14.10.2015

Flüchtlingskinder beim LSK erhalten finanzielle Unterstützung

Im Rahmen der Initiative „1:0 für ein Willkommen“ stellt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) über die DFB-Stiftung Egidius Braun Fußballvereinen, die sich für Flüchtlinge engagieren, Trainingstextilien zur Verfügung. Die Materialien des DFB-Generalausrüsters umfassen unter anderem Trikots, Trainingsanzüge, Regen- sowie Stadionjacken und stammen aus Beständen der verschiedenen Nationalmannschaften im Männer- und Frauenbereich (überwiegend Junioren/innen-Teams). Der Warenwert liegt bei über 300.000 Euro.  

Aktuell wurden in den letzten sechs Monaten durch die DFB-Stiftung, die Nationalmannschaft sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration bereits rund 700 Fußballvereine für ihr Engagement um Flüchtlinge mit einer pauschalen Zuwendung in Höhe von je 500 Euro unterstützt.  

Dazu hat sich der Lüneburger SK Hansa beworben und die oben genannte Zuwendungen erhalten. Die U11-Junioren um Trainer Oliver Schulz und Co-Trainer Jörn Fabel haben vier Flüchtlingskinder in ihren Reihen und freuen sich riesig über die 500 € von der Egidius Braun Stiftung. 

NFV-Kreisvorsitzender Christian Röhling (l.) konnte mit einem Scheck die U11-Junioren um Trainer Oliver Schulz (3. v. l.) und Co-Trainer Jörn Fabel (2. v. r.) überraschen.

05.10.2015

"Berlin war eine Reise wert"

Deutscher Fußball Vize-Meister der Ü50-Senioren: SG Heidetal/Ilmenau

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“. So halte es nach der Norddeutschen Meisterschaft. Das gab es wohl noch nie im Lüneburger Kreis, das ein Fußballverein bei einer Deutschen Meisterschaft teilnimmt und dann noch als Vize-Meister heimkehrt. Diese faustdicke Überraschung gelang den Ü50-Kickern einer Spielgemeinschaft aus Betzendorf (1.100) und Melbeck (3.500 Einwohner) der SG Heidetal/Ilmenau in Berlin.  

Das ganze fing mit der überraschenden Niedersächsischen Vize-Meisterschaft hinter Hannover 96 im Juni an (wir berichteten) und sollte sich mit der Norddeutschen Meisterschaft im August in Hamburg fortsetzen, als man den VfB Lübeck, hinter sich ließ. Hannover 96 scheiterte an den VfB Lübeck.  

Als krasser Außenseiter reisten die Mannen von Trainer Rainer BEISTER (Vater des Ex-HSV-Profi Maximilian BEISTER, jetzt Mainz 05) nun zur Deutschen Meisterschaft im September nach Berlin. Der amtierende Titelträger FC Bayern München schaffte die Qualifikation erst gar nicht.  

Bis auf Ex-Profi Ralf SIEVERS (Eintracht Frankfurt und FC St. Pauli) haben die meisten Spieler der Spielgemeinschaft nur Bezirksligaerfahrungen. Jetzt durften sie bei den sechs besten Teams Deutschland mit dabei sein. Und dafür haben sich die 50- bis 60-jährigen Herren wie ein 20-jähriger auch in der Vorbereitung gequält. Zwölf Wochen lang wurde zwei bis drei Mal wöchentlich trainiert. Bauingenieur Wolfgang LÜHR hat auch nicht gedacht, dass er mit 60 Jahren noch mal zehn Kilometer am Stück laufen kann. Aber nach vier Wochen hat es geklappt. Was sagte Rektor Hartmut LENZ: „Umso erfolgreicher man ist, umso weniger Schmerzen hat man.“ Nach dem Überraschungssieg bei den Norddeutschen Meisterschaften „wollen wir jetzt alles“, sagte der Lehrer noch vor dem Ü50-Cup in Berlin.  

Fast wäre es alles geworden. Doch die DSC Arminia aus Bielefeld machte den Heidetalern ein Strich durch die Rechnung. Nach dem 3:1 Auftaktsieg (Tore: Ralf SIEVERS, Hartmut SCHMIDT und Frank ALPERS) über den Süddeutschen Meister SG Stadelhofen-Oberkirch, die den 1. FC Nürnberg ausschalteten, setzte es eine 1:2 Niederlage gegen den Westdeutschen Meister. Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn der Strafstoß von SIEVERS im Tor gelandet wäre. Langes Trauern war nicht angesagt, denn mit der NSF Gropiusstadt (Stadtteil von Berlin) sollte der der nächste schwere Brocken bewältigt werden. Die Berliner konnten die Deutsche Meisterschaft schon 2012 und 2013 gewinnen. Hier machte SIEVERS sein Missgeschick des gehaltenen Strafstoßes wieder gut und brachte die SG in Führung. Es folgte zwar noch der Ausgleich, doch Teamchef BEISTER bilanzierte nach dem ersten Tag: „Wir haben vier Punkte geholt und bei ein wenig mehr Glück wäre auch noch mehr drin gewesen. Wir sind mit dem Erreichten sehr zufrieden“.  

Der Sonntag startete nach Toren von LENZ und ALPERS mit einem 2:0 Sieg über den Ostdeutschen Meister die SG Neuhausen/Cämmerswalde/Deutschneudorf. Im letzten Spiel des Turniers war schon klar, dass der Norddeutsche Meister nicht mehr Deutscher Meister werden konnte. Aber die Vize-Meisterschaft war noch drin. „Wir werden hier noch mal alles in die Waagschale legen und uns den Vize-Titel holen“, feuerte Coach BEISTER noch mal das Team an und die Mannschaft enttäuschte den Teamchef nicht. ALPERS, LENZ und SIEVERS sorgten mit dem 3:0 über den Südwestmeister VfB Dillingen für ein Happy End und die Deutsche Vize-Meisterschaft für die SG Heidetal/Ilmenau.  

Bei der Siegerehrung gab es dann noch mehr als die Vize-Meisterschaft zu feiern. Ralf SIEVERS wurde noch zum „Besten Spieler des Turniers“ gewählt. Obendrein wurden Hartmut LENZ und Frank ALPERS sowie Joachim Fuhrberg (Arminia Bielefeld), Thomas Knuth (NSF Gropiusstadt) und Uwe Haas (VfB Dillingen) mit ihren 3 erzielten Toren zu den „Besten Torjägern“ des Turniers ausgezeichnet.  

Als der Busfahrer Michael SEIFFERT dann um 20.15 Uhr auf das Sportheim in Melbeck zufuhr, war die Überraschung bei der Mannschaft noch einmal riesengroß. Denn es stand ein „Empfangskomitee“ von ca. 20 Angehörigen und Fans auf der Straße, die das erfolgreiche Team der SG Heidetal/Ilmenau mit Sprechchören, großem Banner und lauten Trompeten in Empfang nahmen. Berlin war eine Reise wert.  

