27.03.2015

Dankeschön-Wochenende für DFB-Ehrenamtspreisträger in Barsinghausen - „Hier sitzt die Lebensader der Vereine“ - Promitalk mit Mirko Slomka – Besuch des 96-Spiels gegen Dortmund und des niedersächsischen Landtages

„Hier sitzt die Lebensader der Vereine. Ihr gehört zu den über eine Million ehrenamtlichen Helfern, die nach einem anspruchsvollen Arbeitstag ohne Bezahlung dafür sorgen, dass in Deutschland von der Kreisklasse bis zur Bundesliga rund 170.000 Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen und der Ball rollen kann“. Mit diesen Worten hieß der Ehrenamtsbeauftragte des NFV, Hermann Wilkens, die Ehrenamtspreisträger der 43 niedersächsischen Fußballkreise willkommen, die sich vom 20. bis 22. März mit ihren Partnern zum Dankeschön-Wochenende in Barsinghausen eingefunden hatten. Wie in den Vorjahren hatte das Team um Wilkens und NFV-Mitarbeiterin Andrea Hoffmeister ein gleichermaßen attraktives wie unterhaltsames Programmpaket geschnürt. Es beinhaltete Informationen und Austausch zum bürgerlichen Engagement ebenso wie den Besuch des derzeitigen niedersächsischen Landtagsgebäudes, des Bundesligaspiels Hannover 96 gegen Borussia Dortmund (2:3) und die Podiumsdiskussion mit Überraschungsgast Mirko Slomka.

Doch der Reihe nach. „Mit 2.600 Vereinen ist der NFV der zweitgrößte Landesverband im Deutschen Fußball-Bund. Daran habt ihr entscheidenden Anteil. Denn ein großer und leistungsstarker Verband sind wir nur, weil wir Rückgrat im Ehrenamt haben“, unterstrich NFV-Präsident Karl Rothmund zu Beginn der Veranstaltung am Freitagnachmittag die Bedeutung des freiwilligen Engagements. Nach der Rede von Wilkens stand die Ehrungszeremonie auf dem Programm, bei der jeder Preisträger eine Urkunde und eine DFB-Uhr erhielt. Es folgte ein Rundgang in drei Gruppen über die NFV-Anlage, ehe am Abend Kurzfilme über bürgerliches Engagement ausgestrahlt wurden. Dabei stellte Hermann Wilkens die Viererkette der Mitarbeiterentwicklung im Ehrenamt vor, die, so Wilkens, „zur Bibel eines jeden Vereinsfunktionärs gehört.“ Sie besteht aus den Begriffen Gewinnen, Qualifizieren, Binden und Verabschieden. Zu letzterem Punkt bemerkte Wilkens: „Jemand der nicht richtig verabschiedet wird, der kommt nicht wieder.“ Zudem betonte der Pädagoge aus Papenburg, der seit Oktober 2011 Landesehrenamtsbeauftragter ist, dass „ehrenamtliche Tätigkeit keine Opferrolle ist, sondern man viel dazu lernen kann.“

Die Ehrenamtspreisträger freuten sich über den Besuch von Mirko Slomka.
Die Ehrenamtspreisträger freuten sich über den Besuch von Mirko Slomka.

Der Samstag begann mit dem für dieses Wochenende schon traditionellen Besuch des niedersächsischen Landtages. Erstmals führte der Weg aber nicht an den ehemaligen Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz, der 2014 in Hannah-Arendt-Platz umbenannt wurde, sondern in das Georg-von-Cölln-Haus zu Füßen der Marktkirche. In dem Haus, das zu den schönsten Handelsgebäuden der Stadt zählt, haben die Parlamentarier ihr Ausweichquartier bezogen, da der Landtag bis Frühjahr 2017 umgebaut wird. Empfangen wurden die Ehrenamtspreisträger vom Vizepräsidenten des niedersächsischen Landtages, Karl-Heinz Klare. Mit Humor, Wortwitz und ehrlichen Bekenntnissen („Eigentlich gibt es keinen Fraktionszwang, aber es gibt ihn eben doch“) informierte und unterhielt der Abgeordnete aus Diepholz seine Gäste und gab etliche Anekdoten preis. So zum Beispiel die von Karl-Heinz Funke (SPD), der von 1990 bis 1998 als niedersächsischer Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wirkte und sich vor einer Rede einfach das Manuskript eines CDU-Politikers schnappte und dieses dann vorlas – ohne dass dies zunächst von der eigenen wie auch der anderen Fraktion bemerkt wurde…

