16.10.2019

Wenn ein anderes Trikot lockt, oder wenn das Herz für den Heimatverein brennt

Es ist zwar noch etwas hin, aber zum Jahreswechsel stellt sich für so manchen wieder die Frage Vereinswechsel, JA oder NEIN. Letztes Jahr haben wir auf die Modalitäten des Vereinswechsel hingewiesen. Dieses Jahr wollen wir mal den Verbleib beschreiben und mit folgendem Bericht zeigen, wie schön es sein kann, seinem Verein treu zu bleiben.

Die wahren Helden meiner Kindheit!

So fühlt es sich an, wenn das Herz für den Heimatverein brennt!

Gestern beschäftigte mich folgender Satz den ganzen Tag: „Gerade in der heutigen Zeit, in der Spieler viele Interessen sowohl im Sport als auch in privaten Bereich haben, ist es für einen Trainer, der diese Sportart liebt und lebt, ziemlich frustig, wenn man nicht mehr auf das Wort und Handschlag vertrauen kann. Und viele junge Spieler sind nicht mehr mit dem Herzen dabei, brennen nicht für ihr Team oder Verein!“
Die Frage: Warum ist das so?
Die Antwort: Weil es weder die Verbundenheit, Emotionen oder Erlebnisse mit seinem Verein gibt – oder geben kann!

Der Grund: Weil viele Jungs schon ab der U10 in Spielgemeinschaften kicken, sie gefühlt 5-mal im Jugendbereich wechseln müssen, um überhaupt noch spielen zu können! Und ja, früher war es in diesem Fall wirklich besser.

1978. Mein Wochenende war straff geplant: Samstag um 13 Uhr in Mechtersen in der E-Jugend spielen, anschließend bis 18 Uhr die anderen Teams bis zur A-Jugend hoch anfeuern, zwischendurch rumbolzen. Sonntag: Mit meinen Helden der 1. Herren mitfahren, hinterm Tor des Gegners stehen, die Bälle holen und mitfiebern. Nicht zu vergessen: Dienstag und Donnerstag beim Training der 1. Herren hinterm Tor stehen und die Bälle holen.

Von meinem 9. bis 17. Lebensjahr habe ich keine 10 Spiele der 1. Herren verpasst. Ich war der persönliche Taschenträger meines Bruders. Der Lohn: Oft 5 Mark, immer eine Bratwurst plus Getränk. Ob Regen, Schnee, 30 Grad, Dannenberg, Ehlbeck oder Hohnstorf, ich war am Start, in der Halbzeit immer mit in der Kabine, war traurig, wenn die echten Kerle verloren hatten, glücklich, wenn sie gewannen. Oft habe ich meinen Bruder getröstet, viel öfter mit ihm gejubelt – was habe ich ihn geliebt und verehrt! Irgendwann hatte ich ein dickes Tattoo – nein, nicht auf dem Arm, auf dem Herzen! Das Logo meines TSV Mechtersen/Vögelsen!

Mein Bruder Eberhard - leider verstarb er viel zu früh, ich bin dankbar für die Jahre, in denen ich seine Tasche tragen durfte!

Mit 16 trainierte ich bei den Herren mit, es gab nur ein Ziel: mit meinen Helden der Kindheit zusammen spielen. Mit ein paar Spielern durfte ich es noch, nur mein persönlicher Held war leider zu alt. Aus dieser Liebe wurden weit über 300 Herrenspiele – in guten und verdammt schlechten Jahren! Wechseln, aufhören, wegen Zehenkribbeln nicht mitspielen, während der Saison in Urlaub fahren – undenkbar!

Und dieses Brennen im Herzen ging weiter, ob als Jugendtrainer, Herrentrainer oder im Vorstand. Und wenn die 1. Herren spielte, dann stand ich hinterm Tor und fieberte mit – manchmal gefühlt mehr als die Spieler. Und ja, wenn der TSV verlor, ich für luenesport.de den Artikel schreiben musste, dann war der Abend gelaufen.

Irgendwann war dieses Brennen im Herzen weg, eine Frage des Alters oder der Ansammlung von Enttäuschungen – ich weiß es nicht. Klar, ich freue mich immer noch, wenn der TSV gewinnt, wenn ich hinterm Tor sitze und Fotos mache, dann hoffe ich auf ein TSV-Tor – aber es ist anders. Oft sitze ich dann einfach nur da und denke ich an die vielen schöne Jahre zurück!