Bericht: Michael Paul

Deutscher Vize-Meister 2015 der Ü50-Senioren: Hinten von links: Dieter Bundt, Norbert Kloss, Rainer Beister, Hartmut Lenz, Ralf Sievers, Wolfgang Lühr, Volker Gottwald, Thomas Dau, Hartmut Schmidt, Peter Bornemann, Jan Holdberg, Ulrich Petersen, Reinhold Narewski, Bernd Troschitz, Alexander Koska vorne von links: Jens Alpers, Robert Grabowski, Anne (DFB Betreuerin), Torsten Winter, Hüseyin Özdemir. Es fehlt: Ingo Meyer

11.09.2015

Förderauswahl bereitet sich für den Leistungsvergleich vor

Seit fünf Jahren gibt es im NFV-Kreis Lüneburg nicht mehr die alt bekannten drei Kreisauswahlen, sondern nur noch eine Förderauswahl. Die einjährige Talentförderung, die aus dem älteren E-Junioren-Jahrgang besteht, endet mit dem Sparkassen-Cup im Frühjahr. Im Jahre 2000 haben die Kreise Uelzen, Rotenburg und Lüneburg erstmalig sich der Talentförderung des DFB verschrieben und sich zu einem Leistungsvergleich getroffen. Mittlerweile nahmen bei dem letzten Vergleich mit Osterholz, Heidekreis, Harburg, Stade, Lüchow-Dannenberg und mit Cuxhaven neun Kreise an den Leistungsvergleichen teil. Hier findet eine Sichtung statt, bei der die Besten anschließend im DFB-Stützpunkt landen und vielleicht danach den Sprung in die NFV-Auswahl schaffen.  

Mit dem Jahrgangs 2005 schickt der NFV Kreis Lüneburg die 6. Förderauswahl in die neue Saison. Wie in Lüneburg üblich, wurde bereits vor den Sommerferien mit der Sichtung der talentierten Fußballer des Jahrgangs 2005 begonnen. Die Vereine aus dem Kreis Lüneburg haben insgesamt 71 talentierte Fußballer zu den beiden vorgegebenen Sichtungsterminen gemeldet. Zu den ersten beiden Trainingseinheiten wurden zunächst 27 Talente eingeladen. Nach der zweiten Trainingseinheit haben sich die beiden Auswahltrainer, Dirk Bublitz und Philipp Meyer, noch vor den Sommerferien auf einen 19 Spieler umfassenden Kader festgelegt.  

Beim ersten Training nach den Sommerferien konnten die beiden Trainer 18 gutgelaunte und hochmotivierte Fußballer auf dem Trainingsgelände begrüßen, die alle Trainingseinheiten mit großer Neugier und Freude absolviert haben. Der fehlende 19. Spieler hatte sich aufgrund eines in den Ferien erlittenen Mittelfußbruches vom Training abgemeldet.  

Die Förderauswahl des NFV Kreis Lüneburg wird bis zum Beginn der Herbstferien jeden Montag trainieren und sich auf den Leistungsvergleich vorbereiten. Dieser findet am Sonntag, 11. Oktober 2015 in Lüneburg um 11:00 Uhr auf der Sportanlage des VfL Lüneburg (Am Grasweg 27) statt. Zu diesem Leistungsvergleich stoßen dann neben dem Kreis Verden Verden (Bezirk Lüneburg) mit Nienburg und Diebholz aus dem Bezirk Hannover zwei weitere Kreise aus dem Nachbarbezirk dazu, so dass dann zwölf Kreisauswahlen erwartet werden (Kreis Celle wird nicht teilnehmen). Nicht nur Organisator Karsten Brammer würde sich über viele Besucher bei hoffentlich schönem Wetter freuen.

Bericht: Karsten Brammer / Michael Paul
Foto: Karsten Brammer  

Die Lüneburger Förderauswahl Jahrgang 2005 mit: Kjell Barufe, Maximilian Engel, Yanic Harms, Alexander Lich, Jeremy Mahn, Leandro Neumann, Dominik Schubert (alle JSG Ilmenautal), Johan-nes Kramer (Tus Barendorf), Christof Schwabel (JSG Roddau), Marc Voronkov (Lüneburger SK), Tyler Salow (Lüneburger SV), Claas Bjarne Wolter (MTV Treubund), Colin Morawetz (SV Scharne-beck), Tom Lahme, Jakob Schramm (beide TSV Adendorf), Finn Schmedt (TUS Barskamp), Vigo Langer (TUS Brietlingen), Lasse Riekmann (VfL Lüneburg) es fehlt Simon Volpe (MTV Treubund)

26.07.2015

Mit 18 Jahren die Frauen-Regionalliga leiten

Zukünftig wir Celina Böhm (18) auch in der Frauen-Regionalliga-Nord ihre Karten zeigen. Foto: mip
Zukünftig wir Celina Böhm (18) auch in der Frauen-Regionalliga-Nord ihre Karten zeigen.

Tolle Aufstiege von zwei Lüneburger Schiedsrichterinnen

Ab der Saison 2015/16 leiten Anne-Kathrin Heuer (21) und Celina Sophie Böhm (18) Begegnungen in der Frauen-Regionalliga Nord und werden in ganz Norddeutschland als Unparteiische amtieren. Aber sie werden auch auf nationaler Ebene tätig sein: als Assistentinnen gelang der Sprung auf die DFB-Liste. So werden sie zukünftig zwischen Kiel und Leipzig, Potsdam und Gütersloh in der 2. Frauen-Bundesliga eingesetzt. Immerhin kicken in der Nordstaffel zweite Mannschaften von den Ex-Champions Siegerinnen VfL Wolfsburg und Turbine Potsdam.  

Mit Celina Böhm hat sich Lüneburgs Pressewart Michael Paul bei ihrem Stammverein SV Eintracht Lüneburg getroffen. Bereits mit 14 Jahren begann die in Barendorf wohnende Studentin der Wirtschaftsinformatik ihre Karriere beim dortigen TuS, als sie die Schiedsrichterprüfung ablegte. Bereits ein halbes Jahr später sah sie mehr Möglichkeiten als Schiedsrichterin und auch als Spielerin bei der Eintracht. Nach ihrem ersten Verbandslehrgang in Barsinghausen im September 2012 stieg sie schon mit 15 Jahren in die B-Juniorinnen-Oberliga Niedersachsen auf. Noch im selben Jahr wurde sie zu Lüneburger Jungschiedsrichterin des Jahres gekürt. Im Gespann mit Bezirksliga-Schiedsrichter Tarek Mgherbi reifte sie schnell zu einer der besten Assistentinnen des Bezirkes heran.  

Weitere Highlights folgten: beim Jung-Schiedsrichter-Turnier im Januar 2013 stand sie mit ihrer Kollegin Anne Heuer als Referee in der Halle und beim Freundschaftsspiel im September des Jahres SV Eintracht Lüneburg gegen den Hamburger SV (0:4) assistierte Celina Böhm vor 2.000 Zuschauern Ex-DFB-Schiedsrichter Tobias Helwig an der Linie, mit dem sie auch viele Einsätze in der A-Junioren-Regionalliga verzeichnete. Zwei Wochen später schnitt sie beim Verbandslehrgang in Barsinghausen als Lehrgangsbeste ab und der Aufstieg in die Frauen-Oberliga Niedersachsen war perfekt.