Als bekennender BVB-Fan verhehlte Klare nicht, wem er am Nachmittag die Daumen drücken werde („96 immer, nur heute nicht“) und griff bei seinen Ausführungen zur gegenwärtigen Situation der „Roten“ auf Sepp Herberger zurück. „Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen wie es ausgeht“, zitierte er den Alt-Bundestrainer, ehe er sagte: „Das hat die letzte Zeit bei 96 nicht so geklappt. Da wusste man eigentlich immer wie es ausgeht…“

Leider sollte dies auch für die anschließenden 90 Minuten gelten, in denen die Negativserie der Korkut-Elf (nur ein Sieg aus den letzten 15 Spielen) fortgesetzt wurde. Die Ehrenamtspreisträger und ihre Partner verfolgten das Spiel von der Westtribüne aus, für die Hannover 96 dem NFV 105 Karten kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Für die Geschehnisse auf dem Rasen bewies Karsten Wolff, Ehrenamtspreisträger des NFV-Kreises Peine, den richtigen Riecher. Als Einziger sagte er beim Tippspiel das exakte Ergebnis zur Halbzeit (1:1) und zum Ende (3:2 für Borussia Dortmund) richtig voraus. Am Abend gehörte Wolff, 1. Vorsitzender und Jugendtrainer der SpVgg Groß Bülten, dann zu jenen vier Ehrenamtlichen, die anlässlich einer Talkrunde über ihre Arbeit berichteten.

Gelassen und schlagfertig stellte sich Mirko Slomka den Fragen von Hermann Wilkens (links) und Egon Trepke.
H. Wilkens, M. Slomka, E. Trepke:

Am Vormittag des Abschlusstages standen zunächst aktuelle Themen zum NFV-Ehrenamt auf der Agenda, ehe von den Organisatoren das Geheimnis gelüftet wurde, wer der diesjährige prominente Überraschungsgast ist. Unter großem Beifall betrat Mirko Slomka den Saal Niedersachen. Bereits zum zweiten Mal nach 2008 nahm sich der Fußball-Lehrer Zeit für die niedersächsischen Ehrenamtspreisträger und stand in der von Hermann Wilkens und NFV-Vizepräsident Egon Trepke moderierten Podiumsdiskussion Rede und Antwort. „Hat Martin Kind schon angerufen?“, lautete die Einstiegsfrage von Hermann Wilkens, die für große Heiterkeit im Saal sorgte. „Ich habe zu Martin Kind ein sehr gutes Verhältnis. Wir telefonieren regelmäßig, aber nicht in dieser Sache. Er hat mich nicht angerufen“, antwortete Slomka, der davon ausgeht, dass „96 sich stabilisieren wird.“ Deshalb gehe ervom Klassenerhalt „ganz fest aus.“

Größere Sorgen als die sportliche Situation bereitet dem in Hannover lebenden gebürtigen Hildesheimer das Verhältnis zwischen Verein und Fans. Die Anfeindungen gegen den Präsidenten würden sich auch auf die Mannschaft auswirken. „Das Thema ist überall, sogar schon in den anderen Stadien wird über Martin Kind diskutiert. Das nehmen die Spieler natürlich mit in die Kabine.“

Slomkas Stationen bei Schalke 04 und zuletzt beim Hamburger SV sowie seine persönliche Zukunft waren weitere Themen des sympathischen Auftrittes (siehe auch angefügten Bericht).

27.03.2015

"Ein Hund entschleunigt das Leben"

Mirko Slomka über seinen zwölf Wochen alten Vierbeiner, Hannover 96, den HSV, Real Madrid, Frankreichs 2. Liga und Besuche bei seinen Spielern um Mitternacht

