01.02.2021

Mitgliedsbeiträge im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie

Ist die Gemeinnützigkeit von Sportvereinen bei einer Beitragsrückerstattung oder Verzicht von Beiträgen gefährdet?

Sehr geehrte Fußballgemeinschaft,

immer häufiger erreichen uns und sicherlich auch Sie vor Ort Anfragen von Sportvereinen, ob es insbesondere vor dem Hintergrund der Situation um die Corona-Pandemie erlaubt ist, bereits gezahlte Mitgliedsbeiträge zurückzuzahlen oder auf Mitgliedsbeiträge vollständig verzichten zu dürfen.

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat diesen Sachverhalt, der die Gemeinnützigkeit der Sportvereine gefährden kann, nochmals geprüft und eine für das Jahr 2020 gültige Ausnahmeregelung auch für das Jahr 2021 verlängert.

Dies betrifft u.a. die Rückerstattung oder den Verzicht auf Mitgliedsbeiträge für die Jahre 2020 und 2021. In den FAQ’s zum Steuerrecht vom 28. Dezember 2020 heißt es: „Wenn die aktuellen Satzungsbestimmungen oder Beitragsordnungen die Rückzahlung von Beiträgen an durch die Corona-Krise wirtschaftlich in Not geratene Mitglieder beziehungsweise die Befreiung dieser Mitglieder von Beitragszahlungen nicht zulassen, ist eine solche Rückzahlung oder eine solche
Befreiung ausnahmsweise bis zum 31. Dezember 2021 steuerrechtlich unschädlich für den Status der Gemeinnützigkeit.“

Mit freundlichen Grüßen
NIEDERSÄCHSISCHER FUSSBALLVERBAND e. V.
i. A. Steffen Heyerhorst
Direktor / Justiziar

Diese und weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel X Punkt 12

„Maßnahmen im Gemeinnützigkeitssektor und für gesellschaftliches Engagement in der Corona-Krise“

Ist die Steuerbegünstigung einer Körperschaft (zum Beispiel eines gemeinnützigen Vereins) gefährdet, wenn sie ihren Mitgliedern, die durch die Corona-Krise wirtschaftlich in Not geraten sind, für das Jahr 2020 oder 2021 bereits geleistete Beiträge zurückerstattet oder auf die Erhebung von Beiträgen für das laufende Jahr von diesen Mitgliedern verzichtet? Muss deswegen die Satzung oder Beitragsordnung der Körperschaft geändert werden?

Eine Rückzahlung von Beiträgen an Mitglieder oder eine Befreiung der Mitglieder von Beitragszahlungen ist rechtlich grundsätzlich nur dann zulässig, wenn dies in den Satzungsbestimmungen oder der Beitragsordnung der jeweiligen Körperschaft mit aufgenommen ist.

Wenn die aktuellen Satzungsbestimmungen oder Beitragsordnungen die Rückzahlung von Beiträgen an durch die Corona-Krise wirtschaftlich in Not geratene Mitglieder beziehungsweise die Befreiung dieser Mitglieder von Beitragszahlungen nicht zulassen, ist eine solche Rückzahlung oder eine solche Befreiung ausnahmsweise bis zum 31. Dezember 2021 steuerrechtlich unschädlich für den Status der Gemeinnützigkeit.

Die Körperschaft muss sich die von dem Mitglied geltend gemachte, durch die Corona-Krise bedingte wirtschaftliche Notlage nicht nachweisen lassen. Es reicht aus, wenn sich das Mitglied plausibel auf eine solche Not beruft oder sich die Notsituation des Mitglieds für die Körperschaft plausibel aus an-deren Umständen ergibt.

Nicht erfasst von dieser Ausnahmeregelung und damit weiterhin schädlich für den Status der Gemeinnützigkeit bleibt es aber, einen bereits geleisteten Mitgliedsbeitrag zurückzuzahlen oder auf einen noch ausstehenden Mitgliedsbeitrag deswegen zu verzichten, weil das Angebot der Körperschaft aufgrund der Corona-Krise nicht erbracht werden kann (zum Beispiel aufgrund ausgefallener Übungs-stunden oder nicht durchgeführter Sportkurse).

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Seite zuletzt aktualisiert am: 02.03.2021

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