21.12.2016

'Entspannt sind wir nie'

FC Dynamo Lüneburg: Das Ziel ist ein eigenes Gelände – 30 von 120 Mitgliedern sind Flüchtlinge

Am Ende des Termins hat Jens Niemann noch ein Anliegen. Vor ihm liegt ein weißes Blatt Papier, das er mit Namen und zwei Daten beschriftet hat: 01.10.16. und 15.10.16. An diesen Tagen hat er für zwei neue Spieler, die beide aus Afghanistan kommen, beim NFV einen Passantrag gestellt, seitdem aus Barsinghausen aber nichts gehört. „Dass mal vier, fünf Wochen vergehen, bevor die Spielerlaubnis vorliegt, passiert öfter. Aber neun Wochen wie bei dem ersten Spieler? Das ist zu lange“, sagt der Vorsitzende FC Dynamo Lüneburg. „Gib‘ mir bitte mal den Zettel mit, ich gebe Dir in den nächsten Tagen Bescheid, woran es liegt“, antwortet Niemanns Gegenüber, NFV-Direktor Bastian Hellberg.

Vereinsdialog in Lüneburg, hinten von links: NFV-Vizepräsident Hans-Günther Kuers, Dynamo-Chef Jens Niemann, Henryk Kuzbik (Integrationsbeauftragter und Spieler 2. Herren), Martin Siemer (Trainer 1. Herren). Vorne: Mathias Manthey (Dynamo-Schatzmeister), Christian Röhling (NFV-Kreisvositzender Lüneburg), Christoph Beismann (NFV-Referat Nachhaltigkeit/Masterplan), NFV-Direktor Bastian Hellberg. Fotos (3): Finger

Zwei Stunden zuvor, das Kalenderblatt zeigt den 29. November, hatte der Vereinsdialog mit dem FC Dynamo pünktlich begonnen. Treffpunkt ist das Gelände des VfL Lüneburg. Dort, mitten im Herzen der Hansestadt, sind die Dynamo-Kicker inzwischen im sechsten Jahr Untermieter. „Die beiden ersten Jahre unseres Vereinsbestehens waren wir in Bardowick zu Gast. Unser Ziel lautete aber immer, in die Stadt zu kommen. Wir hatten und haben viele junge Spieler, von denen die wenigsten im Besitz eines Führerscheins sind“, sagt Niemann während des Gesprächs, das im Vereinsheim des VfL stattfindet.

NFV-Vize Hans-Günther Kuers überreichte Dynamo-Chef Jens Niemann einen Ballsack.

Beim VfL, mit über 3.000 Mitgliedern der zweitgrößte Verein in Lüneburg, fühlen sich die Dynamos dennoch wohl. Ein wenig „Heimatgefühl“ vermitteln auch die beiden Trikots, die im VfL-Vereinsheim „Zum Treffer“ hängen. Eines ist gelb, das andere weinrot, beide von Dynamo Dresden. Dabei hat der populäre Ostklub mit der Namensgebung nichts zu tun. Vielmehr zeugen die Leibchen von der Fan-Leidenschaft des Pächterpaares Catrin und Andre Tätzler, die beide aus der Elbmetropole stammen. Doch warum heißt Dynamo dann Dynamo? „Im Herbst 2008 standen wir auf dem Oktoberfest mit etwa zehn Leuten zusammen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns schon auf die Farben und das Logo des neuen Vereins geeinigt, nicht aber auf seinen Namen. Bis auf einmal eine Gruppe Frauenfußballerinen des VfL Lüneburg an uns vorbeimarschierte und dabei mehrfach skandierte: ‚Licht am Fahrrad, Licht am Fahrrad, Dynamo!‘“, berichtet Jens Niemann. So wurde spontan der FC Dynamo aus der Taufe gehoben.

