23.08.2021

Von der Kreisklasse zur Bezirksliga und wieder zurück

Von den 17 Sportvereinen, die sich 1920/21 im Kreis Uelzen gründeten, gehörte der TSV Suhlendorf in der Samtgemeinde Rosche, der anfangs noch Suhlendorfer SV hieß und die Vereinsfarben grün - weiß hatte, auch dazu. Bereits 1919 taten sich einige Fußballknaben zusammen (Jugendlust) und 1920 wurde durch Bauer Friedrich Klatsche (Jetzt Warnecke) ein Sportverein mit über 30 Mitgliedern gegründet.

Die 1. Fußballmannschaft von 1923 lief in folgender Besetzung auf: W. Gröfke, Niemeyer, H. Nieschulz, F. Veersmann, K. Duncker, H. Ramünke, H. Garz, Fritz Uhlenhut, H. Breitkreutz, Robert (Nachname unbekannt), Fr. Lindemann, H. Grote, Name unbekannt, Richard Schulz.

Fusion 1927

Das Gasthaus mit Ferienwohnugen der Familie Hilmer gibt es heute noch

Der Bau des Sportplatz Mühlenberg erfolgte 1924 und es entstand ein Fußballfeld. Freundschaften pflegte der Suhlendorfer SV mit den Dörfern in der näheren Umgebung. Mit Fahrrädern oder Pferdegespanne ging es nach Schnega, Bergen, Clenze, Dähre oder Salzwedel. Bei Pausen wurde im Gasthaus Hilmer in Növenthien eingekehrt.

1927 erfolgte durch engagierte Menschen, die Vorturner, die Fusion mit der Turnergruppe des TSV Suhlendorf (schwarz-weiß) mit 200 Mitgliedern (nur Erwachsene).

1933 waren die Fußballer erfolgreich. Doch 10 Jahre später kam der Sport zum Erliegen. Der Zweite Weltkrieg kam und viele Männer wurden eingezogen.

Neugründung nach dem 2. Weltkrieg

1946 gaben die Engländer die Erlaubnis die Sportvereine wieder ins Leben zu rufen. Die Männer waren wieder zurück und es kam zur Wiedergründung des Vereins in den Farben rot-weiß. Die Begeisterung durch die Wiedererlangung der Freizeit, Fußball und Handball war groß. Alte Turngeräte wurden wieder flottgemacht, geturnt wurde auf Sälen.

Der Bau eines massiven Vereinshauses begann mit viel Einsatzbereitschaft 1951. Hans Wendland steuert 40.000 Deutsche Mark bei, 15.000 DM durch Eigenleistung kommen von Willy Schermuksnat und Hermann Lütke. Die Sportplatzanlage wurde Ende der 50er weiter ausgebaut.

Die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Uelzen erfolgte 1954. Die Fußballer spielten mit Ripdorf, Veerßen in der Bezirksklasse Ost und stieg 1962 ab. In den Fünfzigern pflegte man Kontakte mit dem SV Dähre (nähe Salzweldel), damals war es noch möglich sich gegenseitig zu besuchen, schwierig, aber möglich. Weiterhin gab es turnerisch den Höhepunkt (Kinderturngruppen und Damen- und Herrenriegen, die sich aber alsbald wieder auflösten wegen fehlende Übungsleiter und geeignete Sportstätten.

TSV Suhlendorf wird 40

Das 40jährige Vereinsbestehen wurde mit der Platzweihe am 20. August 1960 durch den Landrat mit den folgenden Worten eröffnet: „Ich weihe dich im Zeichen des Friedens und der Freiheit und in der Hoffnung, dass alles geschehen möge in Verantwortung für unser Vaterland und zum Segen unserer heimischen Bevölkerung. Dir aber, Sportverein, rufe ich zu: Tue weiter deine Pflicht und erfülle die Schuldigkeit gegenüber dem Gemeinwesen“.