Leider verstarb mein Fußball-Held 1999 mit nur 45 Jahren – auch er absolvierte über 300 Spiele für den TSV, seinen Ehrenteller bewahre ich auf. Und sein Foto im TSV-Trikot ist der größte Besitz, den ich aus dieser Zeit habe. Und ja, während des Schreibens brauchte ich Taschentücher und mein Herz brannte. Denn darin sind 1.000 schöne Bilder und Geschichte, ein Schatz, den niemand bezahlen kann! Und wie in Gottes Namen sollen junge Menschen oder heutige Herrenspieler diese Emotionen zu ihrem Verein aufbauen, wenn sie gefühlt 10 Vereine durchlaufen? In diesem Fall bin ich dankbar, dass ich es anders erleben durfte – auch wenn die Medaille auch hier sicherlich zwei Seiten hat!

Eine dicke Bitte noch: Sollte ein „Nachfahre“ meiner Helden den Artikel lesen, schenkt ihm eine Kopie davon – damit er weiß, dass er nicht vergessen ist!

Bericht und Fotos: Volker Mai

13.10.2019

DFB-Check für Talentförderung an TuS Woltersdorf und Lüneburger SK Hansa

Lenny mit Trikot vom alten Verein TuS Woltersdorf

Vom Dorfverein zum Weltverein. Diese Kariere hat Lenny Alexander Borges aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg bestritten. Am 30. April 2001 wurde der Blondschopf in Salzwedel geboren und durch sein Vater, der 2001/2002 mit dem TuS Woltersdorf in die Niedersachsenliga (5. Liga) aufstieg, begann der Knirps seine Fußballkariere als vierjähriger beim TuS Woltersdorf. Aufgrund eines Umzuges des Elternhauses von Lüchow nach Lüneburg, nutzte er 2009 den Lüneburger SK Hansa als Durchgangsstation. Wurde bei einem Talentwettbewerb des Hamburger SV in Schleswig Holstein entdeckt und wechselte 2011 als zehnjähriger zum HSV. Mit zwölf wurde Lenny vom Stürmer zum Außenverteidiger umgeschult und fünf Jahre später in die HSV U17-Bundesliga befördert. Im Sommer letzten Jahres folgten Einsätze bei den HSV-U19-Junioren. Bis zum Sommer diesen Jahre absolvierte der 18jährige Borges über 60 Juniorenbundesliga-Spiele für den HSV, hatte 25 Einsätze in Länder- und Regionalauswahlen. Zuletzt 13 Mal für die Deutsche U17- und zwei Mal für die DFB-U18 Auswahl.

Lenny im neuen Trikot mit neuem Mitspieler

Jetzt geht für den 1,83 Meter großen Rechtsverteidiger ein Traum wahr und es kam ein Angebot vom Weltverein AC Mailand aus Italien. Eine Million Ablöse sollen zum HSV geflossen sein. Der Zweitligist wollte ihn unbedingt behalten, doch Lenny wollte weg und hatte nur noch bis 2020 beim HSV ein Vertrag. Anfang September unterschrieb er im Beisein mit Milan-Legende Paolo Maldini (1978-2009 beim AC), der jetzt Technischer Direktor in Mailand ist und sich um strategische Entwicklung kümmert, einen Fünfjahres-Vertrag. Die Norditaliener benötigen unbedingt einen Rechtsverteidiger. Zunächst soll er in der Primavera (U19) des AC eingesetzt werden. Das ist wie hier die U23. Der bisherige Stamm Rechtsverteidiger in der U19 wollte unbedingt in den Profibereich und wechselte zu Bordeaux und scheinbar kam aus der eigenen Jugend kein guter Rechtsverteidiger nach.

Am 26. August 2019 wurde Lenny Borges auf dem Jahresempfang des Hamburger Fußballverbandes (HFV) als Jugendspieler des Jahres 2019 im HFV geehrt. Er steht damit in einer Reihe mit seinen Vorgängern Jonathan Tah (2014), Dren Feka (2015), Mats Köhlert (2016), Sam Schreck (2017) und Jann-Fiete Arp (2018). Auf Twitter hat er sich für acht tolle Jahre beim Hamburger SV bedankt.

Nun wurden die Talentfördervereine am DFB-Stützpunkt in Dahlenburg (Kreis Lüneburg) belohnt, für die der Wahlitaliener mal gespielt hat. Leider stand Lenny nicht persönlich zur Verfügung und musste sich den Diensten der U19 des AC Mailand stellen, für den er schon zwei Einsätze absolviert hat. Für Ihn war stellvertretend sein Vater Sascha Kern-Borges erschienen.