Erfolgreich leitete Celina Böhm (5.v.l.) das Bezirks-Pokal-Endspiel der Frauen im Mai. Foto: Kreiszeitung

Sicherlich etwas traurig werden die Oberliga-Frauenteams des MTV Barum und des VfL Jesteburg sein, da sie dort sehr viele Spiele zu leiten hatte und man ihr jederzeit gute Leistungen attestierte - das wird aufgrund der neuen Aufgaben jetzt sicherlich weniger werden.  

Als Belohnung für eine tolle Saison 2014/15 wurde sie mit der Leitung des Bezirkspokalfinales der Frauen (MTV Jeddingen - TSV Wallhöfen 3:1) betraut, das sie vor großer Kulisse mit nur zwei Gelben Karten souverän über die Bühne brachte. Zur neuen Saison erfolgt jetzt auch der Einstieg in den Herrenbereich, dort ist sie in der Kreisliga fest eingeplant. Die Generalprobe war erfolgreich: im Rahmen des Lüneburger LZsport-Cups meisterte sie die Partie des Landesligisten MTV Treubund Lüneburg gegen den SV Wendisch Evern aus der Bezirksliga fehlerlos.  

Im Mai des laufenden Jahres musste sie eine Einladung als Schiedsrichterin beim U15-Länderpokal des DFB in Duisburg wegen Abitur-Vorbereitungen absagen. „Schade, aber Abitur geht natürlich vor“, so die schnelle Antwort. Dafür liegt ein weiteres Highlight demnächst an: als Vertreterin des NFV nimmt sie am Hamburger Verbandslehrgang teil.  

Sehr viel verdankt sie auch Ihren Eltern, insbesondere dem Vater, der sie in der Vergangenheit zu allen Einsätzen gefahren hat. Inzwischen kommt sie mit dem eigenen Wagen überall allein hin. Wir wünschen ihr eine erfolgreiche Karriere - wer weiß, wo sie endet?

08.07.2015

Schiedsrichter helfen bei Gastmannschaft aus

Gerhard Pieper hängt die Pfeife an den Nagel und nutzt die fußballfreie Zeit jetzt für Fernreisen.
Gerhard Pieper hängt die Pfeife an den Nagel und nutzt die fußballfreie Zeit jetzt für Fernreisen.

Pieper hat in über 50 Jahren Schiedsrichterlaufbahn viel erlebt

Mit Gerhard Pieper, Peter-Jürgen Thomzig (beide 75) und Dieter Harneit (72) legen drei Schiedsrichter die Pfeife beiseite, die zusammen 222 Jahre alt sind. Der NFV-Kreis Lüneburg verliert 162 Jahre Schiedsrichter-Erfahrung. Nicht ganz, denn Dieter Harneit (54 Jahre Schiri) der am 28.11.1961 begann und zuletzt beim TuS Neetze pfiff, ist nicht mehr aktiv an der Pfeife, begleitet aber die Jungschiedsrichter als Coach und zählt somit noch als aktiver Schiedsrichter. Aber mit Peter-Jürgen Thomzig, der am 01.01.1958 beim TSV Bardowick begann, pfiff dann für den VfB Lüneburg (jetzt VfL Lüneburg), beendet nun nach 57 Jahren seine Laufbahn beim SV Wendisch Evern. Und Gerhard Pieper (51 Jahre) pfiff eh und je seit 23.10.1964 für den Eisenbahner Sportverein Lüneburg (ESV), der aus dem 1945 gegründetem und 1959 aufgelöstem (weil der 1. Vorsitzende ein Eisenbahner sein musste) ETSV Adendorf hervorging, hört auch auf.

Kreispressewart Michael Paul besuchte stellvertretend für alle den jahrgangsältesten Gerhard Pieper in Lüneburg/Ochtmissen und kramte in seine Vergangenheit. Gerd, wie sie ihn alle nennen, wurde am 1. März 75 Jahre alt und ist mit 19 Jahren dem ESV Lüneburg als Bahnangestellter beigetreten. Spielte dort jahrelang aktiv Fußball und begann mit 24 Jahren seine Schiedsrichterlaufbahn. Als er mit seiner Frau Edith nach Reppenstedt zog, wurde er vom dortigen TuS Reppenstedt immer wieder mit Beitragsfreiheit und freie Kluft Anfang der 70er Jahre  als Schiedsrichter abgeworben. Seine Frau Edith wurde da schon fast weich: „Mensch Gerd, keine Fußballtreter mehr kaufen.“ Doch er blieb dem ESV treu. Er hat seine 50jährige Vereinsmitgliedschaft beim ESV längst überschritten und steuert auf die 60 zu. Seine Karriere ging vom Kreis über die damalige Bezirksklasse bis zur Bezirksliga. Der Sprung in die damalige Bezirksoberliga wurde ihm aber aufgrund von Satzungsänderungen und seines Alters, er war damals 38, verwehrt. 1978 trat der seit längerer Zeit bei der Stadt Lüneburg Beschäftigte als Beisitzer dem Sportgericht des NFV-Kreis Lüneburg bei. 1995 übernahm er dort den Vorsitz und schied 2010 nach 32 Jahren aus und wurde beim Kreistag als NfV-Ehrenmitglied gewürdigt.  

Ein besonderes Highlight als Schiedsrichter erlebte er 1986, als er mit zwei Linienrichtern ein Bezirksklassenspiel im Wendland beim VfL Breese pfiff. Nach Abpfiff stand er mit seinen beiden Linienrichtern am Stehtisch und aß eine Bratwurst. In der Zwischenzeit lief im Hintergrund bereits die nächste Partie, wobei die Gäste aufgrund Spielermangels sehr schnell viele Tore kassierten. Plötzlich merkte er, dass „seine“ Linienrichter weg waren. Die hatten sich zwischenzeitlich in die Gästekabine geschlichen, Trikots der Gäste übergezogen und halfen, kurze Zeit, bis der Schiedsrichter aufmerksam wurde, das Debakel der Gäste in Grenzen zu halten. Es gab anschließend Riesenärger. Aber die Story sollte noch nicht zu Ende sein. Ca. zehn Wochen später gab es eine Platzeinweihung und der Präsident des VfL Breese lud Pieper mit seinen Linienrichtern als Schiri-Gespann zum Eröffnungsspiel ein. Vor Anpfiff überreichte dieser jedem Linienrichter ein Trikot des VfL Breese mit den Worten: „Damit Sie auch mal bei der Heimmannschaft aushelfen können.“  

Da gab es dann auch mal ein Spiel SC Uelzen – MTV Gifhorn, als Gerd wegen besonderer Härte diverse Gelbe - und vier Rote Karten verteilte. Es war Winter und die Spieler bewarfen sich mit Schneebällen. Oder ein Freundschaftsspiel in Erbstorf gegen die HSV-Altliga mit vier Elfmetern, die, wie der damalige NFV-Kreisvorsitzende Walter Meyer bestätigte, alle berechtigt waren. Von da an wurde er Elfmeter-Pieper genannt, sodass sogar ein „Opa“ mal zur Halbzeit in seine Schiedsrichterkabine kam und mit dem Krückstock auf den Tisch schlug und meinte: „So geht das nicht mehr weiter.“ 