Dieter Bohlen. Der Name des Poptitanen geisterte auf einmal durch die Räumlichkeiten des Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen. Dort hatten sich vom 20. bis 22. März die Ehrenamtspreisträger der niedersächsischen Fußballkreise zu ihrem Dankeschön-Wochenende getroffen. Zum dreitägigen Programm gehörte auch die Podiumsdiskussion am Abschlusstag mit einem Prominenten. Wahrscheinlich aus Flachs vermutete einer der Teilnehmer, dass es sich bei dem - geheim gehaltenen - Ehrengast um eben jenen Mann handeln könnte, der zu den populärsten und umstrittensten Künstlern der deutschen Musikszene gilt. Aus dem Flachs wurde ein Gerücht, aus dem Gerücht eine Art „Running Gag“, den Egon Trepke vor dem Auftritt des tatsächlich eingeladenen Promis gerne noch einmal zum Besten gab. „Ich habe beim Frühstück gehört, dass Dieter Bohlen unser Ehrengast sein soll. Da er aber heute noch eine Fernsehsendung hat, hat er leider absagen müssen. Wir bemühen uns jetzt, jemand anderen zu bekommen“, erklärte der NFV-Vizepräsident unter lautem Gelächter der Ehrenamtspreisträger. Wenig später wurde das Geheimnis schließlich gelüftet, mit breitem Grinsen und unter viel Applaus betrat Mirko Slomka den Saal Niedersachsen.

In der folgenden Stunde erlebten die Zuhörer einen sympathischen Gast, der sich offen und schlagfertig präsentierte. Wie bei der Diskussion über das gestörte Verhältnis von Teilen des Hannoveraner Anhangs zu Martin Kind. „Es tut mir weh, was da gerade passiert“, sagte Slomka und brach für den 96-Präsidenten und seine Vereinspolitik eine Lanze. Als daraufhin einige Ehrenamtspreisträger ihre Bedenken äußerten, bemerkte der Fußball-Lehrer: „Ich habe auch nicht behauptet, dass Herr Kind alles richtig gemacht hat. Zum Beispiel hat er mich entlassen…“

96 ist für den in Hannover lebenden gebürtigen Hildesheimer immer noch eine Herzensangelegenheit. Unter Slomka spielten die „Roten“ 2011 die erfolgreichste Bundesligasaison der Vereinsgeschichte und erreichten zweimal hintereinander die Europa League. Trotz dieser Erfolge musste Slomka Ende Dezember 2013 seinen Trainerstuhl räumen, auf dem mit Tayfun Korkut ausgerechnet jener Kollege Platz nahm, der eigentlich sein Assistent werden sollte.

„Man kann heraushören, dass die Kabine hinter dem Trainer steht“, sagte Mirko Slomka hierzu in Barsinghausen und gab sich zuversichtlich, dass „96 sich stabilisieren wird.“ Live gesehen hat er die Mannschaft zuletzt im Dezember 2014 beim 3:3 in Bremen. Es war eines von zwei Bundesligaspielen, die der Fußball-Lehrer seit seinem Ausscheiden beim Hamburger SV (September 2014) besucht hat. Wesentlich häufiger zieht es ihn derzeit in ausländische Stadien. „In Frankreich ist auch die 2. Liga sehr interessant. Dort findet man talentierte Spieler für kleines Geld.“

Wilhelm Haseborg, Ehrenamtspreisträger aus dem NFV-Kreis Leer, überreichte Mirko Slomka einen Schal seines Vereins VfL Jheringsfehn, der seit 2011 mit dem SV Stikelkamp fusioniert ist.
Mirko Slomka und Wilhelm Haseborg, Ehrenamtspreisträger

Seit über 25 Jahren ist Mirko Slomka nunmehr im Geschäft, wie es so schön heißt, aktiv. Seine ersten Schritte als Vereinstrainer machte er mit Anfang 20 bei Hannover 96. „Ich habe Mathe und Sport studiert mit dem Spezialfach Fußball. Der Verein hat bei meinem Dozenten angefragt, ob er jemanden kennt, der im Nachwuchsbereich eine Mannschaft übernehmen kann“, blickte er auf den Start seiner Trainerkarriere zurück. Die Wahl des Dozenten fiel auch deshalb auf Slomka, weil dieser zuvor schon reichlich Erfahrung mit Kindern gesammelt hatte, da er in den Ferien fünf- bis 13-Jährige in einem Camp trainierte. Eine Art Fußballschule, wie sie heute gang und gäbe ist, damals aber absolutes Neuland war.

