausnahme der Beteiligung von B.

  2. Der Spieler B war daher freizusprechen. Die Kosten gehen anteilig zu 1/7 zu Lasten des NFV.

  3. Der Spieler A (VfL Bleckede) hat durch die Beteiligung an der Schlägerei eine Tätlichkeit begangen, indem er mit der Faust und den Füssen Schläge und Tritte austeilte. Auch das Grätschen von hinten in die Beine, ohne den Ball spielen zu können, stellt eine Tätlichkeit dar. Alles zusammen stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist eine Strafe von 3 Wochen bis 12 Monaten Sperre, Ausschluss aus dem Verband bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen.

    Das Kreissportgericht hält hier eine Strafe von 7 Monaten Sperre unter Anrechnung der Vorsperre für diesen Vorfall für angemessen. Wer einen Gegenspieler vorsätzlich an dessen Gesundheit schädigt, muss empfindlich bestraft werden, da er nicht nur die Gesundheit eines Sportkameraden verletzt, sondern auch das Ansehen des Fußballsports erheblich schädigt. Vorsätzliche Gewalt hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen, und schon gar nicht von einem Spieler. Aufgrund der Tatsache, dass der Spieler einer der Verursacher der Schlägerei war und erhebliche Vorstrafen hat, die in die gleiche Richtung gingen, ist eine derart hohe Strafe gerechtfertigt, zumal er gerade erst wieder spielen durfte, nachdem ihn das Kreissportgericht zu 3 Monaten Sperre verurteilt hatte. Sollte der Spieler sein Verhalten nicht drastisch ändern, dürfte hier bald die Frage eines Verbandsausschlusses zu klären sein.

    Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält der Spieler A zusätzlich eine Geldstrafe von 240 € (20 € pro Woche Winterpause). Die Winterpause des VfL Bleckede 2 beträgt 12 Wochen. Damit ergibt sich eine Geldstrafe von 240 € .Hierfür haftet der VfL Bleckede mit nach § 11 Abs. 4 RuV.

  4. Der Spieler D (Lüneburger SV) hat durch die Beteiligung an der Schlägerei eine Tätlichkeit begangen, indem er mit der Faust und den Füssen Schläge und Tritte austeilte. Auch der Kopfstoß, der zum Aufplatzen der Augenbraue beim Gegenspieler führte, stellt eine Tätlichkeit dar. Alles zusammen stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist eine Strafe von 3 Wochen bis 12 Monaten Sperre, Ausschluss aus dem Verband bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen.

    Das Kreissportgericht hält hier eine Strafe von ebenfalls 7 Monaten Sperre unter Anrechnung der Vorsperre für diesen Vorfall für angemessen. Wer einen Gegenspieler vorsätzlich an dessen Gesundheit schädigt, muss empfindlich bestraft werden, da er nicht nur die Gesundheit eines Sportkameraden verletzt, sondern auch das Ansehen des Fußballsports erheblich schädigt. Vorsätzliche Gewalt hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen, und schon gar nicht von einem Spieler. Aufgrund der Tatsache, dass der Spieler einer der Verursacher der Schlägerei war und erhebliche Vorstrafen hat, die in die gleiche Richtung gingen, ist eine derart hohe Strafe gerechtfertigt. Sollte der Spieler sein Verhalten nicht drastisch ändern, dürfte hier bald die Frage eines Verbandsausschlusses zu klären sein.

    Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält der Spieler D zusätzlich eine Geldstrafe von 250 € (20 € pro Woche Winterpause, begrenzt auf 250 €). Die Winterpause des LSV 2 beträgt 17 Wochen. Damit ergäbe sich eine Geldstrafe von 340 €. Die Geldstrafe ist nach der Rechts- und Verfahrensordnung jedoch auf 250 € begrenzt. Hierfür haftet die LSV mit nach § 11 Abs. 4 RuV.

  5. Der Spieler C (Lüneburger SV) hat durch die Beteiligung an der Schlägerei eine Tätlichkeit begangen, indem er mit der Faust und den Füssen Schläge und Tritte austeilte. Alles zusammen stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist eine Strafe von 3 Wochen bis 12 Monaten Sperre, Ausschluss aus dem Verband bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen.

    Das Kreissportgericht hält hier eine Strafe von 5 Monaten Sperre unter Anrechnung der Vorsperre für diesen Vorfall für angemessen. Wer einen Gegenspieler vorsätzlich an dessen Gesundheit schädigt, muss empfindlich bestraft werden, da er nicht nur die Gesundheit eines Sportkameraden verletzt, sondern auch das Ansehen des Fußballsports erheblich schädigt. Vorsätzliche Gewalt hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen, und schon gar nicht von einem Spieler. Aufgrund der Tatsache, dass der Spieler ebenfalls eine Vorstrafe hat, die in die gleiche Richtung ging, ist eine derart hohe Strafe gerechtfertigt.