Nr. 9 Mittel-Stürmer beim TSV Melbeck: Jürgen Stebani

Dabei wäre seine Laufbahn fast schon nach seinem zweiten Spiel zu Ende gewesen, als er beim Altherrenspiel Lüneburger SK gegen Eintracht Lüneburg einen Spieler vom Platz stellte, weil er seinem Gegenspieler in den Allerwertesten trat. Seine Frau Edith, die oft dabei war, besonders dann, wenn es schöne Lokale in der Nähe gab, hörte wie der Hinausgestellte beim Runtergehen noch rief: „Den mach ich kalt“. Darauf Edith zu Gerd: „Du hörst sofort wieder auf zu pfeifen.“ In den Genuss der schönen und guten Lokale in der Nähe kamen nicht nur seine Frau Edith, die oft auf Ausflüge und Reisen wegen der Pfeiferei ihres Mannes verzichten musste, sondern auch die Linienrichter, die er mitnahm. So wurden die Assistenten, wie sie heute heißen, von Gerd oft im Anschluss eingeladen, sodass seine verdienten Spesen oft nicht reichten. Drei Kreispokal-Endspiele durfte Gerd in seiner Laufbahn pfeifen. 1986 TuS Hohnstorf – MTV Handorf 3:0 in Brietlingen, 1982 MTV Amelinghausen – TSV Mechtersen/Vögelsen 2:1 in Westergellersen  und 1973 SV Barnstedt – TSV Melbeck 0:3 in Kirchgellersen, bei dem Spiel der jetzige Verbands Spielausschuss Vorsitzende Jürgen Stebani den TSV Melbeck mit 1:0 in Führung brachte.  

Am 30. Mai pfiff Gerhard Pieper sein letztes Spiel und meldete sich beim Schiedsrichterausschuss wegen Alters- und gesundheitlichen Gründen ab. Nun genießt er mit seiner Frau Edith die Fußballlose Zeit und kann die verpassten Ausflüge und Reisen nachholen. Wünschen wir den beiden, dass sie es noch lange machen können. Gleiches gilt natürlich auch den ausgeschiedenen Schiedsrichtern Thomzig und Harneit.  

Bericht und Foto: Michael Paul  

07.07.2015

U17-Junioren der JSG Roddau gewinnen Kreismeisterschaft erst im Entscheidungsturnier

Erstmalig und wohl auch einmalig gab es in Lüneburg ein Entscheidungsturnier um die Kreismeisterschaft bei den U17-Junioren. Bei der Findung der besten U17-Junioren Mannschaft im Kreis machten es sich die Vereine Roddau, Gellersen/Reppenstedt und Barskamp nicht leicht.    

Nach der Herbstsaison belegte das Trio noch die Plätze vier, fünf und sechs. Ohne den Herbstmeister und Aufsteiger JSG Ochtmissen/Mechtersen ging es mit sieben Teams in die Frühjahrssaison. Hier sollten die ersten vier eine Meisterrunde und die letzten drei eine Abstiegsrunde ausspielen. Herbst-Dritter Brietlingen rutschte als vorletzter in die Abstiegsrunde und Herbst-Vize-Meister Lüneburger SK konnte auch nicht mehr mithalten, hat aber den Sprung unter die ersten Vier geschafft.    

In 2015 stellte sich heraus, dass Roddau, Gellersen/Reppenstedt und Barskamp bei den älteren B-Junioren die stärksten Teams sind. Das haben sie in der Meisterrunde auch noch einmal bewiesen. Zwar haben die Top drei alle den LSK in der Runde „Best of For“ geschlagen, aber untereinander gaben sie sich keine Blöße und trennten sich jeweils Remis.    

Und wie es die Ausschreibung so wollte, mussten die Drei nun noch einmal gegeneinander spielen. Da das Torverhältnis gemäß Ausschreibung nicht zählt, gab es also ein viertes Aufeinandertreffen in dieser Saison der Drei.  

Auch hier ging es wieder eng zu. Bei über 30 Grad im Sportpark beim MTV Treubund siegte im ersten Spiel die JSG Roddau gegen den TuS Barskamp mit 6:4 n. E. (1:1, 0:1). Roddau kassierte dafür zwei und Barskamp einen Punkt. Das zweite Spiel ging dann mit 1:0 an die JSG Gellersen/Reppenstedt gegen TuS Barskamp. (JSG 3 Points, TuS 0 Points). Der TuS war damit draußen und so sollte das ungewollte Endspiel folgen.  

Lag es an der längeren Pause, oder an dem bedingungslosen Willen der JSG aus Roddau diesmal ein Titel zu holen, welcher ihnen eine Woche zuvor beim Pokal verwehrt wurde. Am Ende siegten sie mit 2:0 und gewannen verdient das Kleinturnier mit vier Punkten und 3:1 Toren vor Gellersen/Reppensted (3 Pkt.) und Barskamp (1 Pkt.).  

Auf das Turnier hätten bei der Hitze wohl alle gern verzichtet, denn am Ende gewann die Mannschaft, die auch in der Frühjahrsrunde und in der Finalrunde aufgrund des besseren Torverhältnisses immer vorne stand, die JSG Roddau. Das war wohl das erste und auch letzte Entscheidungsturnier der U14- bis U19-Junioren. Denn der Juniorenspielausschuss plant für die Zukunft bei den älteren Junioren das Torverhältnis als Auswahlkriterium mit zählen zu lassen.  

Bericht und Foto: Michael Paul

25.06.2015

Reppenstedt kassiert in 89 Spielen nur 2 Niederlagen

Im NFV Kreis Lüneburg hat es diese Leistung so wohl noch nicht gegeben. Die U13-Junioren vom TuS Reppenstedt, seit dieser Saison mit dem TSV Gellersen erstmalig als Spielgemeinschaft schreibt Geschichte.

Der Jahrgang 2002 der JSG, hat ab dem ersten Spiel 23. August 2009 bei den U8-Junioren bis zum heutigen Tag, ununterbrochen die sechste Kreismeisterschaft errungen. In dieser Zeit wurden 89 Spiele bestritten und 81 davon gewonnen. Und das nur auf dem Rasen. Die erste Niederlage gab es im 63. Spiel nach 1498 Tagen als U12 gegen MTV Treubund Lüneburg. Auch bei der zweiten und letzten Niederlage vor knapp drei Monaten gab es wieder ein 0:1 gegen Treubund. In sechs Jahren wurden 550 Tore geschossen und lediglich 72 kassiert.

Der Vater des Erfolges ist Thorsten (Pini) Heinatz. Ihm ist der Erfolg der Mannschaft im hohen Maße zuzuschreiben. Er hat es geschafft, mit seinem Assistenten Bjoern Schmidt die Mannschaft über die Jahre zu einer Einheit zu formen. Obwohl es zu häufigen Abwerbungen kam, ist es Ihm stets gelungen den Kader zu erhalten und auszubauen.