Von 1989 bis 1999 prägte er bei Hannover 96 Nachwuchsmannschaften und -spieler (Gerald Asamoah, Fabian Ernst), ehe er zu Tennis Borussia nach Berlin als Jugendkoordinator ging. „Zum ersten Mal raus aus dem schönen, warmen Nest. Das war eine wichtige Erfahrung für mich“, erinnerte sich Slomka an seine Zeit an der Spree, die er dazu nutzte, sämtliche Trainerscheine zu erwerben.

2001 kehrte er als Assistent von Ralf Rangnick zu 96 zurück. Gemeinsam führten sie die „Roten“ 2002 nach 13 Jahren Abstinenz zurück in die 1. Bundesliga, ehe das Duo 2004 bei Schalke 04 unterschrieb. Nachdem sich Rangnick und der Verein überwarfen, wurde Mirko Slomka im Januar 2006 zum neuen Chefcoach der „Königsblauen“ befördert, mit denen er ins Halbfinale des UEFA-Pokals (heute Europa League) einzog und erst am späteren Sieger FC Sevilla scheiterte.

Es folgte eine Saison, die bis heute unvergessen ist. Weder beim ehemaligen Trainer noch beim Schalker Anhang. „Da habe ich geweint“, bemerkte die Frau des Helmstedter Ehrenamtspreisträgers Rainer Anders zum Meisterschaftsfinale 2006/07, in dem die „Knappen“ ab dem 22. Spieltag einen Vorsprung von sieben Punkten verspielten und auf der Zielgeraden ausgerechnet an den Revierrivalen VfL Bochum (1:2) und Borussia Dortmund (0:2) scheiterten. So nah dran, die erste Meisterschaft nach 1958 an den Schalker Markt zu holen, war Deutschlands wohl emotionalster Fußballverein bis heute nie wieder.

Aus dieser Zeit stammt auch eine Episode, die Slomka in Barsinghausen erzählte und die viel über seine Arbeitsweise verrät. Ein Spieler machte ihm Sorgen. Um einfach mal abseits des Trainings- und Spielbetriebes ungestört mit seinem Schützling reden zu können, entschied sich Slomka eines Abends, ihn zu besuchen. „Es war bereits gegen 23, 24 Uhr, als ich bei ihm geklingelt habe. Er hat geöffnet und gesagt: Trainer, komm‘ rein. Danach haben wir gesprochen und alles war okay.“

Bei seiner Arbeit greift Slomka gerne auf wissenschaftliche Methoden zurück.  Zum Beispiel auf das Reiss-Profil, bei dem anhand eines psychologischen Testverfahrens ein Persönlichkeitsprofil erstellt wird. „Durch den Test weiß ich, wie ich jeden Spieler am besten erreichen kann.“

Die Zeit zwischen Schalke und dem Wiedereinstieg bei Hannover 96 im Januar 2010 nutzte er für Hospitationen, unter anderem bei Real Madrid. Die Philosophie der „Königlichen“ manifestiert sich auch in der Struktur des Trainingsgeländes, das in einen Hügel eingebettet ist. Während die Nachwuchsteams am Fuß der Anlage trainieren und spielen, ist der Kopf für die Profimannschaft vorbehalten. „Damit haben die Jugendspieler jeden Tag vor Augen, wo sie hinmöchten: Nach oben!“

Seine vorerst letzte Trainerstation beim Hamburger SV kostete viel Kraft. „Oliver Kreuzer (der Sportdirektor; Anmerkg. d. Red.) wurde ohne mein Wissen beurlaubt. Danach hätte ich zurücktreten müssen. Doch diesen Mut hatte ich nicht“, blickte Slomka in Barsinghausen auf die Sommerpause 2014 zurück, als er ohne den von ihm geschätzten Manager („Er war der richtige Mann. Ein Arbeiter, ein Macher“) auf einmal alleine in die neue Saison gehen musste, die für ihn bereits nach drei Spieltagen beendet war.

