17.12.2014

12-14/15

In dem Sportgerichtsverfahren betreffend die Anrufung des ESV Lüneburg auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens gegen den Verwaltungsentscheid wegen der Sperrstrafe gegen den Spieler X im Punktspiel der 1. Kreisklasse Herren TSV Gellersen II – ESV Lüneburg am 07.11.2014 hat das Kreissportgericht Lüneburg im schriftlichen Verfahren am 17.12.2014 in Lüneburg folgende Entscheidung getroffen:  

1. Die Anrufung wird zurückgewiesen.
2. Die Verfahrenskosten sind vom ESV Lüneburg zu tragen.    

Tatbestand und Entscheidungsgründe:

I. Tatbestand:

Im oben genannten Spiel der 1.Kreisklasse wurde der Spieler des ESV X vom Schiedsrichter in der 31. Minute des Feldes verwiesen. Im Sonderbericht des Schiedsrichters heißt es dazu: „Der Spieler X wurde von Gellersen's Spieler Y verwarnungswürdig gefoult, beide Spieler gingen zu Boden. Als beide nebeneinander auf dem Boden lagen, trat der Spieler X seinen Gegenspieler leicht gegen die Beine und wurde dafür des Feldes verwiesen. Der Gegenspieler musste nicht behandelt werden und konnte sofort weiterspielen.“  

Der Spieler X wurde durch Verwaltungsentscheid vom 11.11.2014 bis zum 30.11.2014, höchstens für 3 Pflichtspiele, gesperrt.

Am 17.11.2014 hat der ESV das Sportgericht angerufen und die Aufhebung der Entscheidung beantragt. In der Anrufung heißt es:  

“Die Entscheidung war schon im Spiel nicht nachvollziehbar. Der Spieler X wurde von einem Gellerser Spieler gefoult und fiel zu Boden. Es wurde auf Freistoß für den ESV entschieden. Dennoch wurde der ESVer X zur Überraschung aller Beteiligten (auch der gegnerischen Spieler) des Feldes verwiesen, weil der Schiedsrichter ein Nachtreten gesehen haben will.   Nach dem Spiel waren sich in einem klärenden Gespräch unter Beteiligung des Schiedsrichters, des Gellersen Betreuers, des Trainers des ESV und der beteiligten Spieler alle Betroffenen einig, dass es sich um eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters gehandelt hat.  

Leider hat der Schiedsrichter versäumt, dies auch in seinem Schiedsrichterbericht zu vermerken.   Deshalb beantragen wir, den o.g. Verwaltungsentscheid aufzuheben. In dem Gespräch unter Zeugen gab der Schiedsrichter zu, dass es eine Fehlentscheidung war. “  

Den Beteiligten wurde Gelegenheit zur Stellungnahme zur Sache, zur Besetzung des Kreissportgerichtes und zur Möglichkeit, eine mündliche Verhandlung zu beantragen, bis zum 21.11.2014 gegeben.  

Mündliche Verhandlung wurde nicht beantragt. Gegen die Besetzung des Sportgerichts wurden keine Einwendungen erhoben.  

Der Vorsitzende des Kreissportgerichtes hat daraufhin mit dem Schiedsrichter telefoniert und ihm die Stellungnahme des ESV vorgehalten. Der Schiedsrichter hat daraufhin seine Entscheidung nochmals bestätigt. Er habe deutlich ein Nachtreten von X gesehen, auch wenn dies keine Verletzungsfolgen hatte. Nach dem Spiel habe er keinen Fehler eingeräumt. Vielmehr habe man ihn von Seiten des ESV versucht, zu überreden, aus der Roten Karte eine Gelb-Rote zu machen und dies entsprechend falsch in den Spielbericht hinein zu schreiben. Er habe sich aber auf nichts eingelassen. Der TSV Gellersen habe sich aus der ganzen Diskussion herausgehalten.  

Weitere Stellungnahmen sind nicht eingegangen.  

II. Entscheidungsgründe:  

Die Anrufung ist zurück zu weisen, da davon auszugehen ist, dass der Spieler X gegen seinen Gegenspieler nachgetreten hat.  

Dies wird zwar von Seiten des ESV bestritten, jedoch hat der ESV keine Gegenbeweise dargelegt. Zeugenaussagen zur strittigen Szene wurden nicht übersandt.  

Allein die nicht bewiesene Behauptung, der Schiedsrichter habe seine Entscheidung nach dem Spiel als Fehlentscheidung anerkannt, lässt eine andere Sichtweise nicht zu, zumal der ESV auch zu diesem Sachverhalt keine Zeugenaussagen vorgelegt hat, was im schriftlichen Verfahren notwendig gewesen wäre. Auch die Nennung von zwei Namen ohne Kontaktdaten kann das Kreissportgericht nicht vom Gegenteil überzeugen.  

Hinzu kommt dass der Schiedsrichter in dem Telefonat mit dem Vorsitzenden des Kreissportgerichtes nichts dergleichen eingeräumt hat, sondern vielmehr noch behauptet hat, der ESV habe nach dem Spiel versucht, ihn zu einem Betrug zu überreden, in dem in den Spielbericht statt der Roten Karte eine Gelb-Rote eingetragen würde. Dies ist schon ungeheuerlich und sollte beim ESV doch zu einem gewissen Nachdenken führen, ob dies das Verhalten eines fairen Sportsmannes ist. Für das Kreissportgericht steht fest, dass eine Tätlichkeit nach § 43 Abs. 8 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuV) verübt wurde, die eine Strafe zwischen 3 Wochen und 12 Monaten nach sich zieht.  

Der Spielausschuss hat 3 Wochen Sperre höchstens jedoch 3 Pflichtspiele angesetzt. Dies liegt am untersten Rand bei Tätlichkeiten und ist auch nach Ansicht des Kreissportgerichts angemessen.

Seite zuletzt aktualisiert am: 12.11.2018

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