Erster Kreispokalsieg 1965 in Wrestedt (3:0 gegen TSV Lüder): E. Neumann, E. Burgdorf, D. Kruppke, G. Paddags, H. Bergmann, W. Luda, E. Moritz, 1. Vorsitzender A. Gröfke, A. Alpers, A. Latzko, S. Meyer, S. Paddags, H. H. Meyer, H. Meyer. Foto: TSV Suhlendorf

Nun boomte auch wieder die Turnabteilung und wurde wieder gegründet. Der Sportplatz bekam für 4000 DM eine Beleuchtung und eine Beregnungsmöglichkeit. 1966 wurde mit dem Bau der Turnhalle begonnen und ein Jahr später eingeweiht. Die Mitgliederzahl erhöhte sich auf 563 und die Beiträge für Kinder auf 1 DM, Jugendliche auf 1,30 DM und Erwachsene auf 2 DM.

D-Jugend bestreitet 1968 Vorspiel der Bundesliga in Berlin

Sylvester 1969 wurde in das 50jährige Vereinsbestehen getanzt. Der Abend wurde zu einem gesellschaftlichen Glanzpunkt, wie der damaliger Vorsitzender Albrecht Gröfke es beschrieb. Im Jubiläumsjahr setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen: 1. Albrecht Gröfke, 2. Adolf Latzko, 3. Heinz Meier, Schriftführer Helmut Schulze, Kassenwart Ernst Moritz, Jugendleiter Jochen Frenz, Norbert Franz, Hartmut Ramünke (darauffolgender Vorsitzender).

TSV Suhlendorf wird 50

Natürlich gab es 1970 ein großes Sportwochenende zum 50. Jubiläum unter dem Motto: „durch Eintracht werden kleine Dinge groß, durch Zwietracht zerfallen die Größten“ mit einem Fußballspiel der Damenmannschaft gegen die Ratsherren.

Mit dem Bau eines Sportzentrums mit zwei Fußballfeldern, 400-mtr-Bahn, Tribüne wurde begonnen und nach sechsjähriger Bauzeit und 1,3 Millionen Mark Kosten 1977 eingeweiht.

Seit 1985 verfügt der TSV über ein 140 qm großes Vereinsheim, dass im Dezember 2001 erneut in Eigenleistung mit 3.500 Stunden um einen 140 Quadratmeter-Anbau erweitert wird. „Das war ein Meisterstück von Hartmut und den vielen Helfern“, erzählt Suhlendorfs heutige 1. Vorsitzende Katja Bäther, der die enorme Gruppendynamik und Zusammenhalt imponierten.

Austieg in die Bezirksliga

Zwei Fußball-Generationen: Wolfgang Luda (links) gewann 1965 den Kreispokal. 35 Jahre später holte auch Kai-Oliver Latzko die Trophäe. © Marud, Arek

1997 steigen die 1. Herren in die 1. Kreisklasse auf. Drei Jahre später wurde der TSV Suhlendorf unter Dietmar Grote nach 1965 wieder Uelzener Kreispokalsieger (nach einem 1:0-Last-Minute-Sieg gegen SV Hanstedt) und steigt wieder in die Bezirksklasse auf. Weitere drei Jahre später, 2003 gelingt der Aufstieg unter Holger Meyer in die Bezirksliga.

Kapitän Kai-Oliver Latzko war Teil der wohl erfolgreichsten Suhlendorfer Fußballära Ende der 90er und Anfang der 2000er, als dem Verein der Aufstieg von der Kreis- bis in die Bezirksliga gelang. „Das war der beste TSV, den es gab“, meint er.

2003 gibt es die Medaillen für den Bezirksligaaufstieg

Abstieg in die 1. Kreisklasse

Der TSV konnte sich aber nur zwei Jahre in der Bezirksliga halten. 2005 mussten sieben Vereine aus der Liga absteigen, darunter auch Suhlendorf. Ein Jahr später wurde die Bezirksklasse aufgelöst. Wieder war Suhlendorf bei den acht Absteigern dabei. Nach der Vize-Kreismeisterschaft 2006 folgte 2009 der Abstieg in die 1. Kreisklasse.