Hohe technische Fähigkeiten, Homogenität und Teamgeist zeichnet die Mannschaft aus. In der noch jungen Gründungszeit der JSG ist die Freude bei den Verantwortlichen groß. Am 19. Juni 2015 ist für die Mannschaft der Saisonhöhepunkt erreicht worden. Mit dem Gewinn des Meistertitels in der U13 Kreisliga Lüneburg, winkt nun der Aufstieg in die Bezirksliga. Ein weiterer Meilenstein für diese Mannschaft. Nicht nur der Jugendvorstand um Matthias Bielau, Hans-Jürgen Rogge und Jörg Schlieker wünscht der Mannschaft auch weiterhin viel Erfolg.

Bericht: Rogge/Paul,  Foto: Hans-Jürgen Rogge

Bildunterschrift: Es freuen sich zur 6. Meisterschaft und Aufstieg: (Stehend v. l.) Hannes Gericke, Jan Marquardt, Mats Schaepe, Paul Knacke, Tyark Essler, Max Kuhlmann, Melvin Madubuike, Maximilian Müller, Liron Islami, Trainer Bjoern Schmidt; (hockend v. l.) Torwarttrainer Andreas Kufahl, Thore Salzmann, Jonathan Gottwald, Jan-Luca Hauschildt, Erik Kozybayev, Trainer Thorsten (Pini) Heinatz, Ben Meßner, Michael Bunny, Lucas Kaufmann, Kilian Anton, David Kufahl.
Seriensieger U13-Junioren des TuS Reppenstedt

03.06.2015

Beisters-Team unterliegt Hannover 96 und wird Vizemeister

Das ist keine Schlagzeile von 1938, als die 96er im Halbfinale den Hamburger SV besiegten und Deutscher Fußball-Meister wurden und auch kein Aprilscherz. Hier ist auch nicht der HSV-Profi Maximilian Beister mit gemeint, sondern sein Vater Rainer. Der trainiert die Ü 50-Senioren der SG Heidetal/Ilmenau. Der Spielgemeinschaft aus Betzendorf (ca. 1.100 Einwohner) und Melbeck (ca. 3.500 Einwohner) ist bei der 5. Krombacher Niedersachsenmeisterschaft nach sechs Siegen der Einzug ins Finale gelungen. Dort stand, wie auch die letzten vier Jahre zuvor, wieder Hannover 96, unter anderen mit den ehemaligen Bundesligaspielern Frank Hartmann, Bastian Hellberg, Michael Gue und DFB-Pokalsieger 92 Jörg Kretzschmar, als Gegner gegenüber. Und wie alle bisherigen Finalgegner von 96, musste auch Rainer Beister feststellen: Es ist Krombacher Ü 50-Meisterschaft, und am Ende gewinnt immer Hannover 96., oder es ist Bundesliga-Relegation und der HSV bleibt in der 1. Liga.

 „Wer weiß, was passiert wäre, wenn Frank Alpers von der SG beim Stande von 0:0 den Ball am Hannover 96 Keeper vorbei ins Tor gebracht hätte“, resümiert Teamchef Rainer Beister nach dem Turnier und hat nur lobende Worte an sein Team zu richten.  

Vielleicht wird das HSV-Beister-Team *) mit Sohn Maximilian nächstes Jahr Deutscher Fußball-Meister. Denn immer wenn Darmstadt 98 in die Bundesliga aufsteigt (1978, 1981, 2015), wird der HSV Deutscher Meister (1979, 1982, 2016?). Ja, manchmal träume ich nachts davon!  

Bericht: Michael Paul

*) Maximilian Beister spielt bekanntlich jetzt für Mainz 05

Mit dem Ziel Viertelfinale ist die SG nach Harsefeld gefahren. Als Finalist und der Nr. 2 in Niedersach-sen kamen das Ü 50-Team wieder nach Hause: (vorn v. l.) Norbert Kloss, Hartmut Lenz, Volker Gott-wald, Hüseyin Özdemir, Jens Alpers, Frank Alpers, Hartmut Schmidt, Ralf Sievers, Dieter Bundt, Rai-ner Beister; (hinten v. l.) Friedhelm Kremonke, Thomas Weigelt, Wolfgang Lühr, Thomas Rudzinski, Ingo Meyer, Peter Bornemann, Jan Holdberg, Torsten Winter, Reinhold Narewski, Stefan Schirrmeis-ter
Vize-Niedersachsenmeister Ü50-Senioren: SG Heidetal/Ilmenau

20.05.2015

5. Young Talents Day beim MTV Treubund

Den Stars von morgen, die von MTV-Scout Sören Hillmer (h.r.) ihre Urkunde und von Florian Graudegus (2. v. l.)
ihre HSV-Einladung entgegen nehmen durften, ist die Freude anzusehen.

Alle wollen zum Probetraining - HSV-Einladung für 17 begabte Nachwuchsspieler

Freude bei 17 acht- bis elfjährigen Kids, die von über 150 fußballbegeisterten Kindern eine Einladung zum Young Talents Cup nach Norderstedt auf der Anlage des Hamburger SV erhalten haben. Der MTV Treubund Lüneburg hat nun schon seinen 5. Young Talents Day veranstaltet und dem HSV bislang über 800 Jugendfußballer vorgestellt.  

Neben dem SV Eichede veranstaltet der HSV-Kooperationspartner MTV Treubund Lüneburg alljährlich diesen Fußball-Festtag. In zwei Jahrgangsgruppen – diesmal die Jahrgänge 2004/05 und 2006/07 – wurden mit insgesamt 20 Teams auf vier Kleinfeldplätzen im Turniermodus unter den Augen der HSV-Scouts die Sieger ermittelt. Dabei spielten die von MTV-Trainern betreuten Mannschaften sowohl um den Gruppensieg für ihr Team als auch um eine persönliche Einladung zu einem HSV-Probetraining. Entsprechend engagiert gingen die jungen Talente zur Sache und die HSV-Scouts waren einmal mehr sehr angetan vom Leistungsniveau diverser Youngster.  

Auch wenn der Spaß am Kicken dabei im Vordergrund stehen sollte, war den Kindern – und mehr noch einigen Eltern – der Ehrgeiz doch anzumerken, als die Wettbewerbe ihren Lauf nahmen.

Sieger bei den Jüngeren wurde das Team “Lasogga“ und bei den Älteren das Team “Kacar“. Den parallel dazu durchgeführten Technik-Parcours gewann das jüngere Team “Rudnevs“. Die erfolgreichsten Mannschaften werden Gast der "Rothosen" an einem HSV-Tag mit Besichtigung des Nachwuchsleistungszentrums, des HSV-Museums und dem Besuch eines Spiels der HSV-Profis sein. Darüber hinaus durften sich 17 besonders begabt agierende Spieler individuell über die ihnen sofort ausgehändigte Einladung zu einer weiteren HSV-Sichtung bzw. einem Probetraining am 3. Juni freuen. Auch hier stand wie immer nicht die Sichtung, sondern viel mehr der Spaß im Vordergrund.

Beim Eicheder Young Talents Day war einst unter anderen Matti Steinmann entdeckt worden. Der 20-Jährige Mittelfeldspieler hat inzwischen einen Profivertrag beim HSV und war im Kader der U20-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland dabei.

