15.06.2016

Fusionsgespräche mit Uelzen und Lüchow-Dannenberg werden weiter geführt

Von den 52 stimberichtigen gab es nur eine Gegenstimme und vier Enthaltungen

Klare Mehrheit für Fortführung der Gespräche

Ob es einen 50. Kreistag 2019 in dieser Konstellation in Lüneburg noch geben wird, ist fraglich. Auf dem 49. ordentlichen Kreistag in Adendorf (Hotel Teichaue) wurde jetzt nicht nur der Vorstand und die Ausschüsse gewählt, es wurde auch abgestimmt, ob die Fusionsgespräche mit den Nachbarkreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen weiter vorangetrieben werden sollen. Die Resonanz war zwar kritisch, aber eindeutig für eine Fortsetzung der Fusionsgespräche. Eine endgültige Abstimmung über eine Fusion soll aber erst 2017 erfolgen. Nach 90 Minuten plus Verlängerung stand fest: Weiter machen!!

Sie bilden den Vorstand des NFV-Kreises Lüneburg (von links): Vorsitzender Christian Röhling, Michael Paul (Öffentlichkeitsarbeit), Annegret Wozny (Frauen und Juniorinnen), Karsten Böttcher (Qualifizierung), Klaus Ostermann (Schatzmeister), Klaus Dieter Arndt (Jugend), Thore Lohmann (Spielausschuss), Ulrich Brockhöft (Sportgericht) und Roman Schuller (Schriftführer/Ehrenamt). Es fehlt Falko Meyer (Schiedsrichter). Foto: be

Neben dem Vorsitzenden Christian Röhling wurden mit einer Ausnahme auch alle anderen Vorstandsmitglieder in Ihren Ämtern bestätigt und einstimmig wiedergewählt. In den Ausschüssen gab es jedoch die eine oder andere Veränderung. Für den scheidenden Vorsitzenden des Kreisausschusses für Qualifizierung Dirk Lindemann, wurde Klaus Böttcher neu in den Vorstand gewählt.

Linda Kunzelmann nimmt die Uhrkunde für die 2. Frauenmannschaft der Eintracht Lüneburg stellvertretend entgegen.
Jugend Fußballobmann E.-D. Feddern erhält die Urkunde für den Kreismeister der 1. Herren


Zuvor sah die Tagesordnung aber Ehrungen vor. So wurde traditionell der Kreismeister der Frauen (SV Eintracht Lüneburg II) und der Herren (VfL Lüneburg) vom Spielausschussvorsitzenden mit einer großen Bilderurkunde geehrt.

Ein Novum gab es jedoch bei der Ehrung des Deutschen Vize-Meister der Ü50 Senioren. Noch nie gab es diese Art von Ehrung auf einem Kreistag, aber auch noch nie gab es einen Deutschen Vize-Meister aus dem Lüneburger Kreis. In der Vielzahl der Titel und Ehrungen, die sich die SG Heidetal/Ilmenau in der letzten Saison gesammelt haben, reiht sich wieder eine ein.

Bringen 62 Jahre NFV Ehrenamtarbeit auf die Wagschale: Dieter Donat (l.) und Jürgen Kahrs (m.). Klaus Arndt verabschiedet sie.

Neben den Ehrungen gab es auch Verabschiedungen. So stellte sich Dirk Lindemann vom TuS Hohnstorf (Vorsitzender des Kreisausschusses für Qualifizierung) nicht mehr zur Wahl. Für ihn wurde Karsten Bötcher (SV Scharnebeck) in den Vorstand gewählt. 62 Jahre NFV-Arbeit können Jürgen Kahrs (25 Jahre im Jugendausschuss) und Heinz-Dieter Doneck (MTV Treubund) , der bis 31.12.2015 (37 Jahre Schulreferent) im Amt war, nachweisen.

Weiterhin hören als Beisitzer im Qualifizierungsausschuss auf: Karsten Brammer (TuS Neetze), Christiane Ewald (MTV Laßrönne) und Petra Krube (TuS Reppenstedt) und bei den Schiedsrichtern Hendrik Hansen (TSV Bardowick) und Martin Ramm (TuS Reppenstedt.