2012 wieder Aufstieg

Jubel nach dem Kreisliga-Aufstieg in der Saison 2011/12 (hinten von links): Die Betreuer Hans Kuhnke und Albert Mirow, Trainer Oliver Kuhnke, Jörn Zahrte, Dennis Podleska, Philip Eggers, Timo Hinrichs, Giovan Caliva, Jaari Warnecke, Lars-Andre Hartung, Gerhard Ketler, Johannes Graf, Kai-Oliver Latzko; vorne von links: Jens-Uwe Weickardt, Maik Riedel, Jan-Patrick Mirow, Daniel Guskau, Erik Reimer, Benjamin Teichmann, Hauke Ellenberg, Jeremy Gill.

Gründung einer Jugendspielgemeinschaft Wipperau

2013 unterliegen die Altherren im Pokalfinale der SV Holdenstedt mit 0:1. In der Samtgemeinde Rosche wird mit den Vereinen aus Suhlendorf, Oetzen, Rosche, Bankewitz, Wellendorf und Rätzlingen eine Jugendspielgemeinschaft Wipperau gegründet. Namensgeber ist ein 35 Kilometer langer, rechter Nebenfluss der Ilmenau. Die Wipperau entspringt südwestlich von Suhlendorf und endet nördlich von Uelzen in die Ilmenau.

Lage der Spielorte

Die D-Junioren (U12) der JSG werden 2018 Pokalsieger und die D-Juniorinnen Kreismeister. Ein Jahr später sicherten sich die D-Mädchen die Endrundenteilnahme beim 8. VHG-Girls-Cup in Barsinghausen. Dort fehlte ihnen ein „Törchen“ zum Weiterkommen. Drei Teams hatten sechs Punkte. Zwei kamen weiter.

Ziel war und ist es, jedem Kind in der Samtgemeinde altersgerechten Fußball anbieten zu können. In Wellendorf, Rätzlingen und Bankewitz gibt es zurzeit leider keine Jugendmannschaften.

Auf- und Abstieg

Nach dem Aufstieg 2012 in die Uelzener Kreisliga, folgte 2016 der Abstieg der Herren-Fußballer 2016. Nach nur einem Jahr Kreisklasse folgte der sofortige Wiederaufstieg 2017. Durch die Zusammenlegung der NFV Kreise Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen in einen Großkreis Heide-Wendland gab es nur noch eine Kreisliga und der TSV Suhlendorf spielte wieder 1. Kreisklasse, in der sie aktuell noch auflaufen.

Gefeiert wurde bis in die frühen Morgen

TSV Suhlendorf feiert mit einem Sylvesterball ins Jubiläumjahr hinein

Krönender Abschluss des Jahres 2019 war dann gleichzeitig auch der Auftakt in das Jubiläumsjahr 2020. Schon bei den ersten Überlegungen zum Jubiläum vor zwei Jahren waren sich der Vorstand einig, dass das Jubiläumsjahr
mit einem Knalleffekt beginnen sollte und sie „richtig einen raushauen“ wollten. Das gelang nur zum Teil. Wie alle anderen Vereine, machte Corona auch dem TSV Suhlendorf einen Strich durch die geplanten Aktivitäten.

Katja Bäther

Suhlendorfs großes Plus ist der Zusammenhalt und dass die Arbeit auf mehrere Hände verteilen läßt, findet die heutige 1. Vorsitzende Katja Bäther: „Ein Konstrukt, gehalten von vielen Sportlern und vor allem Helfern, die für unseren Verein tätig sind. Viele sind seit langen Jahren fester Bestandteil unseres Vereins. Und man kann ihnen gar nicht genug danken dafür!“ Suhlendorf beweist, wie wichtig das Ehrenamt ist. Bäther: „Das sind Menschen, die sich Woche für Woche für uns zur Verfügung stellen. Über 40 Personen – und ich spreche hier nicht von Sportlern. Mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 1,5 bis sechs Stunden oder mehr.“

Wir bedanken uns bei Katja Bäther für die Bereitstellung von Fotos und Dokumenten.

Quellen: Homepage, Facebook und Echo des TSV, sowie Auszüge und Foto aus der Uelzener AZ
Bericht: Michael Paul

Hier die Chroniken der anderen Jubiläumsvereine>>

Seite zuletzt aktualisiert am: 20.09.2021

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