Aber auch allen nicht nominierten Jungs - Mädchen durften nicht auserwählt werden, obwohl eines besonders gute Leistung zeigte – beruhigte Florian Graudegus (HSV-Koordinator Leitung Regionalscouting) den Großteil. HSV-Profi Ronny Marcos wurde 2011 erst als 16-Jähriger bei Hansa Rostock entdeckt und hat jetzt einen Profivertrag.

Im kommendem Jahr werden die Jahrgänge 2005-2008 gesichtet. Reservieren sie sich schon jetzt den Himmelfahrtstermin 2016. Vielleicht bringen die Stars von morgen den HSV wieder in die Erfolgsspur zurück.

Fotos gibt es unter: http://nfvlueneburg.magix.net/alle-alben/!/oa/7245731/

Bericht und Foto: Michael Paul

13.05.2015

"1:0 für ein Willkommen beim FC Dynamo Lüneburg

NFV-Kreisvorsitzender Christian Röhling (r.) überreicht Jens Niemann, dem Vereinsvorsitzenden des FC Dynamo Lüneburg, den Scheck
NFV-Kreisvorsitzender Christian Röhling (r.) überreicht Jens Niemann, dem Vereinsvorsitzenden des FC Dynamo Lüneburg, den Scheck

Flüchtlingsinitiative des Vereins wurde mit 500 Euro ausgezeichnet

Als einer der ersten Vereine erhielt der FC Dynamo Lüneburg Fördermittel, die der Vereinsvorsitzende Jens Niemann vom Lüneburger NFV Kreisvorsitzenden Christian Röhling mit der Auszeichnung und einen dazugehörigen Scheck über 500 Euro am Rande eines Punktspiels entgegen nahm.  

Dem erst Anfang 2009 gegründeten Fußball Verein FC Dynamo Lüneburg gelang zwei Jahre später der Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Muss dieses Jahr aber den Abstieg zurück in die 2. Kreisklasse akzeptieren. Der Verein hat zwei Herrenmannschaften und hatte zwischenzeitlich eine U17-bzw. U18-Junioren- sowie ein Frauen-Team.

Der kleine Stadtverein hat zurzeit nur 75 Mitglieder und engagiert sich trotzdem überproportional sozial für das Miteinander. Seit geraumer Zeit auch um ausländische Mitbürger, die hier Fuß fassen möchten. Der FCD spielte seine Heimspiele anfangs im nahen Flecken Bardowick aus, wo jetzt der Lüneburger SK seine Heimat gefunden hat, und ist jetzt auf dem VFL Gelände beheimatet.  

Aufgrund des starken Anstieges der Asylanten in Lüneburg, wurde von der Stadt neben den zwei bestehenden Flüchtlingsunterkünften mit derzeit 250 Flüchtlingen eine weitere Wohncontainerunterkunft mit 52 Modulen für 100 Menschen am Ochtmisser Kirchsteig Ende letzten Jahres neu errichtet und eröffnet. Da die Unterkunft nicht weit vom Spielort des VfL Gelände entfernt ist ergaben sich schnell die Möglichkeit die sportbegeisterten Ausländer, vornehmlich aus Afghanistan und dem Kosovo, zum Trainingsgelände von den Spielern abzuholen und mit zu nehmen.  

So wurde die Erstausstattung wie Fußballschuhe, Stutzen und Schienbeinschoner besorgt und zur Verfügung gestellt. Es konnten sogar Fahrräder angeschafft werden, so dass der Anfahrtsweg nunmehr auch selbständig erfolgen kann. Eine Vereinsmitgliedschaft, natürlich kostenlos, wurde ermöglicht damit sie auch in den Genuss von Punktspielen kommen können. Auch außerhalb des Sports werden die Flüchtlinge von den Dynamo-Spielern mitgenommen und zu diversen Aktivitäten eingeladen. Die Kommunikation, meist in Englisch, klappt auch schon manchmal auf Deutsch. Es herrscht ein offenes Klima - Spieler, Trainer und Betreuer heißen die Ausländer jedes Mal willkommen.

Aufmerksam geworden durch Werbung, die im März auf den Internetseiten des Lüneburger NFV veröffentlicht wurde, bewarb sich der Verein um die Fördermittel formlos. Die DFB-Stiftung Egidius Braun, Nationalmannschaft und Bundesregierung stellen 600.000 Euro für Flüchtlinge zur Verfügung. Die nach DFB-Ehrenpräsident Braun benannte Stiftung fördert mit ihrer neuen Initiative Fußballvereine, die sich speziell für Flüchtlinge engagieren, beispielsweise Ideen zur Integration von Flüchtlingskindern entwickelt und konkrete Hilfsmaßnahmen ergriffen haben. 600 Vereine sollen dieses und nächstes Jahr 500 Euro Starthilfe bekommen. Frei nach dem Motto: "Wenn die Not ist groß, die Hilf' ist nah."

Bericht und Foto: Michael Paul

06.05.2015

"Adler" landen vorn

In akrobatischer Manier Treubunds U11-Junior Jastin Krumböhmer in Aktion
U11-Junior Jastin Krumböhmer in Aktion

Beim diesjährigen Sparkassen Fußball-Cup in Lüneburg, eines von 43 Vorrundenturnieren, gingen 21 Mannschaften an den Start. Neun erreichten das Zwischenturnier, welches am 14. Juni in Oldenstadt (Kreis Uelzen) ausgetragen wird. Ganz vorne landete das Team „Adler“, die E-Junioren (Jahrgang 2004) des TSV Adendorf 1. Ohne Niederlage bei fünf Siegen und zwei Remis erzielten sie 23 Tore von den 203 Treffern, die auf dem VfL Platz in 69 Spielen fielen. 

Ebenfalls ohne Niederlage blieb der Vorjahressieger MTV Treubund 1. Die Treubunder konnten in den Spielen 1 bis 4 jedoch kein Spiel gewinnen und wurden hinter dem SV Scharnebeck Tagesdritter. Gastgeber VfL Lüneburg 1 erreichte den 4. Platz. Der VfL schickt als einziger Verein (VfL 2 belegte Ranr 8) gleich 2 Teams ins Zwischenturnier.  

Zu den neun Lüneburger Teams, die in Oldenstadt auflaufen werden, gehören auch die Mannschaften vom TuS Neetze (5.), JSG Ilmenau/Wendisch Evern (6.), Ochtmisser SV (7.) und Lüneburger SV (9.). Komplettiert wird das 24er Feld mit acht Teams aus Uelzen und sieben Teams aus Lüchow-Dannenberg.  

Insgesamt haben sich 190 Talente in Lüneburg dem Sichter des DFB-Stützpunkt Ilmenau, Sören Hillmer, präsentiert. Ca. 90 von Ihnen hoffen auf den Regio-Turniersieg, der für ein Startplatz bei der Endrunde in Barsinghausen am 18. Juli berechtigt.  