    Da der Sühnezweck durch die Winterpause nicht voll erreicht werden kann, erhält der Spieler C zusätzlich eine Geldstrafe von 250 € (20 € pro Woche Winterpause, begrenzt auf 250 €). Die Winterpause des LSV 2 beträgt 17 Wochen. Damit ergäbe sich eine Geldstrafe von 340 €. Die Geldstrafe ist nach der Rechts- und Verfahrensordnung jedoch auf 250 € begrenzt. Hierfür haftet die LSV mit nach § 11 Abs. 4 RuV.

  6. Der Spieler E (Lüneburger SV) hat durch die Beteiligung an der Schlägerei eine Tätlichkeit begangen, indem er mit der Faust und den Füssen Schläge und Tritte austeilte. Alles zusammen stellt einen Verstoß gegen § 43 Ziffer 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) dar. Hier ist eine Strafe von 3 Wochen bis 12 Monaten Sperre, Ausschluss aus dem Verband bzw. bis 250,00 € Geldstrafe vorgesehen.

    Das Kreissportgericht hält hier eine Strafe von 6 Monaten Sperre für diesen Vorfall für angemessen. Wer einen Gegenspieler vorsätzlich an dessen Gesundheit schädigt, muss empfindlich bestraft werden, da er nicht nur die Gesundheit eines Sportkameraden verletzt, sondern auch das Ansehen des Fußballsports erheblich schädigt. Vorsätzliche Gewalt hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen, und schon gar nicht von einem Spieler. Aufgrund der Tatsache, dass der Spieler erhebliche Vorstrafen hat, die in die gleiche Richtung gingen, ist eine derart hohe Strafe gerechtfertigt. Ihm war zu Gute zu halten, dass in den letzten 2 Jahren keine Vorfälle vorhanden waren, allerdings war er 2009/2010 bereits einmal zu einem halben Jahr Sperre verurteilt worden. Da der Spieler E keine Vorsperre erhalten hat, wird die Strafe erst ab sofort fällig. Die Sperre dauert daher bis zum 13.07.2015.

    Da der Sühnezweck durch die Winterpause und die Sommerpause nicht voll erreicht werden kann, erhält der Spieler E zusätzlich eine Geldstrafe von 250 € (20 € pro Woche Winterpause/Sommerpause, begrenzt auf 250 €). Die Sperre, die in Sommer und Winterpause fällt, beträgt mehr als 12,5 Wochen. Nach der Rechts- und Verfahrensordnung ist die Geldstrafe aber auf 250 € begrenzt. Hierfür haftet die LSV mit nach § 11 Abs. 4 RuV.

  7. Durch die Schlägerei haben beide Mannschaften den Spielabbruch nach § 37 Abs. 2 Buchstabe d.) der Spielordnung hervorgerufen. Die Spielwertung ist deshalb nach § 37 Abs. $ Spielordnung dahin zu treffen, dass keiner der beiden Mannschaften Punkte und Tore erhält. Im Pokalspiel hat das zur Folge, dass der nächste Gegner, auf den eine der beiden Mannschaften getroffen wäre, ein kampflos in die nächste Runde einziehen kann.

  8. Die Kosten des Verfahrens haben der Spieler D, E, C und A zu je 1/7 gemäß § 11 Abs. 1 RuV unter Vereinshaftung ihres jeweiligen Vereins gemäß § 11 Abs. 4 RuV und zusätzlich der NFV und beide Vereine je zu 1/7 zu tragen. Sie sind bis zum 1.03.2015 auf das Konto des NFV Kreis Lüneburg Nummer 29090 bei der Sparkasse Lüneburg, Bankleitzahl 24050110, zu überweisen, sofern keine Einzugsermächtigung erteilt worden ist.

17.12.2014

12-14/15

In dem Sportgerichtsverfahren betreffend die Anrufung des ESV Lüneburg auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens gegen den Verwaltungsentscheid wegen der Sperrstrafe gegen den Spieler X im Punktspiel der 1. Kreisklasse Herren TSV Gellersen II – ESV Lüneburg am 07.11.2014 hat das Kreissportgericht Lüneburg im schriftlichen Verfahren am 17.12.2014 in Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:  

1. Die Anrufung wird zurückgewiesen.
2. Die Verfahrenskosten sind vom ESV Lüneburg zu tragen.    

Tatbestand und Entscheidungsgründe:

I. Tatbestand:

Im oben genannten Spiel der 1.Kreisklasse wurde der Spieler des ESV X vom Schiedsrichter in der 31. Minute des Feldes verwiesen. Im Sonderbericht des Schiedsrichters heißt es dazu: „Der Spieler X wurde von Gellersen's Spieler Y verwarnungswürdig gefoult, beide Spieler gingen zu Boden. Als beide nebeneinander auf dem Boden lagen, trat der Spieler X seinen Gegenspieler leicht gegen die Beine und wurde dafür des Feldes verwiesen. Der Gegenspieler musste nicht behandelt werden und konnte sofort weiterspielen.“  

Der Spieler X wurde durch Verwaltungsentscheid vom 11.11.2014 bis zum 30.11.2014, höchstens für 3 Pflichtspiele, gesperrt.