Der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens aus der Bauzulieferer-Branche, der Anfang Januar 46 Jahre alt wird, ist heute das letzte verbliebene Gründungsmitglied im Vorstand. Andere „Männer der ersten Stunde““ sind aber auch noch im Verein. Wie so viele Dynamos war Niemann zuvor beim Ochtmisser SV, einem Klub im Nordwesten Lüneburgs, aktiv. Als die dortigen A-Junioren in den Seniorenbereich aufrückten und dort unter einem Herrentrainer spielen sollten, unter dem sie nicht spielen wollten, „beschlossen wir eigene Wege zu gehen.“

Der OSV verlor in der Folgezeit insgesamt zwei seiner drei Herrenmannschaften an den FC Dynamo, der die Lüneburger Fußballszene von Beginn an bereicherte. „Wir waren ein junger Verein, endlich mal nichts Alteingesessenes. Bei vielen Fußballfreunden, die nach einer Alternative suchten, stießen wir auf Anklang“, sagt Niemann und ergänzt: „Lüneburg hatte damals zwei Fanszenen. Die des LSK und die des FC Dynamo“. Eine Gruppe von 20 bis 30 Personen sorgte bei jedem Spiel der Schwarz-Roten für Stimmung. „Leider hat sich das Ganze inzwischen verlaufen. Es waren viele Studenten dabei und die ziehen nun irgendwann auch mal wieder weg“, berichtet Henryk Kuzbik beim Vereinsdialog. Der 36-Jährige gehörte damals selbst zur Fanszene und spielt seit 2010 in der 2. Herrenmannschaft.

8.000 Euro Einnahmen stehen Kosten von 13.000 entgegen

„Der etwas andere Verein“, wie sich Dynamo auf der klubeigenen Homepage nennt, bot zunächst nicht nur Fußball an. „Wir hatten auch schon mal Bowling, doch inzwischen gibt es in der gesamten Stadt keine Bahn mehr“, erklärt Niemann. Eine flotte Kugel spielten in den Anfangsjahren auch die Fußballfrauen des FCD, doch auch sie gehören längst der Vergangenheit an. Heute besteht der Verein noch aus zwei Herrenmannschaften und in der Halle aus einem Altherrenteam. Die „Erste“ überwintert in der 2. Kreisklasse auf einem Aufstiegsplatz, die „Zweite“ kickt in der 4. KK. In beiden Mannschaften entstammt das Gros der Spieler noch den alten OSV-Zeiten und wurde inzwischen ergänzt um die eigenen ehemaligen Jugendspieler, die dem erfolgreichen B-Juniorenjahrgang entsprungen sind, der 2012 mit einem 3:0 über Heidetal den Kreispokal und damit den bisher einzigen Titel der Vereinsgeschichte gewann.

„Im Moment haben wir leider keine Jugendabteilung mehr“, bedauert Niemann. Akzente setzt sein Verein vor allem im integrativen Bereich. „Unsere Teams sind ein bunter Mix aus vielen Nationen. Syrer, Afghanen, Iraker, Somalier, Türken“, berichtet Niemann. 30 der aktuell insgesamt 120 Mitglieder sind Flüchtlinge. Einer von ihnen, der 23-jährige Afghane Hamed Sager, verlor als Kind bei einem Taliban-Angriff sein rechtes Bein und hütet trotz dieses Handicaps mit einer Prothese das Tor der zweiten Mannschaft (siehe Dezember-Journal 2016, S. 53).

„Alle Flüchtlinge besitzen eine beitragsfreie Mitgliedschaft. Bei unter 18-Jährigen trägt die Stadt die Gebühren“, sagt Niemann. Zudem gebe es Fälle, in denen die Gasteltern die Beiträge übernehmen.

Im Vereinsheim des VfL Lüneburg trafen sich Vertreter des FC Dynamo und des NFV zum Dialog.

Allgemein liegen die monatlichen Tarife bei 14 Euro (Vollzahler), 10 Euro (Student/Azubi) und 7 Euro (Kinder). Den hieraus erwirtschafteten 8.000 Euro stehen Kosten von 13.000 Euro für Platzmiete, Trainervergütungen, Schiedsrichter, Gebühren oder Trainingsmaterialien gegenüber. „Die Differenz von 5.000 Euro auszugleichen ist die jährliche Aufgabe des Vorstandes“, sagt Niemann. Dabei helfen Zuschüsse vom Kreisportbund, des Landkreises oder Sponsorengelder. „Mal haben wir 1.000 Euro Überschuss, mal ein Minus von 500 Euro. Aber entspannt sind wir nie.“

Die in vielen niedersächsischen Vereinen vorherrschende Not an Unparteiischen kennt der FCD nicht. „Wir haben drei Schiedsrichter für zwei Teams“, erklärt der Vorsitzende. Auch im Ehrenamt sieht die Dynamo-Welt ein bisschen anders aus. Niemann: „Mit wenigen Aktiven kann man bei uns viel organisieren. Aber noch müssen wir uns ja noch nicht um die Bewirtschaftung eines Vereinsgeländes kümmern.“