Der Sparkassen Fußball-Cup, Europas größtes Nachwuchsturnier, ist ein Sichtungsturnier, bei dem in 43 Vorrunden-Kreisen jeweils die Zwischenrundenteilnehmer ausgespielt werden. Nur die 16 Sieger aus den Regionen mit je 24 Mannschaften fahren zur Endrunde nach Barsinghausen. Die Siegermannschaft gewinnt ein Trainingslager im Sporthotel Fuchsbachtal des NFV in Barsinghausen.

Bericht und Foto: Michael Paul

Mehr Fotos sind in der Bildergalerie des NFV-Kreis Lüneburg zu finden.

30.04.2015

Punkt verloren, aber Sympathien gewonnen

Vorbildlich: Daniel Tomaschko (hinten, 2.v.l.) mit seiner Mannschaft vom TuS Barendorf.
TuS Barendorf

TuS Barendorf verschenkt einen Strafstoß

Mit einem Fairplay-Elfmeter verschenkte der TuS Barendorf aus der Kreisliga Lüneburg zwar einen Punkt und den Sprung auf den 3. Rang in der Tabelle, erntete aber zahlreiche Sympathien der Gegner und Fans, sowie ein Kasten Bier. In der 93. Minute schenkte der TuS Barendorf einen Strafstoß ab.

Was war passiert?
In der Nachspielzeit hat der 18jährige Landesliga-Schiedsrichter Tarek Mgherbi beim Punktspiel des TSV Mechtersen/Vögelsen gegen TuS Barendorf einen Hochball gegeben, weil der gute Referee wohl ein Foul übersah und der Barendorfer Spieler Kai Knobloch am Boden lag. Der Hochball wurde so schnell ausgeführt, dass der Barendorfer Ole Müller sich sofort den Ball schnappte und aufs Tor von Fin Kahlsdorf (TSV) rannte. Die Gastgeber waren so verdutzt, rechneten doch mit dem Zuspiel, da sie ja vor dem Hochball in Ballbesitz waren und Hannes Oelrich (TSV) daraufhin den Angreifer Müller im Strafraum foulte. Völlig zu Recht gab der Schiedsrichter einen Strafstoß.

Kurze Absprache beim TuS Barendorf und Kapitän Daniel Tomaschko machte aus dem Vorteil einen Nachteil (kein Punkt für den TuS) und spielte mit einem „Rückpass“ den Ball zum gegnerischen Torwart. Es blieb beim 3:2 Sieg für den TSV Mechtersen/Vögelsen. Ole Müller hat sich anschließend auch noch für sein Übereifer entschuldigt. Barendorf verschenkte mit der Fair-Play-Geste zwar einen Punkt, aber steht so sicherlich viel besser da.

TSV-Trainer Uwe Laskowski war über diese Aktion begeistert: "Wir waren zuvor im Ballbesitz, hatten damit gerechnet, dass wir den Ball beim Hochball zugespielt gekommen. Aber das geschah nicht, so dass er Hannes Oelrich foulte. Grandios, wie sich die Barendorfer dann verhalten haben, so lebt man Fairplay vor!"  

Für TuS-Trainer Maic Alpers war das Vorgehen selbstverständlich: "Der Schiedsrichter hat den Hochball viel zu schnell ausgeführt, so dass wir im Vorteil waren. Also wurde zusammen entschieden, dass der Elfmeter nicht rein geht. Ich finde das völlig okay - und es hat sich gelohnt, denn wir haben eine Bierkiste abgezogen!"  

Diese faire Geste sollte auch hier nicht unerwähnt bleiben. Der NFV-Lüneburg bedankt sich beim Schützen und beim Verein des TuS Barendorf für so viel Fairness an dieser Stelle.

Wer sich den Elfmeter anschauen möchte, kann das hier: https://youtu.be/gkFfZ8bMCNM

Bericht: Michael Paul, Foto: David Keese

28.03.2015

Auch der NFV-Kreis Lüneburg muss Mitglieder-Rückgang verzeichnen

Der Niedersächsische Fußball Verband hat 84 Mannschaften (0,44%) verloren, so hieß es in einer Mitteilung Anfang März. Dass es nicht mehr sind, liegt aber auch daran, dass jede Mannschaft gezählt wird, egal ob sie an einem Punktspielbetrieb teilnimmt oder nicht. Der Kreis Lüneburg hat zum Beispiel einen Zuwachs von 4%. Aber nur deswegen, weil von den 13 neuen Mannschaften 12 G-Junioren-Teams sind, die nicht am Punktspielbetrieb teilnehmen und nicht gemeldet waren.  

Dass es auch in Lüneburg rückläufig zugeht zeigen andere Zahlen. So hat der Lüneburger Kreissportbund einen Rückgang von knapp 2% in 2015 gegenüber 2014 über alle Sportarten zu verzeichnen gehabt. Unter den Top10 Sportarten haben die Fußballer mit 5,9% hinter Tennis (7,4%) und Handball (15,6%) am meisten Mitglieder verloren.  

Zwar stehen die Fußballer in und um Lüneburg noch auf Platz zwei hinter den Turnern, die nur 1,2% Mitglieder verloren haben, doch mit 9.574 Mitgliedern wurde die 10.00er Marke deutlich um 564 (-5,9%) Mitglieder zum Vorjahr unterschritten. Das ist der tiefste Stand seit 1996. Einen ähnlichen Einbruch (-4,6% Mitgliederrückgang) gab es 1999 schon mal, doch danach erholten sich die Mitgliederzahlen bis 2008 auf nahezu 11.000. Von da an ging es aber stetig abwärts. Und das liegt nicht nur daran, dass die Lüneburger den TSV Radbruch mit knapp 200 Mitgliedern an die Harburger verloren haben. Der Fußball-Weltmeister-Titel konnte auch nicht entgegen wirken, obwohl es doch nach so einem Erfolg boomen sollte.  

Den größten Aderlass musste das weibliche Geschlecht erleiden. Die Frauen zwischen 27 und 40 Jahren verloren 18,6 % Mitglieder zum Vorjahr. Gefolgt von den 19 – 26 Jährigen (15%) und 15-18 Jährigen (14,2%). Erst jetzt kommen die Männer, oder besser gesagt die Junioren-Altersgruppe 15-18 Jahre mit einem Verlust von 9,8%. Ein wenig Hoffnung liegt bei den ganz Kleinen. Sowohl bei den Mädchen 0-6 Jahre (+20%), als auch bei den Jungen 0-6 Jahre (+3,2%) konnten Zuwächse verzeichnet werden. Und es konnte eine neue Frau über 60 Jahre gewonnen werden, sodass die Mitgliederzahl in dieser Altersklasse von 101 auf 102 stieg. Bei den Männern in dieser Altersklasse fiel die Mitgliederzahl jedoch von 769 auf 740 (-3,8%).  