Welcher das ist, wollte Mirko Slomka im Detail nicht verraten. Dafür sprach er lieber über das neue Mitglied der Familie. „Wir haben jetzt einen kleinen Hund, was ich eigentlich nie wollte.“ Der zwölf Wochen alte Vierbeiner hat im Nu auch sein Herz erobert. „Ein Hund entschleunigt das Leben. Eine halbe Stunde mit ihm Gassi zu gehen – das ist herrlich. Dabei konzentriert man sich auf das Wesentliche.“

Fotos: dpa (3x Slomka)

26.03.2015

Kurzweiliges Dankeschön-Wochenende für DFB-Ehrenamtspreisträger

NFV-Präsident Karl Rothmund beim Dankeschönwochenende des NFV neben Lünburgs Preisträger Manfred Martens und NFV-Vizepräsident Egon Trepke und NFV-Ehrenamtsbeauftragter Hermann Wilkens (v.l.)
Manfred Martens beim Dankeschönwochenende in Barsinghausen

„Ehrenamt, das bedeutet gelebte Solidarität und Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für den Mitmenschen.“ Mit diesen Worten ehrte NFV-Präsident Karl Rothmund beim Dankeschönwochenende des Niedersächsischen Fußballverbandes die DFB-Ehrenamtspreisträger 2014 aus den 43 Kreisen des NFV. NFV-Ehrenamtsbeauftragter Hermann Wilkens (Papenburg) nannte die Vereinsvertreter im Sporthotel Fuchsbachtal „Ehrenamtsleuchttürme“ und „Kitt unserer Gesellschaft“.  

Sie haben Ehre, sie haben Fleiß, sie haben Einsatzwillen, sie haben Begeisterungsfähigkeit, sie lieben das Spiel, sie haben ein Amt. Und sie sind viele. Zum Glück, denn ohne sie würde im deutschen Fußball nichts funktionieren. Mehr als eine Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich für den Fußball, mehr als 600.000 davon regelmäßig in einem Fußballverein. Bereits 1997 hat der DFB seine Ehrenamtsaktion zur Stärkung freiwilliger Vereinsmitarbeit ins Leben gerufen. Bundesweit werden seitdem jährlich rund 400 Männer und Frauen mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet, die mit großem Engagement freiwilligen Dienst in ihren Vereinen leisten.  

In Niedersachsen waren es 42 verdiente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen der DFB mit der Verleihung des Ehrenamtspreises 2014 für geleistete Arbeit ein besonderes Dankeschön aussprach. Dem Dank des DFB an alle 42 niedersächsischen DFB-Ehrenamtspreisträger/innen schloss sich auch der NFV nachträglich an.   Mit der Ausrichtung eines Erlebniswochenendes vom 20. bis 22. März im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen würdigte der NFV den herausragenden Einsatz der niedersächsischen DFB-Ehrenamtspreisträger/innen, die mit ihren Lebenspartnern/innen nach Barsinghausen eingeladen worden waren.

Ehrenamtspreisträger aus dem Bezirk Lüneburg
Ehrenamtspreisträger aus dem Bezirk Lüneburg

Die Ehrenamtskommission des NFV unter Leitung von Hermann Wilkens hatte für die Dankeschön-Veranstaltung einige Highlights vorbereitet. Neben der Ehrung durch NFV-Präsident Karl Rothmund gab es den Besuch des Georg-von-Cölln-Hauses in Hannover. Im Ausweichquartier des derzeit renovierten Landtagsgebäudes wurden die Ehrenamtspreisträger durch den Landtagsvizepräsidenten Karl-Heinz Klare empfangen. Dann stand Bundesliga-Fußball auf dem Programm. Nach einer Führung durch die HDI-Arena und einem Imbiss sahen die Ehrenamtlichen im Stadion live die Partie zwischen Hannover 96 und Borussia Dortmund. 

Geboten wurden den Ehrenamtlichen die Gelegenheit zum intensiven Erfahrungsaustausch sowie eine Talkrunde zum ehrenamtlichen Engagement. Am Sonntag rundeten Informationsblöcke der Kommission über ihre Verbandsarbeit den Ehrungs- und Infoteil ab. Auch eine Podiumsdiskussion mit Mirko Slomka, dem ehemaligen Trainer von Schalke 04, Hannover 96 und dem Hamburger SV, sorgte für ein kurzweiliges Wochenende.

Die Preisträger aus dem Bezirk Lüneburg:

Horst-Heinrich Witte (FG Wohlde, Kreis Celle), Eduard Rüther (TSV Neuenkirchen, Kreis Cuxhaven), Kaya Abdulla (TSV Auetal, Kreis Harburg), Niwat Watanapalasiri (TuS Eintracht Ostenholz, Heidekreis), Holger Behn (TSV Schnega/FSG Südkreis, Kreis Lüchow-Dannenberg), Manfred Martens (MTV Treubund Lüneburg, Kreis Lüneburg), Hans-Joachim Birnbacher (FC Worpswede, Kreis Osterholz-Scharmbeck), Riccardo Camü (TSV Gnarrenburg, Kreis Rotenburg/Wümme), Thomas Elfers (SV Drochtersen/Assel, Kreis Stade), Ernst-Heiner Meier (SV Molzen, Kreis Uelzen), Bernhard Blodkamp (TV Oyten, Kreis Verden).