Übrigens: Just am Tage des Vereinsdialoges wurde der erste Spieler in Barsinghausen freigestempelt und der Pass am Morgen darauf an den FC Dynamo verschickt. Die Spielerlaubnis für den zweiten Neuzugang ging am 2. Dezember heraus. Hintergrund für die Verzögerung: Pro Tag werden in der NFV-Passstelle im Schnitt 150 Anträge bearbeitet, so dass die Mitarbeiter teilweise einen Rückstand von ein bis zwei Monaten aufholen müssen. Die Unterlagen für Flüchtlinge werden zunächst an den DFB geschickt, der sich mit den Heimatländern in Verbindung setzt. Bleiben die Nachforschungen ergebnislos kehrt der Vorgang nach Ablauf der automatischen Vier-Wochen-Frist nach Barsinghausen zurück. Erst dann können die NFV-Mitarbeiter aktiv werden.

Der Vereinsdialog ist Teil des 2012 auf den Weg gebrachten Masterplans des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der den heutigen Amateurfußball zukunftssicher machen soll. Angestrebt wird ein engerer Kontakt zwischen Verband und Basis. Im Mittelpunkt stehen die Vereine. Sie sollen die Gelegenheit erhalten sich zu äußern und den Vertretern des Verbandes die nötigen Informationen mitgeben, damit in Niedersachsen der NFV seine Arbeit im Sinne der Vereine zielgerichtet umsetzen kann. Welche Probleme hat der Klub? Was läuft gut? Was läuft schlecht? Wie läuft überhaupt die Kommunikation mit dem NFV? Und vor allem: Wie kann der Verband helfen? Das sind beispielhafte Fragen eines jeden Dialogs, der die Themenschwerpunkte Kommunikation, Entwicklung Spielbetrieb, Ehrenamt und Qualifizierung sowie Finanzen beinhaltet. In Niedersachsen finden seit 2013 jedes Jahr zwölf Vereinsdialoge statt. Die zunächst bis einschließlich 2016 vorgesehene Maßnahme wird analog des Masterplans 2017-2019 auch in den kommenden drei Jahren fortgesetzt.
 

01.11.2016

Doppelehrung: U14-Junioren und Flüchtlingsteam

Bereits im Oktober besuchten der Kreisvorsitzende Christian Röhling und der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses des NFV Kreis Lüneburg, Klaus Arndt, den TSV Adendorf. Im Gepäck zwei Auszeichnungen.

Übergabe des Schecks durch Christian Röhling (2 v. l.) an Joachim Pritzlaff (4. v. l.). Mit auf dem Bild sind von oben links beginnend Waldemar Kulawig (Betreuer), Christian Röhling (NFV-Kreisvorsitzender), Klaus Arndt (NFV-Kreisjugendausschuss) , Joachim Pritzlaff (Vereinspräsident TSV Adendorf), Heinz Schellin (Betreuer), Sayed Latif Azimi (Trainer), Anwar Ferozi (Co-Trainer). In der unteren Reihe sind einige Spieler des Flüchtlingsteams.

Christian Röhling, der neben seiner Aufgabe beim NFV Lüneburg auch Vorsitzender des Kreissportbund Lüneburgs ist, zeichnete den TSV Adendorf für sein Engagement in der Betreuung von Flüchtlingen aus. Seit dem Frühjahr hat der TSV Adendorf mit großem Aufwand und viel Engagement der beiden Betreuer Waldemar Kulawig und Heinz Schellin eine Fußballmannschaft für Flüchtlinge gegründet. Trainiert wird das Team von Sayed Latif Azimi, der ebenfalls in Adendorf als Flüchtling lebt. Über viele Sprachbarrieren und Hindernisse hinweg hat sich die Mannschaft gefunden und vor kurzem ihr erstes Testspiel gegen ein Lüneburger Team erfolgreich absolviert. Der Deutsche Fußballbund und der Niedersächsische Fußballverband unterstützen die Arbeit des TSV Adendorf und übergaben dem Vorsitzenden des TSV Adendorf, Herrn Joachim Pritzlaff, einen Scheck in Höhe von 500 Euro. Vielen Dank dafür!

