17.06.2021

Eddelsdorf, die Fußball-Wiege für einen DFB-Pokalsieger und einen Olympia-Bronze-Gewinner

Der Ziegeleibesitzer Albert Niebuhr gründete im August 1920 mit weiteren 13 Männern den Sport-Verein Eddelsdorf. Zu Anfang wurde nur gebolzt und dazu diente der Schulspielplatz Kleukerberg. Erst Mitte der 20er Jahre tritt der Fußball in den Vordergrund.

Sportplatz am Kohlgarten

Im August 1926 wurde das Aufstiegsspiel zur „Liga“ auf dem Musterplatz in Uelzen gegen den Meister des Westkreises SV Brockhöfe 2:0 mit nur neun Spielern gewonnen. Eine Woche später wird das erste Verbandsspiel in Jastorf mit 3:2 gewonnen. Der Höhenflug der Eddelstorfer hält aber leider nur ca. drei Jahre an, dann versinkt der SVE über Jahre hinaus ins Mittelmaß. Zeitweise kommt der Spielbetrieb ganz zum Erliegen. Der Ziegeleibesitzer und 1. Vorsitzende Albert Niebuhr bevorzugt bei der Einstellung seines Betriebes fußballbegeisterte Arbeitskräfte. Das kommt dem SVE zugute.

1937 wird der Sportplatz von „Kohlgarten“ an den heutigen Standort „Zum Königskamp“ verlegt. Zwei Jahre später dann wohl der größte Erfolg vor dem 2. Weltkrieg, als der SVE vor einer großen Zuschauermenge durch ein 4:2 über Himbergen Gruppensieger wurde. Leider wurde diese Meisterschaft später aberkannt, da ein nicht spielberechtigter Spieler beim SVE eingesetzt wurde. Wenig später kommt der Spielbetrieb wegen des 2. Weltkrieges zum Erliegen.

Neugründung

Land unter auf dem Sportplatz

Im April 1946 gibt es eine Neugründung und Fritz Hübner löst Albert Niebuhr ab. 1954 erfolgt die Eintragung in das Vereinsregister Medingen. Im Juni 1962 tritt Ewald Kruse-Petersen als 1. Vorsitzender zurück. Es findet sich aber kein Neuer. Erst im April 1963 Ist Theodor Beecken bereit den Posten zu übernehmen. 1966 fallen 120 Liter/qm Niederschlag binnen 45 Minuten und die Tore ragen nur noch 50 cm aus dem Wasser. Im Juni 1972 wird das Gemeindehaus dem SVE überschrieben, die es acht Monate später für 43.000,- DM verkaufen. Es wird ein Sportgelände gekauft und drei Jahre später entsteht eine Sportanlage mit neuem Sporthaus, dass im Oktober 1975 eingeweiht wird.

Talentschmiede I

Die Sievers Brüder: links Ralf und rechts Jörg, der jetzt Co-Trainer bei Zweitligisten AS Nancy Lorraine ist.

1988 gewinnt der in Eddelstorf groß gewordene Ralf Sievers mit der deutschen Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Seoul. 1979 wechselte der damals 17jährige Sievers in das Juniorenteam des Lüneburger SK. Stieg 1980 mit dem LSK in die Oberliga auf und wechselte 1982 zu Eintracht Frankfurt. Nach 205 Spielen ging er 1990 zum FC St. Pauli, um drei Jahre später noch einmal beim LSK 192 Spiele zu bestreiten. 1994 wird Ralf Sievers zum Ehrenmitglied beim SVE ernannt. Auch sein vier Jahre jüngerer Bruder Jörg kommt aus der Talentschmiede des SV Eddelstorf, auch er ging als 17jähriger zum LSK und stand zwischen 84 und 88 über 100 Mal im Tor des LSK, bevor er zum VfL Wolfsburg ging. Nach einem Jahr in der VW-Stadt stand er 384 Mal bei Hannover 96 im Tor und holte 1992 mit 96 als erster Zweitligist den DFB-Pokal. Dank Jörg und einem Nervenkrieg im Halbfinale gegen Bremen geht es nach Berlin. Erst trift er im Elfmeterschießen selbst zum 6:5, dann wert er den Elfmeter von Marco Bode ab. In Berin gegen Gladbach hielt Jörg wieder zwei Schüsse im Elfmeterschießen und den Pokal ganz fest.

Vorstand

Alle Vereinsvorsitzenden seit 1975 auf einem Bild: Heinz-Jürgen Tippe (1975-1990), Eckhard Burmester (1990-2000). Gerd Meyer (2000-2012), Torsten Escher (2012-2018), Michael Strzalla (aktuell)

Nach Querelen trennt sich der Vorstand 2001 von Trainer Michael Schlawatzky, worauf 11 von 16 Spielern ihren sofortigen Austritt erklären. Dem neuen Trainer Michael Strzalla, der 1. Vorsitzender seit 2018 ist, gelingt es innerhalb der nächsten Woche einige Spieler umzustimmen. 2002/03 steigt der SV Eddelstorf nach 14 Jahren Kreisliga und Bezirksklasse aus der Kreisliga ab und veranstaltet das Kreispokalendspiel. Vor 520 Zuschauer gewinnt SV Emmendorf mit 3:1 gegen MTV Barum.

Spiel der 1000

Im Mai 2006 veranstaltet der SVE das „Spiel der 1000“. Das Ziel, knapp 1.000 Stunden vor dem WM-Finale mehr als 1.000 Zuschauer nach Eddelstorf zu locken, wurde zwar verpasst, trotzdem hat sicherlich keiner der knapp 600 Gäste sein Kommen bereut! Highlight zwei Jahre später war das Altligaspiel gegen den Hamburger SV (u.a. mit Peter Hidien, Peter Nogly und Hans-Jürgen Ripp), dass mit 3:1 an den HSV ging.