Schauen wir auf die Vereine: So hat der FC Echem zwar noch 154 Fußballmitglieder (-16%), doch keine Mannschaft mehr. Der Sückauer SV hat sich auch zu 30% aufgelöst und keine Mannschaft mehr. Der MTV Soderstorf, der in der Saison 2010/11 noch in der Bezirksliga kickte, hat im letzten Jahr ein Viertel seiner Mitglieder verloren. Beim FC Heidetal waren es -35% und beim TSV Adendorf -24%. Aber es geht auch anders. Der Lüneburger SV, der von 2008 – 2010 kein Fußballbetrieb hatte und in dem FC Hansa Spielbetrieb unterging, hat wieder drei Mannschaften und 140 Mitglieder ein Plus von 35% gegenüber dem Vorjahr. Auch wenn es nur 12 Mitglieder sind, aber mit 21% Zuwachs liegt der Aufsteiger SV Barnstedt in die 1. Kreisklasse SV auf Platz 3. Platz 1 belegt mit 34 Mitgliedern und 100% Zuwachs der SC Lüneburg, der neu im Dezember 2014 gegründete Verein hat keinen geringeren im Vorstand als den HSV-Profi Maximilian Beister.  

Exkurs: Das ein aktiver Fußballprofi ein offizielles Vorstandsamt ausübt, ist eine absolute Seltenheit. 1997 – 2005 war der Kölner Torjäger (Vize-Torschützenkönig 1997) Toni Polster auch Präsident beim Kölner Kreisligist SV Weiden.  

Und wie sieht es mit der Frauenquote aus? 12,3% mehr nicht. In Aufsichtsräten der größten DAX-Unternehmen sollen es 30% sein. Der SV Ilmenau kann da mithalten. 32% der Mitglieder sind Frauen. 25% sind es beim FC Echem, 23% sind es beim SV Scharnebeck und 21% beim MTV Handorf. Ganz ohne Frauen kommt der TuS Barendorf, VfB Goseburg, ESV Lüneburg und der neu gegründete SC Lüneburg aus. Beim größten Lüneburger Fußball Verein MTV Treubund Lüneburg, der keine Frauen oder Mädchen Mannschaft hat, sind aber immerhin 10 von 509 Mitgliedern Frauen = 2%.  

Was sagte unser Kreisfußball- und Kreissportbund-Vorsitzende Christian Röhling in einem Interview der lokalen Presse zu den Verlusten: „Die hören ja nicht auf Sport zu Treiben. Viele treten aber aus dem Verein aus, um Mitglied in einem Fitnesscenter zu werden.“   Da fällt mir eine alte Weisheit nach einem Börsenverlust ein: „Das Geld ist ja nicht weg, es gehört nur jemand anderem.“  

Bericht und Statistikgrafik: Michael Paul  

14.02.2015

B-Junioren von 2013/14 des MTV Treubund Lüneburg

Ju-Jutsuka Sarah Marie Gäthke, Sommerbiathlet Lasse Schöfisch und die B-Junioren-Fußballer des MTV Treubund sind Lüneburgs Jugendsportler des Jahres 2014.
Jugendteam des Jahres: B-Junioren des MTV Treubund Lüneburg

Jugendmannschaft des Jahres

Jedes Jahr gibt es ein Treffen der Besten in der Treubunder Sporthalle am Kreideberg. Dort werden die besten Sportler der Erwachsenen und Jugend für herausragende sportliche Leistung gewürdigt und geehrt. Landkreis und Stadt Lüneburg laden zusammen mit der Sparkasse und Landeszeitung Teilnehmer ein, die Erfolge auf Landesebene bis Weltmeisterschaften im Vorjahr erzielten.

Am Freitag gingen die Titel bei den Jugendlichen an Ju-Jutsuka Sahra Marie Gäthke und Sommerbiathlet Lasse Schöfisch in der Einzelwertung. Die B-Junioren des MTV Treubund Lüneburg dürfen sich jetzt Jugend-Mannschaft des Jahres nennen.

Wie so oft auf dem Sportplatz hatten die B-Junioren auch bei der durch Dirk Böge moderierte Veranstaltung im Sportpark ein Heimspiel in der Halle. Die Trainer Sören Hillmer und Christian Ratzeburg feierten 2014 überraschend die Niedersachsenmeisterschaft und ermöglichten dem MTV Treubund in dieser Saison einen Aufstiegsplatz in der B-Junioren Regionalliga Nord. Gleiches gelang ihnen 2013 auch schon mal mit der C-Junioren-Mannschaft. So feierten die beiden Trainer und die Spieler Henrik Winkelmann, Jannik Braun, Lennart Ahrens, Luis Unruh, Malte Meyer, Max Ratzeburg, Nico Pohl, Noah Barth, Sebastian Martin und Tetje Kerstens nach 2013 zum zweiten Mal den Erfolg als beste Jugend-Mannschaft gekürt zu werden. Für Co-Trainer Guido Hattendorf und die neuen Spieler Aleksandar Davidovic, Christoph Viehöfer, Emre Duman, Fabian Karstens, Florian Carstens, Henry Struwe, Jannik Olesch, Leon Perera, Nico Goldberg und Tristan Unkrig war die Ehrung neu.

Das Erfolgsrezept ist Teamgeist und gute Freundschaft, so Fabian Karstens. Mittlerweile kicken fast alle Spieler bei den A-Junioren für den MTV Treubund in der Niedersachsenliga. Malte Meyer, Noah Barth, Fabian Karstens, Luca Steinmeier und Hennek Wischmann profitieren vom Aufstieg und spielen für den MTV Treubund in der B-Junioren Regionalliga Nord. Zwei haben Ende letzter Saison den Sprung nach oben geschafft. Florian Carstens spielt für den FC St Pauli und Emre Duman für den 1. FC Magdeburg. Beide in der Bundesliga B-Junioren. Beide trafen im November in Magdeburg aufeinander. Beide blieben torlos. Die Punkte, 3:0 Sieg für St. Pauli, nahm Florian aber mit nach Hamburg.

Bericht: Michael Paul, Foto: Hans-Jürgen Wege

04.12.2014

Heimspiel für Manfred Martens

Neben Martens (4.v.r.) wurden bei der Preisverleihung noch Carsten Schöning (SV Karze), Frank Hoffmann (TSV Gellersen), Mathias Forker (ESV Lüneburg), Bernd Heuer
(Thomasburger SV und Werner Ortmann (Vastorfer SK) ausgezeichnet.
Die Preisträger

Es war wie ein Heimspiel für Manfred Martens vom MTV Treubund Lüneburg, als er den Preis als Kreisehrenamtspreisträger vom Kreisvorsitzenden Christian Röhling im eigenen Vereinsheim entgegen nahm.

Bereits als Elfjähriger begann „Manni“ seine Laufbahn, damals noch im Treubund Lüneburg und sieben Jahre später als Jugendtrainer. 1981 wurde er stellvertretender Jugendleiter. Organisierte Fußballfahrten nach Göteborg, Paris und Mexico. 1986 musste er seine aktive Laufbahn wegen eines Trainingsunfalls beenden und wurde Fußballobmann. Seit 43 Jahren gehört Manfred Martens nun schon dem MTV Treubund Lüneburg an und ist mit ihm quasi verheiratet. Seit 34 Jahren ist er Vorstandsmitglied, verantwortlich für die Finanzen und Verwaltung der größten Lüneburger Fußballabteilung und betreut die 1. Herren bei jedem Spiel.

Bericht und Foto: Michael Paul

Seite zuletzt aktualisiert am: 12.11.2018

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