18.11.2014

Die Ehrenamtspreisträger 2014 stehen fest

„Riccardo ist ein Sportler, der mit großem Engagement und seinen Ideen viel für den TSV Gnarrenburg getan hat.“ – Helmut Riggers, 1. Vorsitzender des TSV Gnarrenburg, weiß, was sein Verein dem Jugendtrainer und-betreuer Riccardo Camü zu verdanken hat. Riccardo Camü hat in seinem Fußballkreis den Zuschlag als neuer Ehrenamtspreisträger erhalten – so wie 42 weitere Frauen und Männer in den übrigen NFV-Kreisen auch.

Riccardo Camü ist beim TSV Gnarrenburg der Motor dafür gewesen, dass sein Verein mit dem SV Werder Bremen im Rahmen der Aktion „100 Schulen – 100 Vereine“ eine erfolgreiche Kooperation eingehen konnte.

Er steht stellvertretend für rund 1,7 Millionen Menschen, die sich in etwa 26.000 Vereinen in Deutschland ehrenamtlich rund um den Fußball engagieren und ohne deren Einsatzwillen und Begeisterungsfähigkeit in den Vereinen wohl kaum etwas funktionieren würde. Diesen Frauen und Männern möchte der DFB Dank sagen. Deshalb wird der DFB-Ehrenamtspreis in diesem Jahr deutschlandweit bereits zum 18. Mal vergeben. Auch in den 43 Kreisen des Niedersächsischen Fußballverbandes. Je ein Mann oder eine Frau, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich engagieren, werden geehrt und dürfen mit ihrem Lebenspartner im kommenden Jahr vom 20. bis 22. März am Dankeschönwochenende des NFV im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen teilnehmen. Als Höhepunkt ist hier der Besuch eines Bundesligaspiels wieder vorgesehen. Auch wenn die DFL die Spieltage noch nicht terminiert hat, sieht der Spielplan die Begegnung Hannover 96 vs. Borussia Dortmund vor.

Die niedersächsischen Ehrenamtspreisträger 2014:

Bezirk Braunschweig:

Kevin-Tom Balte (SC RW Volkmarode, Kreis Braunschweig), Dieter Christoph (SV Meinersen/Ahnsen/Päse, Kreis Gifhorn), Wolfgang Ebbecke (TSV Obenjesa, Kreis Göttingen-Osterode), Rainer Anders (VfL Rottorf/Klei, Kreis Helmstedt), Dirk Schmidtke (SV Remlingen von 1904, Kreis Nordharz), Nikolaus Schmitz (SSV Nörten-Hardenberg, Kreis Northeim/Einbeck), Karsten Wolff (SpVgg Groß Bülten, Kreis Peine), Seppa Senn (TSV Ehmen, Kreis Wolfsburg).

Bezirk Hannover:

Bianca Steimke (SV Staffhorst, Kreis Diepholz), Robert Lippert (TuS Germania Hagen, Kreis Hameln-Pyrmont), Klaus-Dieter Winkel (TSV Gestorf, Kreis Hannover-Land), Hasan Yilmaz (FC Can Mozaik Hannover, Kreis Hannover-Stadt), Peter Sandvoß (MTV Almstedt, Kreis Hildesheim), Katja Spormann (SV 06 Holzminden, Kreis Holzminden), Klaus Wilhelmi (SBV Erichshagen, Kreis Nienburg/Weser), Wolfgang Müller (TuS Niederwöhren, Kreis Schaumburg).