Eddelstorfer Spielaufforderung von damals

Kreispokal

Das erstmals erreichte Kreispokalendspiel wird im Juni 1977 von der 1. Herren vor 624 zahlenden Zuschauern in Ebstorf gegen den TSV Wriedel mit 4:2 verloren.

Kreispokalsieger 1991: o.v.l.: Andreas Mehrbach, Burkhard Hänel, Frank Tippe, Joachim Kisker, Frank Meyer, Martin Mehrbach, Michael Strzalla, Reinhard Körner, Ralf Ziegenfuß, Trainer Lothar Nebe; u.v.l.: Mario Mahler, Fußballobmann Manfred Gatzka, Dirk Matthies, Thomas Kreutzer, Uwe Rogsch, Andreas Tippe, Matthias John, Henning Schwabe, Klaus-Dieter Seiler

Vor der Rekordkulisse von 1.015 zahlenden Zuschauern in Bad Bevensen holt sich der SVE nach 1991 am 17. Mai 2012 zum zweiten Mal den Kreispokal. Der FC Oldenstadt wurde erst im Elfmeterschießen (6:4 n.E., 2:2) bezwungen. Ein Jahr später gab es aber an gleicher Stelle gegen den gleichen Gegner im Pokalfinale eine 1:2 Niederlage.

Kreispokalsieger 2012: Von links: Trainer Lothar Nebe, TW-Trainer Guido Kahmann, André Saucke, Andreas Burmester, Marcel Duisterwinkel, Jan-Hinrich Grunwald, Jan-Ole Schulz, Sören Meyer (unten), Marcel Kahlmann, Sebastian Strzalla, Florian Taxhet (weißes T-Shirt), Robin Wanke, Christof Gatzka (oben, halb verdeckt), Stephan Schenk (mit Pokal), Julian Hänel (oben), Fabian Hänel, Jannik Siegemund, Pierre König, Marvin Timm, Betreuer Hans Duisterwinkel (halb verdeckt), Marcel Dietrich

Meisterschaften

Nach dem Start der Punktspiele 1946 in der Kreisliga gab zehn Jahre später den Abstieg in die 1. Kreisklasse. Es folgten viele zweite und dritte Plätze um 1973 den Aufstieg in die Kreisliga zu sichern.

Nach dem Abstieg 1980 in die 1. Kreisklasse wurde im August anlässlich des 60jährigen Bestehen ein Freundschaftsspiel gegen den Lüneburger SK (u.a. mit Ralf Sievers und Rainer Zobel) mit 0:11 verloren.

Handfeste Verträge
  • 1977      Kreispokalfinale 2:4 vs TSV Wriedel
  • 1980      Abstieg in die 1. Kreisklasse
  • 1987      Aufstieg in die Kreisliga
  • 1988      Abstieg in die 1. Kreisklasse
  • 1989      Aufstieg in die Kreisliga
  • 1991      Kreispokalsieg 4:2 vs Emmendorf
  • 1994      Kreismeister und Aufstieg in die Bezirksklasse
  • 1996      Abstieg in die Kreisliga
  • 1997      Kreismeister und Aufstieg in die Bezirksklasse
  • 1999      Abstieg in die Kreisliga
  • 2006      Abstieg in die 1. Kreisklasse
  • 2009      Aufstieg in die Kreisliga
  • 2012      Kreispokalsieg 6:4 n.E. vs Oldenstadt
  • 2013      Relegationsspiel 2:1 n.V. (vs Hitzacker)
  • 2014      Abstieg in die Kreisliga
  • 2016      Kreispokalfinale 3:4 n.E. vs SC Uelzen 09
  • 2018      Kreismeister und Aufstieg in die Bezirksliga
Kreismeister und Aufteiger: Oben von links: Trainer Olaf Walter, Robin Wanke, Co-Trainer Karsten Walter, Florian Hoffmann, Florian Taxhet, Marcel Kahlmann, Julian Hänel, Yannic Engelhardt, Tim Hänel, Jonas Meyer, Jan-Ole Schulz, Martin Escher, Marcel Duisterwinkel, Betreuer Hans Duisterwinkel; Unten von links: Christof Gatzka, Stephan Schenk, Niklas Kahlmann, Sebastian Strzalla, Felix Wilhelmy, Jonathan Alves-Dias, Fabian Hänel

Talentschmiede II

2019 wird Malte Meyer Fußballer des Jahres beim SV Eddelstorf. Der 22jährige hat in Eddelstorf 2002 mit dem Fußball angefangen, ging 2010 gen Lüneburg und wurde mit dem MTV Treubund drei Mal Niedersachsenmeister (C-, B- u. A-Junioren), war NFV-Junioren-Auswahlspieler und kickte beim MTV mit den Herren in der Landesliga (7 Tore in 14 Spielen). Er stand im erweiterten Jugendkader von Werder Bremen und trainierte bei Schalke 04 auf Probe. Ende 2018 ging er zurück zum SV Eddelstorf um in der Bezirksliga 26 der 48 Tore in 18 Spielen des SVE in der abgebrochenen Saison 2019/20 zu schießen. Seit 2020 ist das Sturmtalent beim Lüneburger SK Hansa. Wird er in die Fußstapfen der Sieversbrüder steigen?

Dreifacher Niedersachsenmeister: Malte Meyer

Bericht: Michael Paul, Foto: HP Eddelstorf, 1 x M. Behns, 1 x M. Paul

Seite zuletzt aktualisiert am: 15.07.2021

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