DFB-Check-Übergabe am DFB-Stützpunkt (v.l.) von Klaus Arndt (NFV) an Alexander Dierks (LSK), Timo Webs (TuS), Sascha Kern-Borges, Peter Jabelmann (TuS), Daniel Lüdemann (TuS), Wolfgang Schönfeld (NFV)
Lenny Borgers mit vollem Einsatz für sein neuen Klub AC Mailand

Bei der Checkübergabe von Wolfgang Schönfeld (Verbandsjugendausschuss) und Klaus Arndt (Jugendobmann)  waren die Vertreter Peter Jabelmann (1. Vorsitzender) und Timo Webs (Geschäftsführer Sport) sowie Daniel Lüdemann vom TuS Woltersdorf als auch Alexander Dierks (Vizepräsident) vom Lüneburger SK Hansa anwesend. Der TuS Woltersdorf erhielt 2.200 Euro für vier Jahre Talentförderung und der LSK 1.200 Euro für zwei Jahre Talentförderung. Das Geld soll in die Jugendarbeit investiert werden, so Schönfeld.

Im Rahmen eines Bonussystems für Amateurvereine wird es als Belohnung ausgezahlt, wenn ein früherer Spieler einen Einsatz in einer DFB-U-Nationalmannschaft hat. 3,2 Millionen Euro hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seit 2006/2007 an diese Vereine an der Basis ausgeschüttet, um sie in dieser wichtigen Arbeit zu unterstützen.

Sein sechs Jahre älterer Bruder Philipp-Marvin, durchlief auch namhafte Vereine. Der aus Hitzacker stammende Philipp wechselte von der U17 des FC St. Pauli zum Hallischen FC (U19) und ging 2013 dann zum Oberligameister Lüneburger SK Hansa bei dem er in dreieinhalb Jahren Regionalliga nur zu elf Kurzeinsätzen kam. Zu ihm hat LSK Trainer Ostermann mal sagte: „Philipp ist ein hochtalentierter Mittelstürmer, wenn er nicht verletzt ist“. Seit 2017 läuft Philipp nun als Mittelstürmer bei der Eintracht in der Lüneburger Landesliga auf.

Also eine talentierte Fußballfamilie die Borges.

Bericht Michael Paul

08.08.2019

Das wahre fairste Team ist die FSG Südkreis II – während FSG Südkreis I Nr. 128 im Kreis belegt.

Nicht der SV Bad Bentheim II aus der Kreisliga Grafschaft Bad Bentheim ist das fairste Team in Niedersachen, sondern eine Fußball-Spielgemeinschaft aus Schnega, Clenze und Bergen aus dem Wendland, das in der 2. Kreisklasse des Heide-Wendland-Kreises kickt.

Die Uelzener Teams VfL Bödenstedt, SV Ostedt und MTV Barum II belegen Platz 2

Das 2. Herrenteam um Trainer Daniel Schulz und Rene Techen haben es geschafft in 24 Spielen nur elf Gelbe Karten zu erhalten. Das entspricht einer Quote von 0,4583. Das ist nicht nur der bester Wert im NFV Kreis Heide-Wendland, nein auch in der VGH-Fairness-Cup Gesamtwertung wäre es der erste Platz gewesen. Auch die Saison davor gab es nur 26 Gelbe Karten. Die letzte Rote Karte gab es am 23. April 2017. Wenn denn auch die Kreisklassen mit in die VGH-Wertung eingegangen wären, hätte Gesamtsieger SV Bad Bentheim II das Nachsehen mit 0,5714 gehabt. Vielleicht wäre auch FSG Südkreis II bei über 6.000 Mannschaften in Niedersachen nicht erster geworden.

Wir haben einmal alle 97 Teams der sieben Kreisklassen im HW-Kreis betrachtet und erstaunliches festgestellt. Würden alle 135 Mannschaften aus dem HW-Kreis bewertet worden, wäre der VfL Lüneburg nicht das beste Kreis-Team, nein mit einen Quotienten von 1,200 wären sie auf Platz zehn gefallen.

Sind die Kreisklassen-Teams fairer als höherklassige Teams? Hier die Top 10 aus dem Heid-Wendland-Kreis:

  Mannschaft Sp.-Klasse Spiele GK GRK RK § Pkt. Quotient
1. FSG Südkreis II 2. KK Süd 24 11 0 0 0 11 0,4583
2. VfL Böddenstedt 2. KK Süd 24 16 2 0 0 22 0,9167
2. SV Ostedt 3. KK Ost 24 22 0 0 0 22 0,9167
2. MTV Barum II 3. KK West 24 19 1 0 0 22 0,9167
5. SC Kirch/​Westerweyhe 2. KK Süd 24 23 0 0 0 23 0,9583
6. SV Ilmenau II 2. KK Nord 26 22 1 0 0 25 0,9615
7. TuS Barskamp 1. KK Nord 30 27 1 0 0 30 1,0000
8. TSV Lehmke 3. KK Ost 24 23 1 0 0 26 1,0833
9. MTV Gerdau 2. KK Süd 24 27 0 0 0 27 1,1250
10. VfL Lüneburg Bezirksliga 30 36 0 0 0 36 1,2000