Bezirk Lüneburg:

Horst-Heinrich Witte (FG Wohlde, Kreis Celle), Eduard Rüther (TSV Neuenkirchen, Kreis Cuxhaven), Abdulla Kaya (TSV Auetal, Kreis Harburg), Niwat Watanapalasiri (TuS Eintracht Ostenholz, Heidekreis), Holger Behn (TSV Schnega/FSG Südkreis, Kreis Lüchow-Dannenberg), Manfred Martens (MTV Treubund Lüneburg, Kreis Lüneburg), Hans-Joachim Birnbacher (FC Worpswede, Kreis Osterholz-Scharmbeck), Riccardo Camü (TSV Gnarrenburg, Kreis Rotenburg/Wümme), Thomas Elfers (SV Drochtersen/Assel, Kreis Stade), Ernst-Heiner Meier (SV Molzen, Kreis Uelzen), Bernhard Blodkamp (TV Oyten, Kreis Verden).

Bezirk Weser-Ems:

Hartmut Böhmann (FC Rastede, Kreis Ammerland), Hinrich Bruns (Kreis Aurich), Hendrik Trüün (SV Grenzland Laarwald, Kreis Bentheim), Johannes Preuth (SV Thüle, Kreis Cloppenburg), Wolfgang Münch (SV Amisia Stern Wolthusen, Kreis Emden), Matthias Roling (SV BW Lünne, Kreis Emsland), Lukasz Bobrek (FC RW Sande Cäciliengroden, Kreis Friesland), Wilhelm Haseborg (VfL Jheringsfehn, Kreis Leer), Werner Bruns (VfL Stenum, Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst), Frank Eggert (BW Bümmerstede, Kreis Oldenburg-Stadt), Michael Wernemann (SV Bad Rothenfelde, Kreis Osnabrück-Land), Klaus Jordan (TuS Haste, Kreis Osnabrück-Stadt), Sebastian Trumme (Kreis Vechta), Karl-Heinz Kropp (SpVgg Berne, Kreis Wesermarsch), Reiner Beyer (SC BG Wilhelmshaven, Kreis Wilhelmshaven), Mareike Baumann (SF Bensersiel, Kreis Wittmund).

13.11.2014

The Winner takes it all - fast

Heimspiel für Manfred Martens vom MTV Treubund Lüneburg

Im Vereinsheim des MTV Treubund wurde er am Donnerstag zum Kreis-Ehrenamtspreisträger 2014 ausgezeichnet und geniest neben 42 weiteren DFB-Ehrenamtspreisträger/innen mit ihren Lebenspartnern/innen ein Drei-Tage-Dankeschön-Wochenende im Sporthotel Fuchsbachtal in Barsinghausen. Zur lieb gewonnenen Tradition dieser seit 1997 ausgerichteten Veranstaltung gehört der Besuch im Niedersächsischen Landtag. Die Teilnahmen an Talkrunden mit prominenten Gastbesuchern sowie ein Besuch im Fitness-Studio B 54 zur ausgiebig sportlichen Betätigung stehen auf dem Programm. Der Höhepunkt ist aber der Besuch eines Bundesligaspiels mit Stadionführung.
The Winner takes it all würde ABBA dazu sagen.

Roman Schuler (l.) mit Christian RöhlingKreisvorsitzende Christian Röhling erwähnte noch einmal die vom NFV-Kreis Lüneburg gesponserte Fahrt zum Bundesliga Spiel nach Bremen mit 50 Ehrenamtlichen vor einer Woche und sieht diese Fahrt auch als ein Teil einer Ehrung. Die nun zweite Fahrt soll auch im nächsten Jahr wieder fortgesetzt werden. Denn es finden sich immer wenige die das Ehrenamt ausüben wollen, obwohl es immer interessanter wird. Anschließend teilten er und Kreisehrenamtsbeauftragter (KEAB) Roman Schuler sich die Ehrungen.

Lebenspartnerin Susanne Gray freut sich mit Manfred Martens auf das Wochenende in BarsinghausenMTV Treubund Lüneburg ohne Manfred Martens, das wäre wie ein Pferd ohne Reiter. Bereits als Elfjähriger begann er seine Laufbahn, damals noch im Treubund Lüneburg und sieben Jahre später als Jugendtrainer. 1981 wurde er stellvertretender Jugendleiter. Organisierte Fußballfahrten nach Göteborg, Paris und Mexico. 1986 musste er seine aktive Laufbahn wegen eines Trainingsunfalls beenden und wurde Fußballobmann.