Anerkennung für faires Verhalten

Ehre wem Ehre gebührt. Klaus Arndt (links., Vorsitzender des NFV Kreisjugendausschusses) übergab Sachspenden und Urkunden an die 2003er des TSV und der SV Scharnebeck. Mit auf dem Bild sind (von links): Roman Kalex (Trainer und Jugendfußballkoordinator TSV Adendorf), Tobias Epple (Spieler), André Klöpper (Trainer), Jon Knaack (Spieler), Lukas Yefimow (Spieler), Finn Klöpper (Spieler), Joachim Pritzlaff (Vereinspräsident TSV Adendorf)

Strafstoß bewusst nicht verwandelt

Neben dem TSV Adendorf und seinen ehrenamtlichen Mitgliedern wurde auch ein Fußballteam des TSV Adendorf geehrt. In der vergangenen Saison haben die 2003er Jungs und Mädels (derzeit als U14 unterwegs) der Spielgemeinschaft Adendorf/Scharnebeck in einem entscheidenden Saisonspiel auf einen Vorteil nach einer falschen Schiedsrichterentscheidung verzichtet und den fälligen Strafstoß bewusst nicht verwandelt. Die Mannschaft verlor in der Folge das Spiel und verpasste mit dieser einzigen Niederlage in der gesamten Saison 2015/16 den Aufstieg in die Kreisliga. Der Deutsche Fußballbund und der Niedersächsische Fußballverband zeichen das Verhalten der Jugendlichen mit einer Sachspende und einer Urkunde aus.

Am Spiel nahmen Teil: (von links) Tim Burmann (nun MTV Lüneburg), Max Woehlbier, Justin Lipka, Antonia Lahme, Finn Klöpper, Jan Hendrik Müller, Roman Saizew, Florian Kutics, Tobias Epple, Jan Michel Flechtner, Mavie Zcernikow, Jon Knaack, Philipp Bethge.

01.03.2016

42 Tore weniger als im Vorjahr beim E-Junioren Cup

1. 200 Euro spendet die Lüneburger Landeszeitung für die KinderKrebshilfe

Wie jedes Jahr, so auch dieses, findet der E-Junioren Cup in 14 niedersächsischen Kreisen statt. Der E-Junioren Cup wird von Friesland bis Göttingen schon zum zwölften Mal ausgetragen. Dabei spendet unsere Lüneburger Zeitung für jedes geschossene Tor der U10- und U11-Junioren bei der Austragung des Hallenkreismeisters je ein Euro.  

1.101 Treffer haben die 54 Teams erzielt. 42 weniger als im letzten Jahr, aber 96 mehr als vor zwei Jahren. Und wie immer rundet die Landeszeitung auf. Einen Check von 1.200,- Euro überreichte LZ-Chefredakteur Christoph Steiner dem Kreisjugendobmann Klaus Arndt und Staffelleiter Michael Heuer.  

Klaus Arndt hofft noch auf eine Verdoppelung, da bei den Spielen Spendendosen rum gereicht werden und noch sind nicht alle zurück und ausgezählt. Bei den U8-Kreis- (06.03. in Dahlenburg und den D-Junioren Bezirksmeisterschaften (13.03. in Adendorf und Bardowick) wird auch noch gesammelt. 2.830,- Euro konnte letztes Jahr aus Lüneburg an die KinderKrebshilfe übergeben werden

LZ-Chefredakteur Christoph Steiner (vorn M.) übergab die Spende von 1200 Euro an Kreisjugendchef Klaus Arndt (vorn r.) und Stafelleiter Michael Heuer (vorn l.). Foto: be

27.01.2016

„!Nie wieder“: 12. Erinnerungstag im deutschen Fußball

„!Nie wieder“, diese Botschaft der Überlebenden des ehemaligen KZ Dachau, haben Fußballfreunde vor zwölf Jahren aufgegriffen und den „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ins Leben gerufen.

Zum zwölften Mal ruft die von DFB und DFL unterstützte Initiative "!Nie wieder" Profi- und Amateurvereine zu einem Erinnerungstag auf. Stadiondurchsagen und andere Zeichen sollen an die Menschen erinnern, die aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihrer politischen Überzeugung oder ihrer sexuellen Orientierung im Nationalsozialismus entwürdigt und verfolgt wurden.

Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar wirft seine Schatten voraus. Er bekommt durch die Geschehnisse vor den Flüchtlingsunterkünften, an den europäischen Außen-und Binnengrenzen, durch die verstörenden und empörenden Geschehnisse in Köln und in anderen Städten besondere Aktualität und Brisanz. Die Initiative "!Nie wieder - Erinnerungstag im deutschen Fußball" setzt mit  der 12. Kampagne hier ein Gegenzeichen. Es sind die universellen Werte des Sports, die zu verteidigen sind.

Am Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 71 Jahren, der auch der Erinnerungstag für die Opfer des nationalsozialistischen Terrors ist, gedenken die Vereine im deutschen Fußball - zusammen mit allen Fans - ihrer Mitglieder, die in der Nazidiktatur aus der Clubfamilie ausgestoßen wurden. Sie ehren sie und holen sie damit zurück in die Familie.


Die Schule Marienau bei Dahlenburg (Kreis Lüneburg) hat sich in einer Projektwoche das Thema angenommen. Sie haben die Möglichkeit genutzt, uns bei einer Fußball Hallenendrunde mit den Themen Respekt und Toleranz im Fußball zu informieren.

Wie begann alles?

Am 19. April 1933 las die interessierte deutsche Öffentlichkeit im „kicker“: „Der Vorstand des DFB hält Angehörige der jüdischen Rasse in führenden Stellungen der Vereine nicht für tragbar.“ Zügig wurde die Verlautbarung von den meisten Vereinen umgesetzt. Spieler, Vorstände, großzügige Förderer und einfache Vereinsmitglieder jüdischer Herkunft sowie politisch Andersdenkende, sie alle gehörten von einem Tag auf den anderen nicht mehr dazu.

Auch die Politik in und um Lüneburg hat sich dem Thema angenommen

Die Trauer, der Schmerz und der Zorn über das Unrecht, das man diesen verfolgten und ermordeten Mitgliedern der Fußballfamilie vor rund Initiative „!Nie wieder - Erinnerungstag im deutschen Fußball“ 80 Jahren angetan hat, wirkt bis heute, besonders bei den Angehörigen der Opferfamilien. Der Zivilisationsbruch und das damit einhergehende Leid der Opfer und ihrer Familien fordert die Nachgeborenen auf, sich heute für das „Nie wieder!“ entschieden und auf Dauer einzusetzen.

Unübersehbares Zeichen setzen

Mit den klugen und kreativen Aktionen der Fans, der Fanprojekte, der Vereinsmuseen, der Amateur- und Proficlubs und ihrer Berufsorganisationen zum “12. Erinnerungstag im deutschen Fußball 2016“ wird ein unübersehbares Zeichen gesetzt. Der Fußball und die Zivilgesellschaften werden stärker, wenn mit dem Gedenken an die Opfer des Nazi- und des Neonaziterrors sich ein klares Bekenntnis zur Würde jedes Menschen und zu ihrer Unverletzlichkeit verbindet. Das „!Nie wieder“ 2016 ruft auf, sich entschieden in der Kurve und an jedem andern Ort dagegen zu stellen. Der Fußball darf nicht missbraucht werden. Das „!Nie wieder“ 2016 heißt, die Stimme zu erheben gegen verbale und körperliche Bedrohungen der jüdischen Freunde von Makkabi Deutschlandund aller europäischen Juden.

Das „!Nie wieder“ 2016 erinnert auch Fußball-Deutschland an „Refugees Welcome“ und somit daran, Flüchtlinge zu unterstützen. Der Fußball kann das. Viele „Herzblut- Initiativen“ aus den Fanszenen und aus den Amateur- und Profiligen praktizieren das eindrucksvoll. Die Erfahrungen zeigen, dass in der Regel alle gewinnen, die Flüchtlinge wie die Einheimischen. Der Gründungsimpuls des „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ kommt aus Italien. „Per non dimenticare!“ - Lasst uns nicht vergessen! Dieses Anliegen verstand der Ideengeber Riccardo Pacifici, dessen Großeltern in Auschwitz ermordet wurden, als eine gesamt-europäische Aufgabe. Sie gegen alle aktuellen Krisen und Widerstände im Fußball und in den Zivilgesellschaften umzusetzen, ist Aufgabe für alle, die aus der Geschichte gelernt haben.

(Quelle: Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball / Deutscher Fußball Bund)

(Videos: Schule Marienau)

 

 

Seite zuletzt aktualisiert am: 12.11.2018

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