Neu als Beisitzer im Jugendausschuss ist Axel Hüngens (Tus Barskamp) und bei den Schiedsrichtern Brian Backhaus (FC Echem), Björn Kowalik (TuS Brietlingen), Siegmund Suchanek (MTV Handorf) und Manfred Wolff (MTV Handorf).

Die Fusion wird kommen

Aber viel spannender auf dem Kreistag war das Thema Fusion. In sogenannten Infoveranstaltungen wurden die Vereine in allen drei Kreisen über das Vorhaben der Kreisfußballverbände Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen schon im Vorwege informiert. Auf den moderat besuchten Veranstaltungen wurden kritische Fragen beantwortet. Eine gewisse Skepsis war da schon zu spüren, aber kein Widerstand. Nun gab es noch einmal für über 50 anwesende Vereinsvertreter, trotz EM in Frankreich, eine Vorstellung der Fusionspläne.

Die Vorsitzenden der Kreise waren sich im April schon enig, dass es alleine nicht mehr weiter geht: von links Gerd Lüdtke (Kreisvorsitzender UE), Karl Hermann Ahlers (Kreis-Vorsitzender DAN).

Schon Anfang Januar haben sich die Vorstände und ihre Vertreter der drei Fußballkreise beschnuppert und erste Annäherungsgespräche geführt. Diese „Lenkungsgruppe“ hat im April ihre restlichen Vorstandskollegen zu einer Sitzung eingeladen.

Die 22 Vorstandskollegen aus den drei Kreisen haben gesehen und festgestellt, dass die anderen „auch so aussehen wie wir“ und sie waren sich alle einig: Ja, wir wollen versuchen, die drei Schiffe eigenverantwortlich sicher in den Hafen zu manövrieren und 2018 unter gemeinsamer Flagge wieder auslaufen, solange wir noch Wasser unterm Kiel haben. Denn 2018 könnte das Wasser vom Niedersächsischen Fußballverband in Barsinghausen abgedreht werden und dann wird der Zusammenschluss verordnet.

Verbandsspielausschussvorsitzender Jürgen Stebani kündigt auch Einschnitte in den Bezirksligan an.

Die größten Bedenken der Vereine sind dabei fast immer die langen Auswärtsfahrten, besonders für die kleinen Vereine und damit verbunden steigende Kosten. Das war auch beim Kreistag ein Thema. Aber weite Fahrten sollen ja auch nur auf die Vereine zukommen, die in den Bezirk aufsteigen wollen und dort geht es jetzt schon durch die drei Kreise. Aus Sicht vielen Verantwortlichen in den Vereinen wird die Herstellung der „alten Bezirksklasse“ gewünscht, da der Sprung von der Kreisliga in die Bezirksliga sehr groß ist! Ehrenmitglied und Verbandsspielausschussvorsitzender Jürgen Stebani fügt noch hinzu, dass auch die Bezirksligen schrumpfen und stärker werden. Bezirksklasse darf die neue Liga aber nicht heißen, Kreisoberliga auch nicht, vielleicht ja Fusionsliga, oder Leistungsliga. Eine Namensgebung ist aber wohl das kleinere Übel.

Wäre 2015/16 die Qallifikation gewesen, sehe die neue "Kreisoberliga" 2016/17 so aus.

Lüneburgs Kreisspielausschussvorsitzender Thore Lohmann moderierte ein Vorschlag. So soll es 2018/19 in den jetzigen Kreisligen eine Qualifikation für die neue Leistungsklasse A, nennen wir sie trotzdem mal „Kreisoberliga“, geben. Geplant ist ein Start mit 18 Mannschaften (7 LG, 7 UE, 4 DAN), die sich dann durch fünf Absteiger für den Start in die Saison 2020/21 auf 16 reduziert. In den unteren Klassen wird auch weiterhin in regional eingeteilten Staffeln gespielt. Wenn die Kreisgrenzen verschwinden, entstehen neue Staffeln, die durchaus auch kürzere Auswärtsfahrten haben können.