Seit 43 Jahren gehört Manfred Martens nun schon dem MTV Treubund Lüneburg an und ist mit ihm quasi verheiratet. War Jugend- und Herrentrainer, organisiert den Lumpenball und ließ die einhundertjährige Fußballgeschichte aufarbeiten. Seit 34 Jahren ist er Vorstandsmitglied, verantwortlich für die Finanzen und Verwaltung der größten Lüneburger Fußballabteilung und betreut die 1. Herren bei jedem Spiel.

Neben Kreisvorsitzenden Christian Röhling (l.) und KEAB Roman Schuler (2.v.l), die geehrten Carsten Schöning (SV Karze), Bernd Heuer (Thomasburger SV), Mathias Forker (ESV Lüneburg) und Frank Hoffmann (TSV Gellersen), sowie vorne Susanne Gray, Manfred Martens (MTV Treubund Lüneburg) und Marika Hoffmann

Carsten Schöning (SV Karze)Kaum im Verein wurde Carsten Schöning vom SV Karze ein Jahr später (1997) Fußballobmann und das ohne bei einem Verein Fußball gespielt zu haben. Das änderte sich dann aber. Teilweise musste er zwei Spiele am Wochenende ran. Carsten meidet jetzt das Laufen und steht zwischen den Pfosten in der Altliga, greift lieber zum Diskus oder zur Kugel und wurde 7. und 8. Bei den Senioren-Europameisterschaften. Ob die Organisation des FUN-Kicker Kleinfeldturniers oder bei der täglichen Sanierung des Vereinsheim, Carsten Schöning zeigt erheblich mehr Engagement als das Gewöhnliche.

 

Frank Holtmann (TSV Gellersen)

 Frank Holtmann ist mit drei Jahren Mitglied beim MTV Kirchgellersen geworden und stand mit fünf im Tor. War Trainer in diversen Teams und ab 2007 Obmann, welches er 2013 wegen der hohen beruflichen Verantwortung bei der Bahn abgab. Eigentlich sollte es nur für eine Übergangszeit sein, doch es wurden 5 ½ Jahre, in denen er mit diversen Teams Aufstiege oder Meisterschaften feierten. Hat die 1. Herren zu einer Bezirksliga-Spitzenmannschaft aufgebaut und den Frauenfußball wieder etabliert. Er ist Herausgeber der Gellerser Stadionzeitung „Blattschuss“ und bringt bei Turnieren seine Erfahrungen mit ein. Als absolutes Gellerser Urgestein seit 1977 lag und liegt Fränk der Gellerser Fußball immer am Herzen.

 

Matthias Forker (ESV Lüneburg)Bob der Baumeister ist Mathias Forker vom ESV Lüneburg. Seit über 20 Jahren Mitglied und von Beruf Bühnenbauer, u. a. bei den TV-Sendungen „Rote Rosen“ und Tatort. Wen wunderts, dass er mit seinem handwerklichen Geschick und seinem Wissen immer Ansprechpartner ist und Projekte umzusetzen hilft. Ob es die Umkleideräume zu renovieren sind, den Vereinsraum neu zu gestaltet, einen Tresen dort einzubauen oder wie zuletzt zum Finale des Krombacher Kreispokal eine Überdachung zum Platz fertig zu stellen. Manchmal unpünktlich – so auch auf der Veranstaltung – aber stets zuverlässig. Ohne „Forkes“ Hilfe hätte der ESV das alles nicht geschafft.

 

Bernd Heuer (Thomasburger SV)

Der 60jährige Bernd Heuer ist seit über 50 Jahre beim Thomasburger SV, ist viele Jahre Jugendtrainer gewesen und Jugendobmann. Zur Jahrtausendwende wurde er 1. Vorsitzender und hatte das Amt 11 Jahre inne. Der Finanzbeamte ist seitdem 1. Kassenwart. Bernd Heuer hat trotz eines Schlaganfalls vor 10 Jahren sein Tun immer zum Wohlwollen des Vereins ausgeführt.

 

Mit 12 Jahren ist Werner Ortmann dem Vastorfer SK beigetreten. Das war vor 52 Jahren. Heute ist er 1. Vorsitzender des Vereins und das schon seit 25 Jahren. In den Jahren kümmerte er sich nicht nur um die Platzpflege. Dem Finanzbeamten wird der Preis nachgereicht, der er nicht anwesend war.

Bericht und Fotos: Michael Paul

Seite zuletzt aktualisiert am: 12.11.2018

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