124. SG Gartow/​Liepe II 2. KK Süd 24 29 1 0 4 72 3,0000
124. TuS Bodenteich Bezirksliga 30 72 1 1 1 90 3,0000
126. MTV Wittorf 2. KK Nord 26 48 4 0 2 80 3,0769
127. SC Lüneburg Kreisliga 30 71 4 2 0 93 3,1000
128. FSG Südkreis Bezirksliga 30 65 5 3 0 95 3,1667
128. TSV Niendorf-Halligd. 3. KK West 24 46 5 3 0 76 3,1667
128. SV Lemgow-Dang. Kreisliga 30 66 3 2 1 95 3,1667
131. MTV Handorf II 3. KK Nord 22 34 4 1 2 71 3,2273
132. SV Zernien Kreisliga 30 81 4 1 0 98 3,2667
133. Vastorfer SK Bezirksliga 30 72 4 3 0 99 3,3000
134. VfL Bleckede 2. KK Nord 26 68 1 3 0 86 3,3077
135. SV Hanstedt 1. KK Süd 30 95 13 1 0 139 4,6333

 

Aber die andere Seite sollte nicht unerwähnt bleiben. Da gibt es den SV Hanstedt, Absteiger aus der 1. Kreisklasse Süd, der es in 30 Spielen geschafft hat 95 Gelbe Karten zu kassieren. Hinzu kommen noch 13 (in Worten Dreizehn) Gelb-/Rote Karten und eine Rote Karte, macht zusammen eine Quote von 4,633 und wäre in der Gesamtwertung der fünftschlechteste Platz gewesen. Selbst der Vorletzte der Gesamtwertung SV Croatia Hannover Bezirksliga Bezirksliga Hannover hat es auf 106 Gelbe-, und nur 9 Gelb-/Rote- sowie 4 Rote Karte geschaft. Die SG Gartow/Liepe II waren mit 29 Gelben- und einer Roten Karten gar nicht so schlecht und wären unter den Top 20 gekommen, haben es aber auf vier Sportgerichtsverfahren gebracht und Platz 124 belegt.

Hier die Auswertung>>

Hier die Tabellen vom VGH-Fairness-Cup>>

18.06.2019

JuTu e.V.-Cup in Brietlingen

Auf der Sportanlage des TuS Brietlingen fand der 1. JuTu e.V. Fußball-Cup statt

Der Verein Jugend Tugend wurde 2011 in Lüneburg gegründet so wie auch 2012 in Hamburg. JuTu e.V. unterstützt und motiviert Jugendliche im Raum Lüneburg und Hamburg bei Fragen der Integration und setzt sich für die nachhaltige Verbesserung der persönlichen Lebenssituationen ein.

"Wir streben eine höchst mögliche Kooperation mit anderen Schule, Einrichtungen, Behörden und Ämtern in den betreffenden Stadtteilen an, die sich mit dem Leben der Kinder, Jugendlichen und ihren Problemen befassen. Über den Sport kann man Jugendliche erreichen“, weiß Roland Bari, Coach beim Jugend Tugend e.V..

150 Teilnehmer und viele Besucher konnten trotz vornächtlicher Unwetter auf einer bestens vorbereiteten Anlage tolle Spiele mit vielen Toren erleben. Die Teams aus dem Fußballkreis Heide-Wendland und dem Raum Hamburg lieferten sich faire Duelle, sodass das erfahrene Schiedsrichterteam nur 1 gelbe Karte vergeben musste.

Ronald Bari (Geschäftsführer JuTu e.V.), Peter Hofmann (Vorsitzender Qualifizierungsausschuss NFV Kreis Heide-Wendland)

Das Gastgeberteam der JSG Bardowick/Brietlingen U13 bedankt sich für die Unterstützung bei Ronald Bari , Peter Hofmann und vor allem bei der “ Die Auto Stube GmbH - Lüneburgs erster autopro Konzeptpartner", die sowohl Fußbälle und die neue Teamkollektion für 2019/20 zur Verfügung stellten.

Peter Hofmann und Ronald Bari sind sich einig, dass solch ein Fußballturnier nicht das letzte in dieser Form sein soll, denn durch Sport in der Gemeinschaft, lässt sich so manche Barriere überwinden. Wenn weitere Vereine von diesem Konzept überzeugt und angesprochen sind, so melden sie sich bitte bei den beiden Herren.

Fotos: Marc Ritter & Ronals Bari
Seite zuletzt aktualisiert am: 18.10.2019

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