Extern-Moderator Jörg Beismann vom LandesSportBund Niedersachsen betont noch einmal, dass es nicht um "Groß schluckt Klein" geht.

Kreisjugendobmann Klaus-Dieter Arndt bestätigte, dass im Jugendbereich die U7- bis U11-Junioren auf jeden Fall unter sich bleiben und weiterhin regional spielen. Ab U12 könnten zwei regionale Ligen die je fünf Besten für die überregionale U13 Kreisliga ausspielen, die dann den Aufstieg in den Bezirk ermitteln. Ähnlich bei den U14- bis U18-Junioren. Für die U19 gibt es gleich eine überregionale Kreisliga. In den drei Kreisen würde es dann 350 – 360, mit den höherklassig spielenden über 400 Jugendmannschaften geben. Das hat dann schon ein Gewicht, was sich sehen lassen kann.

Darüber hinaus würde es einen eigenen DFB-Stützpunkt geben. Dann müssten die Dannenberger nicht nach Lüneburg und die Uelzener nicht nach Munster fahren. Es besteht die Möglichkeit, einen zentralen Stützpunkt in Bienenbüttel oder Bad Bevensen einzurichten. Aber alles sind nur Ideen und Vorschläge, nichts ist in Stein gemeißelt.

Wir sind für alle Vorschläge offen, betonten Lohmann und Arndt mehrmals. Nichts geht ohne Euch betont Röhling am Ende nochmals an die Teilnehmer.

Für über 100 Vereine könnte der Spielbetrieb in einer „Leistungsklasse“ qualitativ besser werden, Talentförderung sowohl bei den Spielern als auch bei den Schiedsrichtern verbessert sich, neue Spielklassen im Seniorenbereich könnten entstehen und vieles mehr gibt es als positive Aspekte zu beleuchten. Alles gute Gründe sich mit dem Thema weiter zu beschäftigen.

Nicht außer Acht darf man den demografischen Wandel sehen. Da hilft auch kein Hoffen auf steigende Flüchtlingszahlen im Juniorenbereich. Fest steht, dass die jetzt über 35.000 Jugendlichen unter 20 Jahren im Jahre 2013 auf unter 30.000 im Kreis sinken. Und wenn die Teams in einer Saison nicht vier Mal gegen den gleichen Gegner spielen wollen, müssen sie sich wie schon in anderen Sportarten ausweiten.

Anke Frommann (KSB Lüneburg) sammelt Anregungen auf der Infoveranstalltung

Die NFV-Kreisvorstände wollen ihren Vereinen transparent entgegen kommen und ihnen letztendlich regelmäßig den aktuellen Stand der Gespräche mitteilen. Mit 243 Mannschaften aus Uelzen, 349 aus Lüneburg und 145 aus Lüchow-Dannenberg (Stand Jan. 2016), würde die im Masterplan angegebene magische Grenze von 600 Mannschaften, die ein Groß-Kreis erfüllen soll, bequem überschritten.

Im Jahre 2017 findet im Niedersächsischen Fußballverband der nächste Verbandstag statt, es ist dort angedacht, dass dann die derzeitige freiwillige Fusion in eine satzungsgemäße vorgeschriebene Fusion geändert wird. Darauf müssen sich die hiesigen Kreise vorbereiten und in den kommenden Monaten gemeinsam Lösungsvorschläge erarbeiten, um ab 2017/2018 neu organisiert zu sein.

Auch wenn sich in der zukunftsweisenden Notwendigkeit einiges ändern wird, bleibt doch meist alles beim Alten: „Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten“ und weiterhin muss „Das Runde ins Eckige“ (Zitate von Sepp Herberger).

Endspielorte

Ach ja und dann wurden noch die nächsten Kreispokal-Endspielorte von Thore Lohmann verkündet:

2017: TuS Barskamp, nur Kombacher Herren - SV Karze, die restlichen vier Endspiele
2018: Dahlenburger SK zum 100-jährigem Bestehen
2019: SV Göhrde/Nahrendorf zum 125-jährigem Bestehen

Bericht und Fotos: Michael Paul

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Seite zuletzt aktualisiert am: 12.11.2018

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