Am 17.11.2014 hat der ESV das Sportgericht angerufen und die Aufhebung der Entscheidung beantragt. In der Anrufung heißt es:  

“Die Entscheidung war schon im Spiel nicht nachvollziehbar. Der Spieler X wurde von einem Gellerser Spieler gefoult und fiel zu Boden. Es wurde auf Freistoß für den ESV entschieden. Dennoch wurde der ESVer X zur Überraschung aller Beteiligten (auch der gegnerischen Spieler) des Feldes verwiesen, weil der Schiedsrichter ein Nachtreten gesehen haben will.   Nach dem Spiel waren sich in einem klärenden Gespräch unter Beteiligung des Schiedsrichters, des Gellersen Betreuers, des Trainers des ESV und der beteiligten Spieler alle Betroffenen einig, dass es sich um eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters gehandelt hat.  

Leider hat der Schiedsrichter versäumt, dies auch in seinem Schiedsrichterbericht zu vermerken.   Deshalb beantragen wir, den o.g. Verwaltungsentscheid aufzuheben. In dem Gespräch unter Zeugen gab der Schiedsrichter zu, dass es eine Fehlentscheidung war. “  

Den Beteiligten wurde Gelegenheit zur Stellungnahme zur Sache, zur Besetzung des Kreissportgerichtes und zur Möglichkeit, eine mündliche Verhandlung zu beantragen, bis zum 21.11.2014 gegeben.  

Mündliche Verhandlung wurde nicht beantragt. Gegen die Besetzung des Sportgerichts wurden keine Einwendungen erhoben.  

Der Vorsitzende des Kreissportgerichtes hat daraufhin mit dem Schiedsrichter telefoniert und ihm die Stellungnahme des ESV vorgehalten. Der Schiedsrichter hat daraufhin seine Entscheidung nochmals bestätigt. Er habe deutlich ein Nachtreten von X gesehen, auch wenn dies keine Verletzungsfolgen hatte. Nach dem Spiel habe er keinen Fehler eingeräumt. Vielmehr habe man ihn von Seiten des ESV versucht, zu überreden, aus der Roten Karte eine Gelb-Rote zu machen und dies entsprechend falsch in den Spielbericht hinein zu schreiben. Er habe sich aber auf nichts eingelassen. Der TSV Gellersen habe sich aus der ganzen Diskussion herausgehalten.  

Weitere Stellungnahmen sind nicht eingegangen.  

II. Entscheidungsgründe:  

Die Anrufung ist zurück zu weisen, da davon auszugehen ist, dass der Spieler X gegen seinen Gegenspieler nachgetreten hat.  

Dies wird zwar von Seiten des ESV bestritten, jedoch hat der ESV keine Gegenbeweise dargelegt. Zeugenaussagen zur strittigen Szene wurden nicht übersandt.  

Allein die nicht bewiesene Behauptung, der Schiedsrichter habe seine Entscheidung nach dem Spiel als Fehlentscheidung anerkannt, lässt eine andere Sichtweise nicht zu, zumal der ESV auch zu diesem Sachverhalt keine Zeugenaussagen vorgelegt hat, was im schriftlichen Verfahren notwendig gewesen wäre. Auch die Nennung von zwei Namen ohne Kontaktdaten kann das Kreissportgericht nicht vom Gegenteil überzeugen.  

Hinzu kommt dass der Schiedsrichter in dem Telefonat mit dem Vorsitzenden des Kreissportgerichtes nichts dergleichen eingeräumt hat, sondern vielmehr noch behauptet hat, der ESV habe nach dem Spiel versucht, ihn zu einem Betrug zu überreden, in dem in den Spielbericht statt der Roten Karte eine Gelb-Rote eingetragen würde. Dies ist schon ungeheuerlich und sollte beim ESV doch zu einem gewissen Nachdenken führen, ob dies das Verhalten eines fairen Sportsmannes ist. Für das Kreissportgericht steht fest, dass eine Tätlichkeit nach § 43 Abs. 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) verübt wurde, die eine Strafe zwischen 3 Wochen und 12 Monaten nach sich zieht.  

Der Spielausschuss hat 3 Wochen Sperre höchstens jedoch 3 Pflichtspiele angesetzt. Dies liegt am untersten Rand bei Tätlichkeiten und ist auch nach Ansicht des Kreissportgerichts angemessen.

Seite zuletzt aktualisiert am: 16.12.2018

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